Eine rundum saubere Handhabungs-Lösung

Demag 1 Krane Hebezeuge dhf 05 06 2025
Zwei Krane und vier Hubwerke arbeiten gemeinsam im Tandembetrieb. – Bild: Demag Cranes AG

Hoch leistungsfähig, automatisiert und komfortabel über eine ergonomische Mensch-Maschine-Schnittstelle zu bedienen: Das sind Eigenschaften, die jede Verpackungsmaschine aus dem großen Produktprogramm von Gerhard Schubert mitbringt. Und es ist aus Sicht von Schubert nur logisch, dass die Arbeitsplätze und -stationen in der eigenen Produktion nach denselben Grundsätzen gestaltet sind.

Deshalb wandte sich Schubert bei der Planung eines neuen Fertigungsbereichs an Liebl Kranbau – und das nicht zum ersten Mal. Die Aufgabe war zweigeteilt und lautete: Handhabung von Rahmen und Gestellen der Maschinenmodule und, in einem benachbarten Montagebereich, das Handling von Komponenten, die in diese Module eingebaut werden.

DHR-Seilzüge: Neueste Krantechnik für die Gestell-Montage

Für das Handhaben von Rahmen und Gestellen projektierten die Kranexperten von Liebl ein Kran-Duo, das neueste Demag Hebetechnik nutzt. Die beiden Krane mit einer Spannweite von rund acht Metern verfahren auf einer gemeinsamen, 25m langen aufgeständerten Kranbahn und sind mit jeweils zwei Demag Seilzügen DHR ausgerüstet, die bis zu 2,5t schwere Lasten heben.

Damit ist Schubert einer der ersten Anwender dieser neuen Seilzugbaureihe, die sich u.a. durch eine kompakte Bauweise bei geringem Eigengewicht auszeichnet. Der zweistufige Hubmotor ermöglicht schnelles Heben und Senken der Last sowie präzises Positionieren. Der (optionale und von Schubert gewählte) CANBus-Kommunikationsstandard erlaubt die selbstständige Überwachung sicherheitsrelevanter Parameter. Christoph Liebl, Techn. Leiter von Liebl Kranbau: „Das ist eine wichtige Option, denn unser Kunde legt größten Wert auf Arbeitssicherheit – im gesamten Betrieb“. Und ebenso auf Ergonomie und Bedienerfreundlichkeit, kann man hinzufügen: Die beiden Krane lassen sich per Funkfernsteuerung komfortabel bedienen.

Präzise Fahreigenschaften der Krananlagen dank der bewährten Demag Antriebstechnik.
Präzise Fahreigenschaften der Krananlagen dank der bewährten Demag Antriebstechnik.Bild: Demag Cranes AG

Saubere Sache: Synthetischer Seilwerkstoff

Ebenso gehört Schubert zu den ersten Anwendern von Demag-Seilzügen mit Dyneema-Seilen, die bei den DHR-Seilzügen als Option angeboten werden. Das synthetische Seilmaterial ist hochfest und zugleich rund 85 Prozent leichter als ein vergleichbares Stahlseil. Zugleich entsteht sehr viel weniger Verschleiß an den Seiltrommeln und Umlenkrollen, und es ist kein Schmieren des Seiles nötig. Das erhöht die Lebensdauer der seilführenden Komponenten und verringert den Serviceaufwand. Diese Faktoren sind – ohne Zweifel – sehr vorteilhaft. Was für Schubert aber letztlich ausschlaggebend für den Einsatz von Dyneema-Seilen war, ist ein weiterer Aspekt: Eben wegen des verminderten Verschleißes und Abriebs und des Verzichts auf Schmierung, eignet sich dieser Seilwerkstoff bestens für Krane, die in einem Umfeld mit hohen Anforderungen an die Sauberkeit arbeiten. Eben das ist bei Schubert der Fall. Christoph Liebl: „Die Maschinen arbeiten in sauberer, oft auch in hygienesensiblen Anwendungen, beim Verpacken von Lebensmitteln und Pharmazeutika. Deshalb werden sie auch in einer sauberen Umgebung montiert – von Anfang an.“

Vorrang für die Sicherheit

Die Kranexperten von Liebl wählte die DHR-Seilzüge eben wegen dieser Eigenschaften der Dyneema-Seile, des präzisen Positionierens und der umfangreichen Sicherheitsausstattung – und weil Schubert immer aufgeschlossen ist für die Nutzung von Innovationen der Kran- und Handhabungstechnik. Christoph Liebl: „Wir haben seit vielen Jahren schon diverse Krananlagen für Schubert projektiert – immer mit der neuesten Generation von Hebezeugen.“

Die beiden Krane werden per Optosensorik ‚auf Abstand gehalten‘, eine automatische Katz- und Kranfahrendabschaltung an den Bahnenden ist für Schubert – Stichwort Sicherheit – selbstverständlich.

