
Es herrscht geschäftiges Treiben im Heineken-Logistikzentrum. Auf einer Fläche von 32.000m² werden täglich tausende Paletten mit Premium-Bieren umgeschlagen. Mit einer Jahreskapazität von bis zu 150.000 Paletten sichert der Standort die Versorgung des süd- und ostdeutschen Markts. Mit der Eröffnung dieses hochmodernen Zentrallagers hat Heineken Deutschland einen entscheidenden Schritt zur Optimierung seiner Lieferkette gemacht. Betrieben wird es von Sirl Interaktive Logistik aus Unterschleißheim.
Die Abläufe im Heineken-Zentrallager
Bis zu 3.500 Paletten werden an Spitzentagen bewegt. Die Anlieferung erfolgt überwiegend per LKW. Die konsequente Entladung per Heck ermöglicht eine schnelle und geradlinige Andienung an die Rampe die Nutzung leichteren Equipments.
Sobald die Ware entladen ist, beginnt der entscheidende Prozess der Vereinnahmung. Jede Palette wird digital erfasst, sichtgeprüft und dem Lagerverwaltungssystem zugeführt, das wiederum mit dem Heineken-Zentralsystem verbunden ist. So entsteht eine lückenlose Transparenz über alle Artikel im Lager. Die Einlagerung erfolgt in zwei verschiedenen Lagerbereichen: Ein Großteil der Ware geht ins Blocklager – ideal für Schnellläufer und hohe Umschlagsgeschwindigkeiten. Artikel mit spezifischen Lageranforderungen oder geringerer Rotation finden Platz im Hochregallager mit rund 4.000 Stellplätzen. Die Kommissionierung erfolgt sowohl auf Vollpalettenbasis als auch auf Artikelebene. Die Kundenaufträge werden im Lagerverwaltungssystem verarbeitet, die jeweiligen Artikel aus dem Block- oder Hochregallager entnommen und für den Versand bereitgestellt. Im Warenausgang werden die Lieferungen verladefertig aufbereitet und auf LKW verladen.
Still Flurförderzeuge steigern Leistung und Sicherheit
Zur Bewältigung der komplexen logistischen Aufgaben setzt Sirl auf Flurförderzeuge von Still. „Unsere Wahl fiel ganz bewusst auf Elektrostapler mit Lithium-Ionen-Technologie. Sie sind wartungsarm, energieeffizient und lassen sich flexibel zwischenladen“, betont Konrad Götz, Leiter Lagerlogistik und Produktion bei Sirl. In Kombination mit einer geplanten PV-Anlage zur Eigenstromnutzung entsteht so ein nachhaltiger Betrieb, der ganz ohne fossile Energieträger auskommt. Neu angeschafft wurden insgesamt fünf 3,5t-Elektrogabelstapler RX 60-35 in spezieller Getränkeausführung, sieben EXH-SF Niederhubwagen mit Fahrerstandplattform, zwei 6t-Elektrogabelstapler RX 60-60 sowie zwei MX-X-Schmalgangstapler für die Regalbedienung. Alle Fahrzeuge wurden mit Hochleistungs-Lithium-Ionen-Batterien ausgestattet, die eine Spannung von 80V und eine Nennkapazität von 1.258Ah bei einer Ladezeit von rund 3,2 Stunden bieten. Das MOVEsystem von IEF-Werner transportiert Bauteile und Produkte zuverlässig, modular und kosteneffizient – ob auf Werkstückträgern, direkt auf Riemen oder in Paletten. Anwender profitieren von maximaler Flexibilität. ‣ weiterlesen
MOVEsystem bewegt mehr:
Die Fahrzeuge wurden von Still in enger Zusammenarbeit mit dem Kunden Sirl spezifisch angepasst: Neben der klassischen Getränkeausführung der RX-Serie erhielten die Stapler individuelle Optionen wie die Sicherheitsbeleuchtung Still Safety Light 4Plus, Mehrpalettenklammern sowie das FTC Protection System von Heineken zur Personen- und Bereichsabsicherung. Ergänzend kommt eine funkbasierte Zonenerkennung zum Einsatz, das insbesondere in stark frequentierten Zonen die Geschwindigkeit der Fahrzeuge automatisch reguliert.
