Plattform für integrierte Gesamtlösungen

Ein AutoStore lässt sich nahtlos in bestehende Lager- und IT-Architekturen einbinden.
Ein AutoStore lässt sich nahtlos in bestehende Lager- und IT-Architekturen einbinden.Bild: ©Gerd Knehr/Dematic

Das Thema Lagerautomatisierung beschäftigt aktuell viele Unternehmen – ob im Rahmen einer Neuanlagenplanung zur Ablösung manueller Prozesse oder um eine bestehende Anlage zu ergänzen oder zu ersetzen. „Bei der Auswahl der passenden Technologie sollten nicht nur die üblichen Faktoren wie Artikelgröße, Auftragsstrukturen oder die benötigte Leistung geprüft werden, sondern auch die Möglichkeiten der Integration in bestehende Strukturen. Dazu gehört sowohl die Anbindung der Technologie in die bestehende IT-Landschaft als auch die Implementierung in das bestehende Intralogistik-Gesamtsystem. Kurz gesagt, die Lösung muss zum Prozess passen“, betont Peter Bimmermann, Managing Director bei AutoStore System Deutschland und Director Business Development DACH & CEE. Mit AutoStore können Unternehmen in die Automation einsteigen und das System immer wieder auf neue Anforderungen hinsichtlich der benötigten Leistung, Lagerkapazität oder weiterer Prozessautomatisierung im Lager sowie der Arbeitsplätze anpassen. Das System bildet die perfekte Basis, um weitere vor- und nachgelagerte Prozesse in der Intralogistik und im Fulfillment-Prozess zu automatisieren.

In der zweigeschossigen AutoStore-Anlage von Erima lagern über 3,5 Millionen Artikel, die an den Carousel-Ports kommissioniert und per Fördertechnik automatisch abtransportiert werden.
In der zweigeschossigen AutoStore-Anlage von Erima lagern über 3,5 Millionen Artikel, die an den Carousel-Ports kommissioniert und per Fördertechnik automatisch abtransportiert werden.Bild: AM Logistic Solutions

Der Weg zur integrierten Gesamtlösung

Wer sich für ein AutoStore als Kleinteilelager und Fulfillment-System entscheidet, hat die Freiheit, das System nahtlos in seine Materialflüsse und Prozesse einzubinden, z.B. an neue oder bestehende Förderstrecken, mobile Transportroboter wie AMR, automatische Pickroboter, Wendelförderer oder Aufzüge. Mit seinem Business Development Team und der Abteilung System Design bietet AutoStore Unternehmen, die sich mit der Anschaffung eines AutoStore Systems beschäftigen, die Möglichkeit, das System vorab speziell nach ihren individuellen Anforderungen zu designen und ein erstes Angebot zu erstellen.

„Mit Hilfe unserer maßgeschneiderten Simulationssoftware können wir jedem Kunden das passende System nach seinen Bedürfnissen vorab genau planen und zeigen. Dabei lassen sich dank der Flexibilität des modularen Systems problemlos Gebäudestützen, Fahrwege oder andere am Boden benötigte Flächen aussparen oder das ganze System auf einer Bühne platzieren“, erklärt Jakob Josten, Business Development Manager Industrial & Manufacturing bei AutoStore. Im Rahmen einer unabhängigen Beratung können Unternehmen im Vorfeld anhand von konkreten Kundendaten bereits die benötigte Systemgröße und -ausgestaltung, Anzahl der Roboter, physische und IT-Schnittstellen und die Lieferzeit bestimmen lassen. Mit dem Integrator können weitere Optimierungen bestehender Strategien und Prozesse, Fahrwege und ergänzende Technologien wie Fördertechnik, Pickroboter oder Verpackungstechnik geplant und integriert werden. Dazu kooperieren einige Integrationspartner mit Roboter- und IT-Spezialisten oder haben ihr Portfolio selbst vergrößert. Einige Anlagen werden auch individuell mit Planern konfiguriert und mit anderen Gewerken von verschiedenen Anbietern zu einer Lösung zusammengestellt.

Im Logistikzentrum der schwedischen Online-Apotheke Apotea werden bis zu 50.000 Bestellungen durchgängig automatisiert kommissioniert, automatisch verpackt und versendet.
Im Logistikzentrum der schwedischen Online-Apotheke Apotea werden bis zu 50.000 Bestellungen durchgängig automatisiert kommissioniert, automatisch verpackt und versendet.Bild: Element Logic

Fördertechnikanbindung mit Transferzelle

Am häufigsten wird AutoStore mit Fördertechnik kombiniert. Über die Transferzelle übernehmen/-geben AutoStore-Roboter die Bins direkt an die Fördertechnik. So können Transporte zu anderen Bereichen ermöglicht, Arbeitsplätze individuell gestaltetet, flexibel positioniert und an weitere Funktionsbereiche angebunden werden. Zudem ermöglicht die Transferzelle die Anbindung von Geschossen und Bühnen und vieles mehr.

