„Das System weiß nun, aha, Waschmittel, eine schöne Verpackung, quadratisch praktisch gut und gut zu kommissionieren“, scherzt Schweizer. Das Waschmittel geht zum OPM, wird aber vorher in einem der drei Hochregallager (HRL) zwischengelagert. „Vorzugsweise in ein HRL, welches sich in der Nähe des OPM’s befindet. Dann wird es dort eingelagert und sobald der Bestand im Kommissionierlager kleiner als ein Tag ist, wird die Palette automatisch ausgelagert, vereinzelt und gelangt dann zu den 12 COM-Maschinen, die das Produkt mit weiteren Artikeln aus einem Kundenauftrag filialgerecht auf Paletten oder Rollcontainer schlichten. Anschließend erfolgt die Auslieferung mit dem LKW oder per Bahn-Transport.“ Und der Homeshopping-Kunde? „Sofern der Artikel behälterfähig ist, erfolgt die Kommissionierung im AIO-System.“ Hier sind die Arbeitsplätze teilautomatisiert, die Ware wird dem Mitarbeiter direkt angedient. Der Mitarbeiter pickt für die Online-Bestellung zum Waschmittel beispielsweise noch einen Lippenstift aus dem Quellbehälter, der dann wieder zurück ins Lager fährt. „Ist der Artikel nicht behälterfähig erfolgt die Kommissionierung für die Online-Bestellung im CPS-System. Hier kommen wir später noch dazu.“
Schweizer verdeutlicht: „Das OPM ist eine vollautomatisierte Case-Kommissionierung. Die einzigen Mitarbeiter in diesem Bereich sind die, die die Folie an der Palette entfernen. Alle weiteren Prozesse im Materialfluss laufen komplett mechanisiert ab. Bei uns im System haben wir circa 5.000 Artikel im OPM. Und jetzt zum Piece-Picking-System All-in-One Order Fulfillment (AIO): Dort wird sowohl für das Filial-Geschäft als auch für das Online-Geschäft kommissioniert. Die Artikel im AIO sind kleinvolumig und werden in einem Behälter-AKL gelagert. Und wir haben die C-Artikel im AIO. Ein Beispiel: Ein rosa Lippenstift, den man vielleicht zu Fasching mal benötigt. Der Output aus dem AIO und aus dem OPM ist über den Tag ungefähr gleich. Der große Unterschied ist, im AIO haben wir nicht 5.000 Artikel, sondern 40.000 verschiedene Artikel.“
Komplett systemgesteuertes Datenmanagement
Wichtig: Es existiert eine getrennte Bestandshaltung im OPM und im AIO, aber zwischen einer Bestandshaltung für das Filial-Geschäft und das Online-Geschäft wird datentechnisch nicht differenziert. Ein Artikel ist entweder im OPM oder im AIO. Das kann sich über das Jahr aber schnell ändern. Dann kann eine Lippenstift-Packung mit großer Nachfrage ins OPM wandern. Und auch eine angebrochene Trading-Unit wie aus dem Beispiel von Schweizer kann auf eine Filialpalette zurückwandern – automatisch. Das Datenmanagement scheint gigantisch. „Ja, aber zum Glück müssen wir da gar nicht viel machen, weil das Witron-System das Datenmanagement komplett für uns übernimmt. Es weiß immer, welche Artikel angebrochen sind und welche nicht und die, die schon zu lange angebrochen sind und im Online-Kanal keinen Abverkauf haben, werden Richtung Filiale rauskommissioniert.“ Das MOVEsystem von IEF-Werner transportiert Bauteile und Produkte zuverlässig, modular und kosteneffizient – ob auf Werkstückträgern, direkt auf Riemen oder in Paletten. Anwender profitieren von maximaler Flexibilität. ‣ weiterlesen
MOVEsystem bewegt mehr:
Das Waschmittel ist kommissioniert, die Lippenstifte auch. Und wie verfährt die MVB mit den Rasenmähern, Sonnenschirmen, elektrischen Haushaltsgeräten, Möbeln oder Waschmittel in nicht behälterfähigen Größen? In den Gesamtprozess integriert ist ebenso das Car-Picking-System, in welchem mit Pick-by-Voice-Unterstützung wegeoptimiert schwere und sperrige Teile kommissioniert und bei Bedarf mit Artikeln aus dem OPM oder AIO konsolidiert werden. Sowohl für das Filial- als auch das Online-Geschäft. „Alle Prozesse sind miteinander vernetzt“, freut sich Schweizer.
Erfolgreiche Umsetzung: Hohe Flexibilität ist matchentscheidend
Für Alexander Schweizer und seine Kollegen ist die Kombination von OPM und AIO das Herz ihrer neuen Anlage und sie sind sich sicher, dass sie sowohl für ein wechselndes Sortiment als auch für mehr Nachfrage aus den Online-Kanälen gewappnet sind. „Die Anlage läuft erfolgreich. Wir haben eine sehr hohe Prozess-Flexibilität erreicht, können schnell reagieren und unsere Logistik an immer neue Herausforderungen anpassen. Und genau das ist matchentscheidend! Die Verschmelzung von stationärem Geschäft und Online-Geschäft nimmt permanent zu. Sortimente verändern sich immer schneller. Weichnachts-Aktionen und „Black Fridays“ liegen von der Pickleistung teilweise über der 10-fachen Menge eines normalen Wochentages, vor allem bei den Homeshopping-Aufträgen. Aber mit dem Witron-System beherrschen wir diese Herausforderung.“ Darüber hinaus zeigen sich noch weitere Vorteile. „Wir konnten unsere Logistikkosten senken, sind des Weiteren auch bei den Transportkosten deutlich kosteneffizienter unterwegs und bezüglich der Paletten-Gestaltung können wir individuell auf die Wünsche unserer Filialen eingehen – bzw. gute Kompromisse finden hinsichtlich der Wünsche des Vertriebs und der Logistik. Ebenso hat sich mit der neuen Lösung die Ergonomie für unsere Mitarbeiter verbessert. Heben, tragen und umständliche Laufwege entfallen fast komplett- im Logistikzentrum und in der Filiale.“
Neue Tiefkühl-Logistik als Brownfield-Lösung
Fast hätte er es vergessen. „Wir müssen noch zur Tiefkühllogistik rüber“, macht uns Schweizer aufmerksam. Witron hat dort das Kommissionier-System eines Wettbewerbers abgelöst und sein OPM-System in das bestehende Gebäude integriert. Der Wareneingang und Warenausgang sowie das Paletten-Hochregallager aus der Vorgänger-Lösung wurden beibehalten. Jetzt arbeiten dort 10 COM-Maschinen bei minus 25°C. „Aktuell versorgen wir aus der Anlage gut 1.400 Filialen aus einem Sortiment von 2.200 Artikeln und kommissionieren an einem Spitzentag bis zu 100.000 Handelseinheiten auf Paletten und Rollcontainer. Wir können auch noch erweitern, denn das Aufschalten weiterer COM-Maschinen wurde von Witron bereits in der Planung berücksichtigt“, lacht Schweizer. Wer einmal Champions League spielt, will die Liga unbedingt halten.
















