Newsletter 07 dhf 04 2025
Bild: Möller Industriedienstleistungen GmbH

Rund 18km von der Hauptstadt Berlin entfernt liegt ein bedeutender Knotenpunkt im weltweiten Logistiknetz der BSH. 2023 hat die BSH vom brandenburgischen Nauen aus mehr als drei Millionen Großgeräte verschickt, davon rund 500.000 aus der Fertigung in Nauen, ansonsten Waschmaschinen, Trockner, Geschirrspüler, Kühlgeräte oder Herde aus weiteren Produktionsstätten der BSH weltweit. Bis zu 200.000 Großgeräteeinheiten, also Geräte in der Größe einer Waschmaschine, finden in den hochmodernen Hallen Platz. Täglich versenden 200 Mitarbeiter auf einer Fläche von 80.000m2 bis zu 20.000 solcher Geräte in über 50 Länder – per Bahn, Lkw oder Schiff. Innerhalb von 48 Stunden stellt Nauen damit die Belieferung der Kunden in Zentraleuropa sicher. Außerdem werden von hier aus mehr als 20 BSH-Fabriken weltweit mit Produktionsmaterialien aus Europa versorgt.

Herausforderungen

Aufgrund des steigenden Warenumschlags, der hohen Anforderungen an die logistische Steuerung und der Eröffnung eines eigenen Containerterminals entschied sich die BSH für die Implementierung eines neuen Tools – den Yard Manager, entwickelt von Möller Industriedienstleistungen (MID) aus Hamburg. Die Softwarelösung sollte die Effizienz im Hofmanagement erhöhen und gleichzeitig die flexiblen und komplexen Anforderungen des Standortes abbilden, unter anderem mehrere tausend Fahrzeugbewegungen im Monat. Die Entscheidung, den Yard Manager bei BSH einzuführen, fiel kurzfristig. „Wir brauchten schnell eine Lösung, um alles, was auf dem Hof passiert, transparent abbilden zu können“, erinnert sich Falk Engel, der in Nauen für die kaufmännischen Prozesse in der Logistik zuständig ist.

Mit der Einführung des Yard Managers hat BSH mehrere Ziele verfolgt. So sollte die Transparenz und Prozesssicherheit im Containerterminal und in der Hoflogistik verbessert und gleichzeitig der Kommunikationsaufwand und die Fehleranfälligkeit bei der Fahrzeugkoordination reduziert werden. Die Optimierung der Stellplatzverwaltung diente dazu, Leerfahrten und Wartezeiten zu minimieren. Darüber hinaus sollte der Yard Manager die Abläufe flexibler, aber auch sicherer machen. Nicht zuletzt leistete das Projekt auch einen Beitrag zur Nachhaltigkeit, da Transportwege und CO2-Emissionen verringert werden konnten.

Implementierung

Über Sven Langbehn, Inhaber des auf Transportsysteme spezialisierten Unternehmens Transcorgolifter, kam der Kontakt zu MID zustande. „Wir haben die Software namhafter Hersteller verglichen und uns für den Yard Manager entschieden“, sagt Engel. Die Zusammenarbeit mit MID habe sich als äußerst produktiv erwiesen. Der Yard Manager ermöglicht eine umfassende Übersicht über alle Prozesse auf dem Gelände der BSH in Nauen und stellt damit eine deutliche Verbesserung gegenüber den bisherigen Abläufen dar. „Wir haben jetzt einen hundertprozentigen Überblick“, lobt Maja Seeger, verantwortlich für Containerterminal und Wareneingang.

Zunächst wurde der Yard Manager für das Containerterminal implementiert, danach sukzessive auf alle Geschäftsbereiche mit jeweils unterschiedlichen Anforderungen ausgerollt. Die digitale Erfassung aller Prozesse hat schnell dazu geführt, dass es keine Fehlgestellungen oder Verzögerungen im Betriebsablauf mehr gibt. Jeder weiß genau, wann, was zu tun ist. Dank der Echtzeitdaten, die das System liefert, kann die BSH die Verfügbarkeit der Transportressourcen optimal nutzen, Leerfahrten fallen praktisch keine mehr an. Viele Abteilungen greifen auf den gleichen Pool an Fahrzeugen oder Leerequipment zu und haben einen klaren Überblick, was verfügbar oder reserviert ist.

Nutzen und Erfolge

Der Yard Manager hat auch dazu beigetragen, die Sicherheit auf dem BSH-Gelände zu erhöhen. „Wir wissen genau, wann welches Fahrzeug einfährt, wohin es muss und was es geladen hat. Das gibt uns eine viel bessere Kontrolle über den gesamten Hofbetrieb“, sagt Engel. Sicherheitsrelevante Prozesse, wie die Fahrerregistrierung und die Einhaltung von Zeitfenstern für die Abfertigung, wurden durch die Software deutlich verbessert. „Nachdem die Fahrer ihre Ladung aufgenommen haben, müssen sie das Gelände innerhalb eines bestimmten Zeitfensters verlassen. Auch das erhöht Sicherheit und Effizienz“, ergänzt Seeger.

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