
Alle Zellen der Compact Line basieren auf kartesischen Servo-Achssystemen und Standardkomponenten der Ro-Ber-Portalrobotertechnik, was Langlebigkeit und langfristige Ersatzteilversorgung sicherstellt. Die Steuerung erfolgt über das Beckhoff MX-System mit IPC, vollständig in den Zellenkorpus integriert, ab Werk UL-ready und schaltschranklos. Diese Bauweise spart Stellfläche, vereinfacht die Installation durch den Wegfall aufwendiger Verkabelungen und ermöglicht eine schnelle Plug&Play-Inbetriebnahme. Gleichzeitig wird die Integration in bestehende Materialflüsse erleichtert und die IPC-basierte Steuerung erlaubt die Ankopplung an Materialflussrechner (MFR) oder Warehouse-Management-Systeme (WMS) unterschiedlicher Anbieter.
Alle Kompaktzellen von Ro-Ber Industrieroboter haben gemeinsam, dass Sie als schlüsselfertige Einheiten geliefert werden. Die gesamte Inbetriebnahme erfolgt bereits vor Auslieferung im Herstellerwerk. Die Kompaktzellen können in der Regel bereits am Tag nach der Anlieferung in Betrieb gehen.

Drei Lösungen für
unterschiedliche Aufgaben
Piece-Picking-Zelle: Die Zelle ermöglicht die vollautomatische Einzelstückkommissionierung für unterschiedlichste Warensortimente. Pick&Place mit KI-gestützter Objekterkennung und patentierter Greifpunktbestimmung sorgt für hohe Pick-Performance und Qualität, auch im stark regulierten Pharmabereich. Je nach Größe, Gewicht und Ablagemethode können bis zu 1.200 Einzelstücke pro Stunde kommissioniert werden. Die Zelle überdeckt zwei Quell- und drei Zielplätze und ist je nach Aufgabenstellung mit 2D- oder 3D-Vision ausgestattet.
Be- und Entladezelle für Bodenroller: In vielen Produktionsbetrieben ist das Kleinteilelager noch immer durch manuelle Transport- und Übergabeprozesse geprägt. Dies führt zu hohem Personalaufwand, ergonomischen Belastungen und ungleichmäßigen Prozessabläufen. Bei einem Kunden von Ro-Ber Industrieroboter, einem Komponentenhersteller aus dem Bereich Fluidtechnik, wurden bislang verschiedene Kleinladungsträger direkt an den Bearbeitungsmaschinen befüllt und auf Bodenrollern gestapelt. Diese Bodenroller wurden an ein fahrerloses Transportsystem (FTS) übergeben, das sie zu einer vorgelagerten Pufferzone im Supermarktbereich eines automatischen Kleinteilelagers (AKL) transportierte. Die Entladung und Einlagerung der KLT wurde bisher manuell durchgeführt. Ergonomisch ungünstige Hebe-, Bück- und Drehbewegungen führten zu einer hohen körperlichen Belastung der Mitarbeitenden. Bei hohem Anlieferaufkommen entstanden zudem Rückstaus und Wartezeiten, die den Gesamtablauf beeinträchtigten. In der Intralogistik ist die Maximierung der Lagerkapazität entscheidend. ‣ weiterlesen
Mehr Platz für die Ware: Baumer präsentiert kleinsten ToF-Sensor
Mit der von Ro-Ber entwickelten Kompaktzelle zur automatisierten Entladung von Bodenrollern steht dem Kunden nun eine kompakte und flexibel integrierbare Lösung bereit, die diesen Herausforderungen wirksam begegnet. Die auf Bodenrollern gestapelten KTL werden durch das FTS automatisch an die Zelle übergeben und über eine Sicherheitsschleuse inklusive Bodenroller eingezogen. Innerhalb der Zelle erfolgt das automatische Entstapeln der KTL sowie deren Übergabe an die nachgelagerte Fördertechnik zur direkten Einlagerung in das AKL. Ein integrierter Pufferplatz gewährleistet eine kontinuierliche Abarbeitung und entkoppelt den Materialfluss von variierenden Taktzeiten der Produktionslinien. Leere Bodenroller werden gesammelt, durch den Kombigreifer der Zelle gestapelt und zur manuellen oder vollautomatischen Ausschleusung mittels FTS bereitgestellt. Durch die Just-in-Time-Abarbeitung stabilisiert die automatisierte Schnittstelle zwischen Produktion und AKL den Materialfluss und erhöht zugleich die Prozess- und Versorgungssicherheit.
