
Für One HLTS bedeutet moderne Logistik weit mehr als der Transport von A nach B. Als Full-Service-Dienstleister steht die Unternehmensgruppe für effiziente Lean-Logistiklösungen für die Luftfahrtbranche. Seit der Gründung im Jahr 2005 verantwortet die LTS Nordwest als Teil der One HLTS den innerbetrieblichen Transport am Standort Nordenham, wo das Unternehmen 2006 mit Inbetriebnahme des Materialwirtschaftszentrums die gesamte Logistik für einen führenden Flugzeughersteller übernahm. Im Jahr 2011 erfolgte der Aufbau eines weiteren Standortes in Augsburg und die Gründung eines Joint Ventures mit der Firma Honold zur Betreuung eines neuen Materialwirtschaftszentrums, welches seit 2017 erfolgreich in Betrieb ist. Heute betreibt One HLTS deutschlandweit vier Logistikstandorte für die Luftfahrt und sorgt an jedem Standort für reibungslose logistische Prozesse.
Transportkoordination auf Umwegen
Diese reibungslosen Abläufe waren jedoch nicht immer selbstverständlich. Die Koordination des innerbetrieblichen Materialflusses bei One HLTS war lange Zeit noch stark von Telefon, Stift und Zuruf geprägt – ein Szenario, das viele Logistiker nur allzu gut kennen. Manuell nahmen die Fahrer jeden Auftrag am fahrzeugeigenen Telefon entgegen, notierten handschriftlich, was als Nächstes zu transportieren war, und gaben es an ihre Kollegen weiter. Ob es sich dabei um einen Stapler-, E-Karren- oder auch Paketfahrer handelte, war oft unklar und führte nicht selten zu Kommunikationschaos und Missverständnissen. Besonders am Standort Nordenham, wo monatlich rund 10.000 Transportaufträge koordiniert werden müssen, stieß dieses veraltete System schnell an seine Grenzen.
Bei der Suche nach einer effizienten Lösung wurde man im Rahmen einer Fachmesse auf das KI-basierte Transportleitsystem Syncrotess des Aachener Softwareherstellers Inform aufmerksam. Die intelligente Software und das damit verbundene Potenzial, den Materialfluss umfassend zu optimieren, überzeugte den Logistikdienstleister und nach ersten Gesprächen war schnell klar, dass Syncrotess die richtige Lösung bietet, um die gesteckten Ziele zu erreichen. Besonders wichtig waren dem Unternehmen dabei eine effizientere Auslastung der Fahrzeugflotte und ein ressourcenschonender Betrieb. Darüber hinaus sollte das System nicht nur für mehr Transparenz sorgen, sondern auch störungsfreie Abläufe sicherstellen und das Material pünktlich an seinen Bestimmungsort bringen. Das MOVEsystem von IEF-Werner transportiert Bauteile und Produkte zuverlässig, modular und kosteneffizient – ob auf Werkstückträgern, direkt auf Riemen oder in Paletten. Anwender profitieren von maximaler Flexibilität. ‣ weiterlesen
MOVEsystem bewegt mehr:
KI-gestützte Optimierung des Materialflusses
Nach intensiver Planungsphase ging die Software 2015 erfolgreich live und wurde 2023 in die Cloud migriert, um noch mehr Flexibilität und Skalierbarkeit zu ermöglichen. Das Transportleitsystem unterstützt mithilfe entscheidungsintelligenter Algorithmen die zentrale Steuerung und Optimierung aller logistischen Abläufe an den Standorten Nordenham und Augsburg. Auch die interne Paket- und Postzustellung wird über das System abgewickelt. In Nordenham ist Syncrotess über eine Schnittstelle mit dem Lager- und Bestellsystem ‚Coglas‘ von One HLTS verbunden, in Augsburg besteht eine direkte Anbindung an das SAP EWM. So gelangen die Transportaufträge direkt in Syncrotess, wo das System alle Aufträge zentral analysiert und automatisch dem jeweils am besten geeigneten Flurförderzeug zuordnet. In Nordenham sind je nach Schicht bis zu zehn Fahrzeuge gleichzeitig im Einsatz. Dabei berücksichtigt die Software zahlreiche Parameter wie Wege, Zeiten, Ressourcen und Prioritäten, um eine optimale Transportreihenfolge zu errechnen. Mögliche Kapazitätsengpässe gleicht das System durch intelligente Steuerung flexibel aus.

