Bevor der Kran den Grundablass öffnen kann, wird ein Tauchroboter auf die entsprechende Tiefe gebracht, um den Kranhaken an der Öse des Schotts einzuhängen. Der Grundablass ist, wie der Name schon vermuten lässt, die tiefste Wasserentnahmeeinrichtung in einer Talsperre. Deshalb kommt es beim Kran auf die Hubhöhe und aufgrund der Wasserlast auch auf die Tragfähigkeit an. Es gibt zwei entsprechende Schächte in der Rappbode-Talsperre, wobei zunächst nur einer mit einem neuen Kran von Stahl Cranesystems modernisiert wurde.

Modernisierung durch Austausch eines über 65 Jahre alten Kransystems

Die Entleerung der Talsperre geht nicht besonders schnell vonstatten, manchmal werden Wochen oder sogar Monate dafür benötigt. Deshalb erfolgt die Nutzung des Krans zur Öffnung des Schotts im Jahresverlauf nur gelegentlich – wenn es aber zur Anwendung kommt, muss sichergestellt sein, dass die Funktion des Krans gewährleistet ist. Der alte Kran, der im Jahr 1960 montiert wurde, war mit einer Seillänge von 96m und einer Tragfähigkeit von 16t zwar ausreichend dimensioniert, aber aufgrund des jahrzehntelangen Betriebs zunehmend wartungsbedürftig. Deshalb stand im Jahr 2024 eine umfassende Modernisierung an.

Die Seilerei Voigt Seil- und Hebetechnik in Bad Düben ist ein Spezialist für Draht- und Faserseile sowie für alle Lösungen rund um die Seil- und Anschlagtechnik. Durch die vielen Einsatzmöglichkeiten von Produkten der Seil- und Hebetechnik gehören fast alle Bereiche der Wirtschaft zu den Kunden, darunter auch der TSB. Voigt sieht sich insbesondere dem Umweltschutz und der Nachhaltigkeit verpflichtet. Bereits in der Vergangenheit hat die Seilerei den Kunden TSB servicetechnisch betreut. Aus diesem Grund wurde auch das Modernisierungsprojekt an diesen Spezialisten für die Seil- und Hebetechnik übertragen.

Wartungsaufwand senken und Betriebssicherheit erhöhen

Bei dem Projekt war entscheidend, die bisherige Tragfähigkeit von 16t mit einer erhöhten Hubhöhe von 100m sicherzustellen, da die ursprünglichen 96m nicht mehr ausreichten. Der Kran aus den 60er Jahren hatte vor allem Nachteile bei den Kran- und Katzfahrantrieben, die noch mit veralteten und störenden Haspelketten (Kettenantrieb) ausgestattet waren. Die Neuinstallation der Krananlage beinhaltete auch den Austausch dieser manuellen Antriebe durch moderne elektrische Fahrantriebe. Die neue Lösung überzeugt durch höhere Effizienz, Zuverlässigkeit und Fahrgeschwindigkeiten sowie minimalen Wartungsaufwand, verbesserten Komfort und maximale Anwendersicherheit.

Aufgrund baulicher Herausforderungen musste die Seilerei Voigt eine Lösung finden, die durch eine enge Luke und in kleine Räume passt. Der mögliche Abstand zwischen Kranbahn und Deckenunterkante war sehr klein, weshalb eine Sonderanfertigung notwendig wurde, die am besten mit dem Crane Kit von Stahl Cranesystems konzipiert werden konnte. Damit lassen sich solche Projekte mit überschaubarem Aufwand wirtschaftlich planen und schnell ausführen. Ein weiterer Vorteil liegt in ihrer Flexibilität, mit der sich die jeweilige Lösung an spezifische Anforderungen anpassen lässt. Stahl Cranesystems produziert alle Komponenten seiner Crane Kits im Werk in Künzelsau.

Zwillingshubwerk mit Besonderheiten

Bei der Anwendung in der Rappbode-Talsperre kommt nun ein Zweiträgerbrückenkran mit Wartungsbühne zum Einsatz. Das Hebezeug stammt aus dem Stahl Seilzugprogramm AS 7. Anwender schätzen das modulare System aufgrund seiner praxiserprobten und wartungsarmen Komponenten.

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