KI-Nutzung in der Logistik

Futuristic digital warehouse using augmented reality smart logistics ecommerce and delivery concept in modern industry
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Vor rund einem Jahr hat PSI Software gemeinsam mit dem Marktforschungsinstitut Civey 300 Logistikfach- und Führungskräfte zu ihrer Sicht auf künstliche Intelligenz in der Intralogistik befragt. Die Ergebnisse zeichneten damals ein klares Bild: viel Interesse, hohe Investitionsbereitschaft – aber nur wenig Nutzung im operativen Alltag. Zwölf Monate später lohnt sich ein Realitätsabgleich.

Die Studie ergab, dass zum Befragungszeitpunkt im Juli des vergangenen Jahres 15% der Unternehmen KI produktiv im Lager einsetzten. Weitere 41% kündigten an, bis 2028 in entsprechende Lösungen investieren zu wollen. Als wichtigste Einsatzfelder wurden Lageroptimierung (44%) und Bestandsverwaltung (33%) genannt, gefolgt von Einlagerung, Wareneingang und Retourenmanagement. Als größte Hürden galten – nahezu gleichauf – Implementierungskosten, Mitarbeiterakzeptanz und technische Integration mit jeweils rund 40% der Nennungen.

KI-Nutzung kleinteiliger als erwartet

Die Entwicklung des vergangenen Jahres bestätigt das wachsende Interesse an KI im Lager, relativiert aber die Geschwindigkeit, mit der die angekündigten Investitionen tatsächlich in produktive Anwendungen münden. Künstliche Intelligenz wird zunehmend von Logistikern eingesetzt – allerdings überwiegend für administrative Aufgaben. Und jene KI-Lösungen, die es wirklich in den Produktiveinsatz schaffen, unterstützen eher in einzelnen, klar umrissenen Anwendungsfeldern wie der Kommissionierung oder der Bestandsanalyse, als dass sie einer durchgängigen Lagersteuerung dienen.

Viele Initiativen verharren im Status einer Demonstration, ohne den Übergang in den Regelbetrieb zu schaffen. Produktiv wird, was sich nahtlos in bestehende Prozesse einfügt und schnell einen konkret messbaren Nutzen liefert. Dabei setzt sich ein Decision-Support-Verständnis durch: KI liefert Entscheidungsgrundlagen, die finale Wahl trifft weiterhin der Anwender. Reine Blackbox-Ansätze finden in geschäftskritischen Lagerprozessen kaum Akzeptanz.

Vom Pilotprojekt zum Standard

Entscheidend ist die Fähigkeit, KI von einer Innovation zu einem Produkt weiterzuentwickeln, das für jeden Kunden bezahlbar und unmittelbar verfügbar ist – und sofort spürbare Mehrwerte bietet. Genau das ist ein integraler Bestandteil der Zukunftsstrategie von PSI. So ist mit Batch AI ein erstes KI-Modul in den PSIwms-Standard übergegangen. Im Praxiseinsatz hat diese Lösung Kunden dabei unterstützt, Kommissionierwege um rund 30% zu reduzieren und die Pick-Effizienz um über 20% zu steigern. In den kommenden Monaten werden weitere KI-Bausteine hinzukommen, die nach dem Vorbild von Batch AI greifbare Optimierungen für klar definierte Aufgabenbereiche im Lageralltag bieten. Im Fokus stehen dabei die schnelle Beantwortung von Anwenderfragen, die kontextbezogene Unterstützung bei der Systembedienung sowie die beschleunigte Einrichtung logistischer Prozesse.

Fazit: Pragmatismus schlägt Vision

Auf den ersten Blick mag die Zwischenbilanz nüchterner ausfallen als erhofft. Bei genauerem Hinsehen zeigt sich aber: Der KI-Einsatz in der Logistik nimmt allmählich Formen an. Dabei wird deutlich, dass KI keine Eier legende Wollmilchsau ist. Zu viel kann auch überfordern. Statt der radikalen Systemumbrüche sind es viel eher die leicht integrierbaren Puzzlestücke, die operativen Nutzen bieten.