Die von 47 Prozent aller Befragten genannten Bestandsabweichungen lassen aufhorchen, schaden sie doch der Kundenbeziehung. Ein möglicher Grund für das vermehrte Auftreten: Drittlogistikpartner (3PL), die Bestände verwalten und Aufträge ausführen, ohne auf integrierte Systeme zu setzen – zu Lasten von Datentransparenz und umfassender Kommunikation. Auch ungenaue Bestandsdaten, die Marktplatzanbieter Einzelhändlern oder Herstellern durchgeben, kommen als Erklärung in Frage. Fehlerhafte Echtzeitdaten bieten jedoch keine Grundlage für ein zuverlässiges Auftragsmanagement.
Unternehmen, die diese Fallstricke umgehen wollen, sollten eine Integration ihrer Auftragsprozesse mit dem ERP-System oder dem internen Geschäftssystem priorisieren. Eine ERP-Integration kann auftragsrelevante Prozesse straffen: Die Verbindung von E-Commerce-Plattformen (z.B. Shopify, Magento) mit dem ERP-System beispielsweise ermöglicht es, Aufträge lückenlos zu verfolgen und die Kommunikation mit den Käufern zu verbessern.
Drei Ansätze für ein strategisches Vorgehen
Um den zahlreichen Herausforderungen im Supply Chain Management wirksam zu begegnen, gibt es gewiss unterschiedliche Ansatzpunkte. Dabei sind Unternehmen im Vorteil, die evidenzbasiert handeln. Im Einklang mit den Studienergebnissen lassen sich drei Handlungsfelder ableiten, die ein strategisches Vorgehen hinsichtlich Transparenz, Verzögerungen und Auftragsmanagement ermöglichen:
1. Engagement für die digitale Transformation: Der Einsatz neuer Technologien kann die Datenanalyse verbessern und Kundenerlebnisse personalisieren – für mehr Vertrauen und Loyalität. Durch die End-to-End-Integration und Automatisierung von Lieferkettenprozessen – nicht nur intern, sondern auch mit 3PLs, wichtigen Lieferanten und anderen Partnern – können Supply Chain Manager langfristige Erfolge erzielen.
2. Optimiertes Bestandsmanagement: Genaue Bestandsdaten sind entscheidend für die Kundenzufriedenheit. Investitionen in ERP-Integration und/oder fortschrittliche Auftragsmanagementlösungen können dabei helfen, genaue Echtzeit-Bestandsdaten bereitzustellen, um ein reibungsloses Kauferlebnis zu gewährleisten.
3. Kostensteuerung: Die globale Inflation treibt die Kosten für Herstellung und Versand in die Höhe. Anstatt die Preise im Einklang mit den Kosten zu erhöhen, sollten Unternehmen niedrigere Betriebskosten bei gleichzeitig hoher Effizienz anstreben, um wettbewerbsfähig zu bleiben.

















