Intralogistik neu erfinden

Automatisierung umfassend gedacht setzt Vernetzung voraus – nicht nur zwischen den einzelnen Komponenten. Denn damit etwas wirklich Bahnbrechendes entsteht muss bereits die Entwicklung aufeinander abgestimmt sein. Nur so ist das Endprodukt am Ende mehr als die Summe seiner Teile. Zu diesem Zweck haben sich die Firmen Ecosphere Automation, EffiMat, MIR (Mobile industrial Robots), Piab, Robominds, ROEQ, Sick und Universal Robots (UR) zusammengeschlossen, um ein neues umfassendes Konzept für die Produktionsbestückung zu entwickeln: SINA.

Bild: ©SINA-Partnerunternehmen

Automatisierung der Intralogistik

Die Produktion komplexer Produkte erfordert eine Vielzahl einzelner Komponenten, die kontinuierlich in der richtigen Menge an der Werkbank – egal ob voll automatisiert oder manuell betrieben – zur Verfügung stehen müssen. Dabei sind Lagerflächen häufig nur begrenzt vorhanden und Mitarbeiter werden eigentlich in anderen Bereichen benötigt.

Dafür haben acht innovative Unternehmen ihre Kraft, Kreativität und Leidenschaft vereint, um die Automatisierung der Intralogistik zu verändern. Sie haben eine einzigartige, intelligente und vollständige Lösung geschaffen, die das Konzept intralogistischer Workflows nicht nur ändert, sondern darüber hinaus verbessert.

Die Lösung: SINA – „Smarte Kommissionierlösungen für die INtralogistik Automatisierung“ – eine Lösung, die die Intralogistik und das Materialhandling vom Wareneingang bis zum fertig angelieferten Bausatz an den einzelnen Produktionslinien/Arbeitszellen JIT (just in time) automatisiert. SINA ist vielseitig einsetzbar – als vollautomatisiertes System vom Lagerlifter bis zur Werkbank.

Der Aufbau

Dazu wird das zentrale automatisierte Puffersystem EffiMat mit zwei URlOe-Cobot-Armen für das Kitting ausgestattet, die eine hohe Kommissioniergeschwindigkeit gewährleisten und es ermöglichen, jede Produktionstaktzeit einzuhalten. Der Piab Mini Cobot Gripper (MCG) mit MX-Saugnapf sorgt in Kombination mit dem Kl-basierten Robobrain.Vision-System für branchenführende Pick- und Trefferquoten sowie Betriebszeit. Die fertigen Kits können im EffiMat gepuffert werden, bis sie an den Produktionslinien benötigt werden. Bei Bedarf wird die fertig bestückte Kiste automatisch abgerufen, während gleichzeitig mit der Kommissionierung der nächsten Kits durch den URlOe begonnen wird. Die Entnahme auf der Rückseite der EffiMat zu den Autonomous Mobile Robots (AMR) von MiR – bei der SINA Lösung handelt es sich um den Modelltyp MiR250 mit einem TR 125 Top Roller von ROEQ – sorgt für höchste Liefergeschwindigkeit ohne manuelles Arbeiten.

Die Sicherheit der gesamten Lösung wird auf höchstem Niveau durch den SICK sBot NanoScan 3 erzielt, der eine flexible und sichere Umgebung rund um die SINA-Lösung gewährleistet. Ecosphere ist es als Integrator gelungen, die fortschrittliche SINA-Lösung mit der kürzesten Vorlaufzeit der Branche zu verbinden.

Gesamtkonzept der Hersteller bietet Kunden viele Vorteile

Zwar hat es in der Vergangenheit verschiedene Systeme gegeben, die von Systemintegratoren zusammengestellt wurden, die Kooperation der Hersteller in dieser Form ist jedoch einmalig. Auf diese Weise können Schnittstellen verbessert und die Produkte optimal aufeinander abgestimmt werden. Erstmalig wird ein Gesamtkonzept dargestellt und damit aufgezeigt, was in der Intralogistik möglich ist. Damit wollen die Kooperationspartner der Intralogistik-Branche Mut machen und zeigen, was in Hinblick auf Automatisierung darstellbar ist und was die Produkte, der jeweils Beteiligten, leisten können.

Für den Kunden hat ein solches System viele Vorteile. Das Wichtigste ist, dass alle Komponenten des Systems exakt aufeinander abgestimmt sind. Es stellt eine vollautomatische Materialhandhabung für die Kommissionierung sicher und bietet gleichzeitig eine große Flexibilität für die zu kommissionierenden Produkte durch die Verwendung von Kl-basierter Bildaufnahme. Es macht manuelle Zusammenstellung und Warentransport zwischen verschiedenen Prozessstationen überflüssig. Gleichzeitig wird die Fehlerrate effektiv auf null reduziert und ein vollständiges Tracking und Tracing ermöglicht. Durch den Einsatz des automatisierten Puffersystems können bis zu 75 Prozent des Platzbedarfs eingespart werden, wodurch kritische Stellfläche für andere Tätigkeiten freigegeben wird. Bis zu 250 Kartons können pro Stunde ausgegeben werden. Mit seiner 24/7-Laufzeit kann die Warenzusammenstellung rund um die Uhr erfolgen, was besonders im Dreischichtbetrieb oder der automatisierten Fertigung durch Arbeitszeiterhöhung interessant ist.

Unterschiedliche Varianten möglich

Durch die Anordnung mit einer mobilen Packstation vorne und einem Förderband hinten, hat der Anwender die Möglichkeit, die Kisten, in die die Produkte sortiert werden sollen, auf zwei Weisen bereitzustellen.

Manuelles Handling : Bei einem Aufbau, bei dem die Kisten manuell an der Packstation angeordnet und später ebenso händisch auf die AMR von MIR gesetzt werden, sorgt das Sicherheitssystem sBOT NanoScan3 von SICK dafür, dass die Geschwindigkeit des Cobot verringert wird, je näher der/die Mitarbeiterin dem Gerät kommt und stoppt in dem Moment, in dem die Kisten aufgestellt oder weggenommen werden gänzlich. Das sBOT NanoScan3 Sicherheitssystem ist der weltweit erste Laserscanner für Schutzanwendungen, der mithilfe einer URCap Software vollständig in die Bedienoberfläche des Cobots integriert werden kann. Dank intelligenter Funktionen können Sicherheitszonen einfach konfiguriert werden.

Automatisiertes Handling: Bei vollautomatisiertem Handling kommissionieren die UR-lOe Cobots den Inhalt in die Kisten im Turm und schieben die fertigen Kisten nach hinten durch auf ein Förderband. Die UR-lOe Cobots sind besonders flexible, kollaborierende Industrieroboter mit einer hohen Traglast von bis zu 12,5kg und einer enormen Reichweite von bis zu 1.300mm. Dank vielfältiger Aufstellungsvarianten eigenen sie sich ideal für die die Maschinenbedienung und Palettierung von Waren.

Von dem Förderband werden die Kisten mit dem Rollenförderer TR 125 Manual 250 automatisch auf den AMR von MIR geschoben. Der Rollenförderer kann über sein WLAN unabhängiges optisches Messsystem die Ladestation erkennen und präzise ansteuern. Über Positionssensoren wird sichergestellt, dass der Rollenförderer keine Kiste verpasst bzw. diese nur auf den mobilen Roboter auffahren, wenn dieser richtig vor der stationären Förderanlage positioniert ist. Ladungssensoren vorne und hinten stellen sicher, dass die Packstücke sicher aufliegen. Schutzleisten verhindern das Einklemmen der Finger während des Betriebs.

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