Optimierte Pick- und Inventurprozesse

Bild: Onk GmbH

Um die Lagerung und Auslieferung von mehr als 100.000 Möbeln und Wohnaccessoires effizienter zu organisieren, hat die home24 eLogistics ihr Lager in Walsrode reorganisiert. Dort werden nun die Prozesse aus dem Logistikzentrum in Halle gespiegelt. An beiden Standorten kommen Kennzeichnungslösungen von Onk zum Einsatz – rund 85.000 Stellplatzetiketten. Das Besondere: Alle Stellplätze sind doppelt ausgewiesen – mit mehrfarbigen Man-down-Etiketten sowie in Farb- und Barcode identischen Einzelplatzetiketten. Das optimiert nicht nur die Pick-, sondern auch die Inventurprozesse.

Standardisierung der Prozesse

Die home24 eLogistics unterhält drei Logistikzentren für das gleichnamige Online-Möbelunternehmen, das zu den führenden in Kontinentaleuropa zählt und mehr als 100.000 Artikel im Angebot hat. Mit rund 70.000m² ist das 2019 in Betrieb genommene Versandzentrum in Halle das größte. Das 60.000m² große Lager im niedersächsischen Walsrode wurde bereits 2015 eröffnet. Beide Lager wurden nun umorganisiert, um die Prozesse zu standardisieren. „Walsrode hatte bisher ein anderes Lagerverwaltungssystem als Halle und die verwendeten Barcodes hatten noch nicht die Lagerkoordinaten verschlüsselt“, erläutert Jens Kraska, Gesamtprojektmanager für die Errichtung des Logistikzentrums in Halle und Teilprojektleiter in Walsrode. „Beide Lager haben dasselbe Setup mit Einzelplatzetiketten, die uns immens unterstützen, weil sie nicht nur die Pickprozesse, sondern auch die Inventur beschleunigen.“

Flexibel beim Belegen der Regalfächer

Die Basis der Kennzeichnung bilden rund 3.400 farbige Man-down-Etiketten. Angebracht sind sie jeweils an der linken Stütze der Traversen in Sichthöhe, ein Richtungspfeil nach rechts weist dem Kommissionier das dazugehörige Regalfach. Auf den Etiketten sind übereinander bis zu 15 Barcodes angeordnet – für alle fünf Ebenen und jeweils drei Stellplätze pro Fach. Den Ebenen sind neben individuellen Bar- auch spezifische Farbcodes als Hintergrundfarbe zugewiesen, z.B. Gelb für 01, Blau für 02 etc. Dadurch können die Staplerfahrer im ersten Schritt auf den schnellen Blick die richtige Ebene zuordnen. Unterhalb der Barcodes ist jeweils die Lagerkoordinate in Klarschrift gedruckt. „Die neunstellige Klarkoordinate ’spricht‘ mit dem Staplerfahrer. Daraus kann er die Unit, Regalreihe, -ebene sowie das Feld ablesen“, so Kraska. Da jedes Regalfach Platz für drei Ladungsträger bietet, weist zusätzlich ein Balken den tatsächlichen Stellplatz aus. Er steht entweder links, in der Mitte oder rechts. „Der mittlere Platz ist derzeit nicht belegt“, sagt Kraska. „Das gibt uns Flexibilität, da wir kleine und große Möbel-Corletten verwenden und die Lager chaotisch verwalten.“ Der Staplerfahrer scannt den Barcode am mehrfarbigen Man-down-Etikett und lagert das Material am eigentlichen Lagerplatz ein bzw. aus.

Zusätzliches Einzeletikett für Inventuren

An jedem Lagerplatz ist dann zusätzlich ein in Barcode und Farbe dem Mehrebenen-Etikett entsprechendes Einzeletikett angebracht – in Walsrode insgesamt rund 44.000. Die einzelnen Stellplätze in der untersten Regalebene sind mit selbstklebenden Bodenmarkierungen aus PVC-Hartfolie gekennzeichnet. Sie sind in Gelb gehalten, dem Farbcode für Ebene 01 und mit dem jeweiligen Barcode und der klarschriftlichen Koordinate bedruckt. „Die Bodenmarkierungen sind stark haftend, um der Beanspruchung unserer Flurförderfahrzeuge standzuhalten“, erklärt Kraska. „Eine permanente Bodenmarkierungsfarbe wäre zwar robuster, aber darauf ließen sich die Barcodes nicht so gut darstellen“. Ab Ebene zwei sind die Stellplätze mit Etiketten aus PP-Folie gekennzeichnet. Das Set aus mehrfarbigen Man-down- sowie Einzelplatzetiketten hat gleich zwei Vorteile: Sollte mit der Zeit ein Barcode auf einem der beiden Etiketten nicht mehr lesbar sein, dient das zweite zur Sicherheit. Zudem fungiert das Einzelplatzetikett als Inventuretikett. Es kann unabhängig vom Mehrebenen-Etikett eingescannt werden, ohne dass Ware ausgelagert werden muss.

„Um diese für uns geeignetsten Lösungen zu finden, hatte Onk im Vorfeld der Kennzeichnung gemeinsam mit uns die Stellplatzetiketten auf Basis unserer Bedürfnisse entwickelt und Muster zum Testen geschickt“, sagt Kraska. Im Anschluss daran hat das Montageteam von Onk die mehreren zehntausend Etiketten angebracht.

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