Die Einführung des Transportleitsystems hat sich für den Logistikdienstleister schnell gelohnt: „Vor allem für unsere Fahrer war die Systemumstellung eine enorme Erleichterung“, berichtet Dennis Stellert, Data Analyst bei One HLTS. „Die Auftragszuweisung erfolgt nun automatisch über kompakte, android-betriebene Handheld-Geräte, auf denen die Fahrer die Aufträge dann auch direkt bestätigen und abschließen können. Damit haben sich die zahlreichen Telefonate um rund 90 Prozent reduziert und unsere Fahrer können sich wieder voll und ganz auf ihre Kernaufgabe konzentrieren: die zügige und präzise Abarbeitung der Transportaufträge.“ So ist aus einem stressigen, manuellen Prozess ein nahezu vollautomatisierter und reibungsloser Ablauf geworden – eine Entwicklung, die Stellert besonders freut.
Transparenz, die sich auszahlt
„Für jeden Transportauftrag, der angelegt wird, haben wir ein festgelegtes Zeitfenster von maximal vier Stunden zur Bearbeitung, abgestimmt auf die jeweilige Priorität“, erklärt Stellert. „Die Transparenz, die uns das Transportleitsystem über die gesamte Transportsituation bietet, ist daher ein echter Gewinn: Wir haben jederzeit im Blick, wie viele Aufträge offen sind, welche Prioritäten sie haben und wo sich jedes Fahrzeug mit welchem Material befindet. Dank dieser Übersicht haben sich unsere Termintreue deutlich erhöht und die Auslastung unserer Stapler erheblich verbessert,“ fasst Stellert die Vorteile des Systems zusammen. Die umfassende Transparenz bringt jedoch nicht nur für den Dienstleister entscheidende Vorteile, auch die Kunden aus der Luftfahrtbranche profitieren von verbesserter Nachverfolgung, präzisen Bereichsübersichten und dem deutlich höheren Maß an Transparenz.
„Die Zusammenarbeit mit Inform war in jeder Hinsicht positiv,“ fasst Stellert zusammen. „Unsere Ansprechpartner standen uns während des gesamten Go-Live-Prozesses zuverlässig zur Seite und waren besonders bei Verständnisfragen eine große Hilfe. Ob es um schnelle Anpassungen, technische Rückfragen oder die Schulung unseres Teams ging – die Unterstützung war stets professionell und lösungsorientiert. Ich könnte mir keine bessere Zusammenarbeit vorstellen und bin rundum zufrieden.“
Standortübergreifende Vernetzung als Ziel
Für die Zukunft sind bereits die nächsten Schritte in Planung: So verfolgt One HLTS das Ziel, das Transportleitsystem sukzessiv an allen aktiven Standorten auszurollen. Neben Nordenham und Augsburg gehören dazu auch die Standorte Bremen und Stade. Dabei liegt der Fokus auf der standortübergreifenden Vernetzung, um eine durchgängige Transparenz über alle Standorte hinweg zu gewährleisten. Zusätzlich wird geprüft, inwieweit das Container-Modul von Syncrotess implementiert werden kann, um eine umfassende Übersicht über die Standorte und den Beladungsstatus der Großraumcontainer zu schaffen. Ziel ist es, künftig in Echtzeit nachvollziehen können, wo sich welcher Trailer oder Container befindet und wie es um die Materialverfügbarkeit steht. Ein wichtiger Schritt hin zu einer noch effizienteren und nahtlos vernetzten Logistik.
