Die Zelle verarbeitet KLTs in den Größen von 300x400x70mm bis 600x400x320mm mit einem Handhabungsgewicht von bis zu 50kg. Die maximale Stapelhöhe inklusive Bodenroller (400x600x160mm) beträgt 1.350mm. Die KLT werden mit rund 400 Zyklen pro Stunde gehandhabt. Im Doppelgriff sind somit bis zu 800 KLT pro Stunde möglich. Schiebetüren aus Sicherheitsglas gewährleisten optimale Zugänglichkeit bei minimalem Platzbedarf, ergänzt durch eine integrierte FTS-Sicherheitsschleuse. Die Umkehrung des Prozessablaufs ist ebenso möglich, sodass die Zelle auch für die automatische Beladung von Bodenrollern eingesetzt werden kann.
Kompaktpalettierer: Mit dem Kompaktpalettierer der Compact-Line schließt Ro-Ber Industrieroboter die Lücke zwischen Cobots und herkömmlichen Industrierobotern.
Cobots lassen sich sehr platzsparend integrieren, sind jedoch deutlich limitiert hinsichtlich Handhabungsgewicht und Greifertechnik und eignen sich daher nur eingeschränkt für Packstücke, die schwer sind oder besondere Anforderungen an das Greifen stellen. Knickarmroboter benötigen in der Regel mindestens 20 Prozent mehr Fläche als Portalroboter, da bei der Anordnung der Paletten im Arbeitsraum stets die Erreichbarkeit zu berücksichtigen ist. Dies kann die Integration in bestehenden Produktionsumgebungen erschweren insbesondere, wenn sicherheitstechnische Aspekte berücksichtigt werden müssen, z.B. wenn dauerhafte Arbeitsplätze in unmittelbarer Nähe des Robotergefahrenbereichs liegen. Darüber hinaus lassen sich nachträgliche Erweiterungen bei bestehenden Lösungen nur schwer umsetzen. Zusätzliche Palettierplätze erfordern in der Regel den Einsatz weiterer Roboter oder zusätzlicher Achsen. Baumer präsentiert den ersten Ultraschallsensor in Kompaktgröße, der die Marke von 3 Metern Reichweite knackt. ‣ weiterlesen
Sensor mit 3 Metern Reichweite
Der Kompaktpalettierer von Ro-Ber hingegen zeichnet sich durch seinen modularen Aufbau aus, der eine flexible Anpassung an unterschiedliche Anforderungen ermöglicht. Das Konzept besteht aus einem Kopfteil, das die Steuerung enthält, sowie vorgefertigten Erweiterungsmodulen aus stabilem Stahl-Schweißgestell, mit denen sich der Arbeitsraum stufenlos von drei bis auf zehn Palettenstellplätze erweitern lässt. Die Anlage ermöglicht eine beidseitige Produktzuführung. Zusatzfunktionen wie Zwischenlagen- und Palettenhandling lassen sich ebenfalls integrieren. Der Palettentransport kann sowohl manuell als auch über klassische Palettenfördertechnik oder vollautonom durch die Anbindung an AGV/AMR oder Fast Bots erfolgen.
Das Grundmodul verfügt über einen Arbeitsraum von 4.190×1.350×2.030mm für drei Palettenstellplätze mit einer Stapelhöhe von 2.000mm. Handhabungsgewichte bis 100kg erlauben die Verarbeitung schwerer und großvolumiger Gebinde wie Kartons, Trays, Kleinladungsträger oder Säcke, und mit einer Leistung von rund 400 Zyklen pro Stunde wird ein hoher prozesssicherer Durchsatz bei minimalem Platzbedarf erreicht.
Je nach Einsatzfall, insbesondere bei der Handhabung schwerer Gebinde, kann sich die Investition bereits nach etwa 1,5 Jahren amortisieren. Zudem trägt die ergonomische Entlastung der Mitarbeitenden zu einem zusätzlichen wirtschaftlichen Nutzen bei.
Die Bedienung erfolgt über ein Touchpanel mit optional integrierbarem Packplangenerator. Bereichsabsicherung über Flächenscanner oder Lichtschutzgitter sorgt für Sicherheit bei gleichzeitig guter Zugänglichkeit.

Kompaktpalettierer KP100 mit drei Palettenstellplätzen. – Bild: Ro-Ber Industrieroboter GmbH 
Kompaktpalettierer Eweiterungsmodule. – Bild: Ro-Ber Industrieroboter GmbH
Fazit
Mit der Compact Line präsentiert Ro-Ber Industrieroboter eine zukunftssichere Produktfamilie für Anwendungen von der Einzelstückkommissionierung über das Bodenroller-Handling bis hin zur Palettierung. Dank platzoptimierter Bauweise, Plug&Play-Integration und standardisierten Portalroboter-Komponenten lässt sich die Lösung schnell in bestehende Materialflüsse einbinden. Sie bietet langfristige Investitionssicherheit, wirtschaftliche Vorteile durch geringe Investitionskosten und kurze Amortisationszeiten sowie eine nachhaltige Nutzung dank hoher Lebensdauer. So eröffnet die Compact Line neue Möglichkeiten, Automatisierung auch unter beengten Raumverhältnissen effizient umzusetzen.





