ITSM-System in nur drei Wochen eingeführt

Bang-Kransysteme: Automatisierter 
Werkzeugtransport im Presswerk 
von Volkswagen, Zwickau.
Bang-Kransysteme: Automatisierter Werkzeugtransport im Presswerk von Volkswagen, Zwickau.Bild: ©Chris Gonz

Seit fast 40 Jahren gehört Bang zu den Hidden Champions in Ostdeutschland. Aktuell bauen hier rund 200 Mitarbeiter auf 25.000m² Kräne in allen Facetten, teils vernetzt und vollautomatisiert. Da die Kräne immer smarter werden und das Unternehmen ständig wächst, werden auch die Anforderungen an den IT-Service laufend anspruchsvoller. Neue Strukturen mussten her.

Wenn die IT-Probleme zu Besuch kommen

Lange Zeit war Daniel Gerstner der einzige IT-Administrator bei Bang. 2020 bekam er einen Kollegen an die Seite, und seitdem existiert die IT auch offiziell als eigene Abteilung im Unternehmen. Doch auch als Duo waren die komplexen Aufgaben nur schwer zu managen. Zu den Aufgaben zählt nicht nur die allgemeine Digitalisierung, die Administration und die Softwareentwicklung, sondern auch die Betreuung des Netzwerks, der Telekommunikationssysteme und der Support der Mitarbeiter. Vor allem der letzte Punkt gestaltete sich zunehmend schwierig: „Unser Büro liegt zentral im Hauptgebäude, deshalb sind wir für alle Mitarbeiter gut zu erreichen. Eigentlich super, um mit den Kollegen zu plaudern. Aber leider klopften die Leute immer öfter spontan mit ihren IT-Problemen an unsere Tür, hinzu kamen täglich dutzende Anrufe. Im Grunde waren wir nur noch mit der Symptombekämpfung beschäftigt, und für die Ursachen und längere Analysen blieb kaum noch Zeit“, berichtet Daniel Gerstner.

Einfach mehr Personal einzustellen, war kompliziert – im Vogtland waren und sind IT-Administratoren rar. Deshalb entschied sich das IT-Duo für die Einführung einer ITSM-Lösung. „Unser Plan war es, sämtliche Anfragen in einem Ticketsystem zu bündeln und die Zahl der ungeplanten Unterbrechungen damit auf Null zu bringen“, so Gerstner.

Ihre Wahl fiel auf die ITSM-Software KIX. Wichtig waren die Anpassungsmöglichkeiten durch Open Source und die lokale Nähe zum nur rund 90km entfernten Hersteller KIX Service Software in Chemnitz. Doch ein Punkt war entscheidend: Die intuitive Benutzeroberfläche. Damit sollte der Übergang für die Mitarbeiter möglichst einfach ablaufen, da ein Ticketsystem für Bang absolutes Neuland war.

Erstmal kein ITIL

Das Projekt begann im September 2023. Daniel Gerstner und sein Kollege entschieden sich für die Cloud-Version von KIX – zwischen der Installation und dem Go-Live lagen nur drei Wochen. Gerstner erklärt: „Die Implementierung von der KIX-Cloud war nicht nur einfach und kostengünstig, sondern wir konnten selbst zu zweit alles schnell aufsetzen. Und ebenfalls klasse: Wir können jederzeit problemlos auf die On-Prem-Version wechseln. Eine Cloud, wenn auch wie im Fall von KIX bei einem zertifizierten DE-Anbieter, ist bei Bang bisher nämlich eher die Ausnahme.“ Zum Teil schoss das Team aber auch über das Ziel hinaus. Das Duo wollte z.B. seine Prozesse nach den Best-Practices des ITIL-Frameworks gestalten, sogar eine Schulung hatten die beiden schon besucht. Doch dafür war es noch zu früh: „ITIL ist super, keine Frage, aber für zwei Personen brachte es mehr Arbeit als Nutzen. Deshalb wollten wir uns diesen Schritt lieber für später aufheben und mit wenigen, übersichtlichen Ticketvorlagen für das Unternehmen loslegen“, so Gerstner.

Die Administratoren beschränkten sich deshalb auf drei Vorlagen, damit die Kollegen sich schnell zurechtfinden: Die Mitarbeiter von Bang Kransysteme können über das KIX-Self-Service-Portal nun Anfragen und Störungen melden, Beschaffungsanträge stellen sowie das On- und Offboarding organisieren.

Mit Geduld zum erfolgreichen IT-Service-Management

Trotz der Vorbereitung waren nicht alle Mitarbeiter sofort von der neuen Lösung überzeugt. Anrufe und Besuche in der IT-Abteilung gab es zunächst weiterhin, so Gerstner: „Eine komplette Umstellung der Arbeitsweise sorgt für Widerstände, klar. Aber jetzt, zwei Jahre später, ist die Situation sehr viel besser. Die Akzeptanz ist spürbar gestiegen und unsere Arbeit viel effizienter geworden. Rund 100 bis 150 Tickets bearbeiten wir mit KIX mittlerweile pro Monat. Vorher kam es bei der Bearbeitung eines Incidents oft zu ungeplanten Unterbrechungen, viele kleinere Probleme gingen komplett unter. Mit dem IT-Service-Management läuft die Abarbeitung viel koordinierter. Das bedeutet eine enorme Zeitersparnis, zudem ist alles übersichtlich zugeordnet und lückenlos dokumentiert.“

Seit 2025 arbeiten sechs Personen in der IT-Abteilung. Daniel Gerstner ist aber froh, die Umstellung schon früh eingeleitet zu haben: „Ich empfehle allen ITlern, sich intensiv mit den Möglichkeiten eines ITSM-Systems zu beschäftigen, selbst bei kleinen Teams. Ich denke sogar, dass der Start zu zweit einfacher war. Wir konnten KIX in der Zwischenzeit ausbauen und müssen nicht mit sechs Personen von Grund auf anfangen.“

Seit der Einführung hat sich das System nachweislich bewährt. Alle Mitarbeiter haben eine bessere Übersicht über die Vorgänge und können Anfragen schneller bearbeiten. Und während zuvor manche Aufgaben untergingen, ist nun alles in KIX nach Prioritäten dokumentiert. Auch die Geschäftsführung profitiert: Sie kann transparent verfolgen, ob es in manchen Bereichen Verbesserungspotential gibt, etwa beim Equipment oder den Personalkapazitäten.

Das Team um Daniel Gerstner plant schon die nächsten Schritte. Er und seine Kollegen möchten die internen Prozesse in Zukunft noch weiter mit der ITSM-Software optimieren. Doch schon jetzt kommen sie mit ihrer Arbeit deutlich schneller voran, etwa bei der Softwareentwicklung für die Kräne. Sein Fazit: „KIX hat nicht nur unsere Arbeit in der IT verbessert, sondern die des gesamten Unternehmens. Selbst als kleines Team konnten wir ohne größere Probleme loslegen, und alle kommen super mit dem System zurecht. Die Entscheidung war absolut richtig.“