Liebl Kranbau setzt auf ästhetische und innovative Optionen für Schubert.
Liebl Kranbau setzt auf ästhetische und innovative Optionen für Schubert.Bild: Demag Cranes AG

Tandem- und Quadro-Hub

Im Normalbetrieb steuert der Bediener eine der beiden Kranbrücken mit einem der beiden Hubwerke. Bei Bedarf kann er die Betriebsart Tandem anwählen und dann beide Hubwerke synchron steuern. Damit aber nicht genug. Christoph Liebl: „Alternativ kann der Bediener auch die zweite Krananlage auf einen Funksender übernehmen. Dann steuert er alle vier Hubwerke zusammen im Quadro-Betrieb. Das geschieht häufig, weil die großvolumigen, rechteckigen Rahmenkonstruktionen, die hier entstehen, damit in Waage und damit gesichert gehandhabt werden können.“

Die Konfiguration der Brückenkrane wurde auf Basis von Demag Crane Sets realisiert, die als montagefreundliche Komplettausstattung mit allem (Montage-)Zubehör geliefert werden. Für genug Power beim Antrieb der Krane entschieden sich die Liebl-Experten für Demag Radblöcke der Bau-reihe DRS-M mit dem passenden Demag Getriebemotor. Katz- und Kranfahrantriebe sind dank Demag Frequenzumrichter stufenlos regelbar.

Arbeitsplatzkrane: KBK mit langlebigen Kettenzügen

Bei der Ausstattung der Montage-Arbeitsplätze der benachbarten Montage von Aggregaten mit Handhabungssystemen, hat sich Schubert – gemeinsam mit Liebl – für eine hochwertige und bewährte Demag-Lösung entschieden: das Leichtkransystem Demag KBK. Die Arbeitsplätze wer-den von vier KBK-Anlagen mit je zwei Kranbrücken überspannt. Insgesamt acht Demag E-Kettenzüge vom Typ DC-II mit einer Tragkraft von je 500kg übernehmen den vertikalen Transport. Die zweite Generation der seit Jahrzehnten bewährten Kettenzugbaureihe DC ist neu im Demag Hebezeugportfolio. Zu ihren Kennzeichen gehört ein umfangreiches Sicherheitspaket mit automatisch einfallender Rutschkupplung und 24V-Schützsteuerung. Außerdem wurde im Vergleich zur Vorgängerbaureihe die Einstufung der Triebwerksgruppen erhöht – das gewährleistet eine verlängerte Lebensdauer bei geringen Anforderungen an den Service. Und die verstellbare Steuerleitung passt zum Anspruch von Schubert, den Bedienern ein Maximum an Ergonomie und Bedienkomfort am Arbeitsplatz zu bieten. Zudem bietet die serienmäßige Ausstattung mit Sieben-Segment-Anzeige hohe Anlagentransparenz als Status- und Fehleranzeige. Und das dank zusätzlicher Lupenfunktion – auch aus größerer Entfernung – gut sichtbar.

Beim KBK-System hat Schubert zusätzliche Optionen gewählt, die ebenfalls ein Plus in Bezug auf Sicherheit und Bedienkomfort bieten. An den installierten KBK-Systemen wird die Energie nicht per Schleppleitungen, sondern durch innenliegende Schleifleitungen übertragen. Das verringert das Risiko einer Kollision mit der Schleppleitung am Arbeitsplatz.

Innovationen, die sich in der Praxis bewähren

Alles in allem haben Liebl und Schubert innovative Lösungen ausgewählt, die Maßstäbe in Sachen Bedienerfreundlichkeit und Arbeitssicherheit setzen. Auch die Sauberkeit wurde adressiert. Der neue Fertigungsbereich bewährt sich täglich und erfüllt alle Anforderungen von Schubert – und auch die Mitarbeiter sind rundum zufrieden.