Um hohe Hallen möglichst effizient zu nutzen oder das System intelligent in den Materialfluss einzubinden, kann AutoStore auch auf Bühnen übereinander installiert werden. Den Transport zwischen den Ebenen übernehmen in diesem Fall BinLifts. Auf diese Weise hat AM Logistic Solutions für den Sportartikel-Hersteller Erima die kompakte Lagerung von fast 150.000 Behältern mit einer hohen Kommissionierleistung realisiert. Insgesamt lagern in den doppelstöckig angeordneten Lagerblöcken rund 3,5 Millionen Artikel. Das Einlagern und Kommissionieren in bzw. aus beiden Systemen findet an Carousel-Ports statt, die über Fördertechnik mit weiteren Lagerbereichen, darunter einem Gebhardt-Shuttle als Sequenzierpuffer, vor der Packerei verbunden sind.

Ludwig Meister, Lieferant für Antriebstechnik, Werkzeugtechnik und Fluidtechnik, hat sein AutoStore zuletzt von 40.000 auf 60.000 Bins erweitert, zusätzliche Roboter sowie fünf neue Ports für den Wareneingang und die Kommissionierung installiert. Um die Kommissionierung der Bestellungen ergonomischer zu gestalten und die Mitarbeiternden von einigen Verpackungs- und Versandtätigkeiten zu entlasten, hat das Unternehmen insgesamt 200m Fördertechnik vom Wareneingang bis zur neuen automatischen Verpackungsstraße ergänzt. Die Einlagerung der Bins von der Fördertechnik ins AutoStore wird ebenfalls über eine Transferzelle realisiert. Für die Kommissionierung werden die nun maschinell aufgestellten Kartons vom Kartonagenaufrichter über die Fördertechnik ergonomisch an den Port gefahren, hier mit den benötigten Artikeln aus dem AutoStore befüllt und anschließend zum automatischen Kartonverschließmaschine befördert, der jedes Paket nach Füllhöhe volumenoptimiert verschließt und etikettiert.

„Ludwig Meister hat ein voll integriertes Logistiksystem mit hohem Automatisierungsgrad und ergonomischen Arbeitsplätzen inkl. Pick-by-Light-System auf seiner vorhandenen Fläche realisiert. Dabei sind die Behälter je nach Bedarf unterteilt und werden von den Mitarbeitenden am Port stetig aufgefüllt beziehungsweise verdichtet, um einen hohen Behälterfüllgrad beizubehalten“, erklärt Jakob Josten.

Auch Hängeförderanlagen oder fahrerlose Transportsysteme (FTS) und autonome Transportroboter lassen sich mit AutoStore kombinieren. Letztere nutzt das E-Commerce Unternehmen Sport Okay in seinem erweiterten Logistikzentrum in Innsbruck. Hörmann Logistik hat hier zusammen mit dem FTS-Hersteller Safelog eine integrierte Transportlösung entwickelt, um die Aufträge am Port zu konsolidieren. Dazu werden alle Artikel, die z.B. aufgrund der Größe nicht im AutoStore lagern, per FTS aus dem im Untergeschoss liegenden Regallager an den Port geliefert. Der österreichische Sportartikelhändler konnte durch die Umstellung der Kommissionierung auf Ware-zur-Person die Laufleistung pro Mitarbeitendem und Schicht um über 80 Prozent reduzieren.

Der neue FusionPort mit zwei Entnahmeöffnungen kann auch mit einem Pick-Roboter bedient und in einen zweistufigen Kommissionierprozess kombiniert werden.
Der neue FusionPort mit zwei Entnahmeöffnungen kann auch mit einem Pick-Roboter bedient und in einen zweistufigen Kommissionierprozess kombiniert werden.Bild: AutoStore System GmbH

Automatisches Order-Picking

Ein weiterer Schritt sind vollautomatische Kommissionierstationen. Bisher ist ihr Anteil am Gesamtmarkt noch gering, der Trend nimmt jedoch zu, insbesondere bei Logistikzentren, die im Mehrschicht-Betrieb arbeiten und mit Personalmangel zu kämpfen haben.

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