Incoterms jetzt leichter anzuwenden

Nach zehn Jahren haben die von der Internationalen Handelskammer (ICC) herausgegebenen Lieferbedingungen eine Neufassung erfahren. Die Incoterms 2020 sind jetzt besser verständlich und dadurch einfacher anzuwenden. Für Warenausgang und -annahme ist die Frage des Risikoübergangs wichtig.
Bild: ©Matthias Preisinger/pixelio.de

Aus den Incoterms 2010 wurden die Incoterms 2020. Die international anwendbaren Handelsbedingungen werden seit 1936 im Zehnjahresrhythmus überarbeitet und basieren auf Grundsätzen, die eine Kommission im Namen von 200 Staaten aushandelt und festlegt. Im weltweiten Warenverkehr kann auf die Klauseln zurückgegriffen und damit Rechtssicherheit und Akzeptanz bei den Vertragspartnern erzielt werden. Um Sprachbarrieren zu überbrücken, operieren die Incoterms mit Kürzeln, die jeweils aus drei Großbuchstaben bestehen und weltweit im gleichen Sinne ausgelegt und verstanden werden. Allerdings ersetzen die Klauseln nie den Kaufvertrag an sich, sondern ergänzen ihn nur.

Bild: Anja Falkenstein

Einfacheres Handling Die neue Version von 2020 ist durch eine umfangreiche Einführung sowie erläuternde Kommentare vor jeder Klausel anwenderfreundlicher geworden. Die Anordnung folgt nun dem chronologischen Ablauf einer Verkaufstransaktion und erleichtert das Verständnis der einzelnen Regeln. Die Neufassung verlagert ausdrücklich die Verantwortung für sicherheitsrelevante Anforderungen und Nebenkosten auf den Verkäufer. Zudem ist jetzt berücksichtigt, dass die Ware mit eigenen Transportmitteln befördert werden kann, ohne die Beauftragung Dritter. Feinheiten beim Risikoübergang Nur elf Klauseln insgesamt sind nötig, um den Gefahrenübergang, die Kostenaufteilung für Fracht und Zoll sowie Transport- und Versicherungsfragen zu regeln. Für die Logistik sind insbesondere die D-Klauseln (d für delivery; Lieferung) von Interesse. Am auffälligsten: Das bekannte DAT (delivered at terminal) wurde gestrichen. An seine Stelle tritt DAP (delivered at place). Der enge Begriff ‚terminal‘ wird durch den neuen Ausdruck ‚place‘ weiter gefasst, inhaltlich bleibt es aber dabei: Die Ware muss an dem von den Vertragsparteien gewählten Bestimmungsort entladebereit zur Verfügung stehen. Ab diesem Moment geht das Risiko für den zufälligen Untergang der Ware auf den Empfänger/Käufer über.

Anders verhält es sich bei dem neuen DPU (delivered at place, unloaded): Hier hat der Verkäufer/Frachtführer auch für das Entladen zu sorgen, für den Käufer/Warenempfänger ist es inkludiert. Der Gefahrenübergang tritt erst mit abgeschlossener Entladung ein, bis dahin hat der Verkäufer auch die Obliegenheit zur Transportversicherung. Aus Sicht des Verkäufers/Verladers ist das Verwenden dieser DPU-Klausel dann ungünstig, wenn er den Transport durch einen Dritten durchführen lässt, denn es führt im Verhältnis zum Frachtführer zu Mehrkosten für die zusätzliche Entladetätigkeit.

Anja Falkenstein ist als Rechtsanwältin in Karlsruhe tätig und schreibt zu Themen an der Schnittstelle Logistik/Recht.

Das könnte Sie auch Interessieren

Anzeige

Anzeige

Bild: SpanSet GmbH & Co. KG
Bild: SpanSet GmbH & Co. KG
Was heißt: 
„In Anlehnung an die Norm“?

Was heißt: „In Anlehnung an die Norm“?

Dürfen Produkte, die das GS-Prüfzeichen und gleichzeitig den Zusatz „in Anlehnung an die Norm“ tragen, verwendet werden, als seien sie nachweislich sichere Produkte beziehungsweise Arbeitsmittel? Die Antwort lautet: Ja! Doch der Hinweis „in Anlehnung“ sorgt für Unbehagen. Es ist Zeit, über die Hintergründe zu informieren, die heutige Norm zu interpretieren und sie bei nächster Gelegenheit anzupassen. Es geht um die EN 12195-2.

Bild: VETTER Industrie GmbH
Bild: VETTER Industrie GmbH
Gabelzinken-Hersteller 
mit Tradition

Gabelzinken-Hersteller mit Tradition

Vetter ist heute einer der führenden Hersteller von Gabelzinken in Europa. An Produktionsstandorten in Deutschland und den USA wird das wohl umfangreichste Gabelzinken-Produktprogramm für die Flurförderzeugindustrie gefertigt. Mit Einführung der SmartFork – der intelligenten Gabelzinke mit integrierter Kamera- und Sensortechnik – ist Vetter Schrittmacher für mehr Sicherheit beim Staplereinsatz und einer erfolgreichen Logistik 4.0.

Bild: Körber AG
Bild: Körber AG
Warehouse der Zukunft

Warehouse der Zukunft

Körber unterstützt mit seinem Geschäftsfeld Supply Chain den Sportfachhändler Intersport beim Neubau und der Erweiterung des Zentrallagers in Heilbronn. Von der Planungsphase bis zur Finalisierung zeichnet Körber sich verantwortlich für die praktische Umsetzung eines vollautomatisierten Lagers, das nicht nur technologisch State of the Art ist, sondern auch den wachsenden Bedarf an intelligenter Lagerkapazität in den kommenden Jahren abdecken kann.

Bild: Schulte-Henke GmbH
Bild: Schulte-Henke GmbH
Sicherer Transport von 
Elektro- und Konsumgütern

Sicherer Transport von Elektro- und Konsumgütern

Fernseher, Kühlschränke und Waschmaschinen haben eine Gemeinsamkeit. Sie alle werden mit Hilfe von Karton- und Geräteklammern mittels Gabelstapler schnell und sicher transportiert. Da Stabau seine Kunden in schnellwachsenden Branchen wie der Konsumgüter- und Elektronikindustrie bestmöglich unterstützen möchte, bietet das Unternehmen zahlreiche Varianten des Anbaugeräts und individuelle Sonderlösungen an.

Anzeige

Anzeige

Anzeige