
Herzstück des Exotec-Systems sind die autonomen Skypod-Lagerroboter. Nach dem Ware-zur-Person-Prinzip befördern sie bis zu 30kg schwere Behälter durch die Gänge – hin zur Kommissionierstation und wieder zurück. Regalbediengeräte benötigt ein Skypod-Lagerroboter nicht. Er klettert aus eigener Kraft am Regal bis zu zwölf Meter nach oben, um dort die KLT zu entnehmen beziehungsweise wieder abzustellen.
Die Logistiker der US-Fashion-Marke Ariat ließen sich von diesem Produktkonzept überzeugen, als sie die letzte Stufe ihrer Lagerautomation am Standort Fort Worth, Texas, angingen. Das Lager ist knapp 100.000m2 groß.

Typisch Fashion: Peaks und saisonale Schwankungen
„Die Einführung des Exotec-Systems war der letzte Schritt zur vollständigen Automatisierung unseres Lagers“, sagt Matt Hardenberg, Vice President of Distribution. „Wir wussten, dass wir eine Lösung benötigten, die speziell auf die Bekleidungsindustrie zugeschnitten ist.“ Ariat wurde 1993 gegründet. Anfangs machte sich das innovative Unternehmen einen Namen als Schuh- und Stiefelhersteller für den Reitsport. Nach und nach kamen weitere Schwerpunkte hinzu, vor allem Reit- und Outdoor-Mode, Accessoires und Arbeitskleidung. Seine breite Produktpalette vertreibt Ariat online und an 6.500 Einzelhandelsstandorten in den USA, Mexiko, Japan und Europa.
Wenn es eine Branche gibt, die weiß, wie man sich auf Peaks und saisonale Schwankungen einstellt, dann ist das die Fashion-Branche. Einerseits geht dort ohnehin das ganze Jahr über die Post ab. Andererseits stürmen neue Modehypes geradezu aus dem Nichts auf den Markt und wollen dann in einer atemberaubenden Geschwindigkeit bedient werden. Einzelhandel und E-Commerce tun gut daran, dieses Verlangen sofort zu befriedigen. Und sofort heißt sofort! Denn die Objekte der Begierde ändern sich rasch. Aber der Heißhunger bleibt. Das MOVEsystem von IEF-Werner transportiert Bauteile und Produkte zuverlässig, modular und kosteneffizient – ob auf Werkstückträgern, direkt auf Riemen oder in Paletten. Anwender profitieren von maximaler Flexibilität. ‣ weiterlesen
MOVEsystem bewegt mehr:
Roboter schaffen 14,4 Stundenkilometer
Da kommt das Tempo, mit dem die autonomen Roboter durch die Gänge fahren, gerade recht. „Die Roboter bewegen sich mit einer erstaunlichen Geschwindigkeit, wenn sie die Waren zu den Mitarbeitern an den Kommissionierstationen liefern“, schwärmt Hardenberg. Die Rede ist von vier Metern pro Sekunde, das sind 14,4 Stundenkilometer. Dafür muss sich ein Jogger ganz schön ins Zeug legen. Noch imposanter wird die Sache, wenn man bedenkt, dass die Lagerroboter echte Dauerläufer sind und bei diesem Tempo für den Marathon weniger als drei Stunden bräuchten. Und das mehrmals am Tag!
Mit ihrer Fitness passen die Roboter hervorragend zu der Ariat-Grundhaltung, die besagt: Die Ware muss so schnell wie möglich zu den Kunden. Bei der Lagerkonzeption war gefordert, ein erweitertes B2B-Angebot zu etablieren und gleichzeitig die Auftragsannahmezeiten für Zustellung am nächsten Tag nach hinten zu verschieben. Die Implementierung der Anlage vor wenigen Jahren dauerte trotz der Beeinträchtigung durch Corona gerade mal elf Monate, der Zeitplan wurde exakt eingehalten.

Roboter-Park in wenigen Minuten aufgestockt
Matt Hardenberg erinnert sich an das Briefing, das er und seine Kollegen den Firmen Exotec und dem Systemintegrator AHS ins Pflichtenheft diktiert hatten: „Wir brauchen ein System, dass sich schnell erweitern lässt.“ Was es konkret bedeutet, ein Exotec-System zu skalieren, hat Ariat im Sommer 2022 erlebt. Die bis dahin eingesetzten 57 Kommissionierroboter reichten nicht mehr aus, um die Nachfrage nach möglichst schneller Modelieferung zu erfüllen. Also aufstocken. Es wurde beschlossen, die flinke Truppe um 29 Exemplare zu vergrößern. Die Implementierung dauerte nur wenige Minuten. Heute ziehen 86 Skypods ihre Runden durch das Lager und bedienen die neun Kommissionierstationen mit Behältern aus dem Hochregal. Von den blauen KLT hat Ariat mittlerweile 72.000 Stück im Einsatz. Beruhigend für die weitere Zukunftsplanung: „In unserem Lager haben wir ausreichend Platz, dem Skypod-System zusätzliche Kommissionierstationen hinzuzufügen“, sagt Josiah Girton, Senior Manager Building Operations bei Ariat.
Blick durch die „Fachkräftemangel-Brille“
Man kann die Einführung des Exotec-Systems unter dem Aspekt Effizienz analysieren und festhalten, dass die Skypod-Roboter jetzt stündlich bis zu 2.000 Behälter mit Modeartikeln zu den Kommissionierstationen befördern. Das ist die eine Perspektive. Zusätzlich betrachtet Hardenberg das Ganze durch die „Fachkräftemangel-Brille“ und erkennt einen anderen, genauso wertvollen Aspekt: „80 Prozent unserer Mitarbeiterressourcen, die wir bislang für Kommissionieraufgaben genutzt haben, setzen wir nun anders ein“, rechnet er vor. Prinzipiell sind der Phantasie von Personalplanern keine Grenzen gesteckt. Wer sich nicht mit dem Transport von Lagerbehältern herumschlägt, der kann produktivere Jobs übernehmen und beispielsweise bei der Warenannahme für den schnellen Materialfluss sorgen oder Aufgaben in der Administration erledigen. Die meisten Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen betrachten solche Wechsel als Wertschätzung.
80 Prozent unserer Mitarbeiter -ressourcen, die wir bislang für Kommissionieraufgaben genutzt haben, setzen wir nun anders ein.
Wer die Höhe ausnutzt, muss nicht in die Breite expandieren
Kommen wir noch einmal zurück auf die Kletterfunktion der Skypod-Roboter, die auf Führungsschienen bis zu zwölf Meter nach oben kraxeln. In Zeiten, da jeder bebaute und versiegelte Quadratmeter eine ökologische Frage aufwirft, werden Logistikobjekte immer auch unter dem Aspekt der nachhaltigen Flächennutzung bewertet. Wer die Höhe ausnutzt, muss nicht aufwendig in die Breite bauen und der Natur ihr Hoheitsgebiet abtrotzen. Und noch etwas: „Man kann deutlich schneller expandieren, wenn man für die Regale den Raum vom Boden bis zur Decke ausnutzt“, sagt Girton.
Doch Robotik hin, Effizienz her. „Für Implementierungsprojekte mit solchen Dimensionen benötigt man einen Partner, der nicht nur Verträge formuliert und Versprechungen macht“, weiß Josiah Girton. Sein Kollege Hardenberg ergänzt: „Exotec überzeugt durch den Vor-Ort-Support und sichert so, dass der Betrieb immer reibungslos funktioniert, damit wir die Erwartungen unserer Kunden nicht nur erfüllen – sondern übertreffen.“
