Bereits vor Projektbeginn setzte Sirl am Standort andere Still Geräte ein, darunter Elektrostapler RX 60-30 in Getränkeausführung, Schubmaststapler vom Typ FM-X 14 sowie Regalsysteme und Niederhubwagen mit Li-Ionen-Technologie.
Leistungsstarke Schnellläufer für den Wareneingang
Im Wareneingang kommen sieben Still EXH-SF Niederhubwagen mit unterschiedlichen Gabellängen zum Einsatz, die Paletten auch tief im LKW aufnehmen können. Diese Flurförderzeuge sind darauf ausgelegt, LKW in kürzester Zeit zu entladen und die Paletten zügig in verschiedene Lagerbereiche zu verteilen. Dank ihrer hohen Fahrgeschwindigkeit und der faltbaren Fahrerstandplattform können die Schnellläufer flexibel zwischen den Lagerzonen verkehren und dabei selbst schwere Lasten sicher transportieren.
Wir setzen auf eine funkbasierte Kollisionsvermeidung mit Fahrzeug-zu-Fahrzeug- und Fahrzeug-zu-Personen-Kommunikation.
RX 60-35: Das Herzstück der Kommissionierung
Für die Einlagerung und Kommissionierung im Innenbereich sind sechs Elektrostapler Still RX 60-35 in spezieller Getränkeausführung im Einsatz. Ausgestattet mit Mehrpalettenklammern, können sie gleich mehrere Paletten gleichzeitig aufnehmen. Dadurch werden Transportwege minimiert, während die Effizienz in der Kommissionierung signifikant gesteigert wird.
Hoch hinaus mit dem MX-X Schmalgangstapler
Für die Einlagerung von Spezialprodukten im Hochregalbereich werden zwei Still MX-X Schmalgangstapler eingesetzt. Diese Fahrzeuge sind für das Arbeiten in schmalen Gängen konzipiert und ermöglichen durch ihre maximale Hubhöhe von bis zu 18m – bei Sirl wird bis zu einer maximalen Höhe von 10m eingelagert – eine optimale Nutzung der Lagerkapazitäten.
Strenges Sicherheitskonzept
Beim Thema Sicherheit legt Heineken die Messlatte besonders hoch und verlangt strenge Schutzeinrichtungen für seine Mitarbeitenden. Doch auch in diesem Punkt können die Still Assistenzsysteme punkten, wie Konrad Götz bestätigt: „Wir setzen auf eine funkbasierte Kollisionsvermeidung mit Fahrzeug-zu-Fahrzeug- und Fahrzeug-zu-Personen-Kommunikation. Hinzu kommt ein 360°-Kamerasystem an jedem Stapler, das unsere Fahrer bei der Navigation unterstützt. In sensiblen Bereichen regeln wir die Maximalgeschwindigkeit softwareseitig herunter – für maximale Sicherheit bei hohem Umschlag.“
Für Clemens Festner, Regionalverkaufsleiter von Still, ist das Heineken Getränkelager ein ideales Beispiel dafür, wie eine gute Zusammenarbeit der Projektpartner ablaufen sollte: „Wir wurden von Sirl sehr frühzeitig eingebunden und konnten das Fahrzeugkonzept exakt auf die Anforderungen zuschneiden. Gerade bei der Nachrüstung individueller Sicherheits- und Komfortfunktionen ist Flexibilität entscheidend. Wichtig war aber auch, dass wir sehr kurzfristig liefern konnten. In einem so engen Zeitrahmen zählt jede Woche – und wir konnten garantieren, dass alle Geräte pünktlich zum Go-live zur Verfügung stehen.“ Dieses erfolgreich realisierte Projekt unterstreiche eindrucksvoll, wie entscheidend gegenseitiges Vertrauen und abgestimmte Prozesse für eine leistungsfähige Gesamtlösung sind. „Nur wenn Technik, Timing und Teamarbeit zusammenpassen, entsteht am Ende eine so leistungsfähige Lösung.“
















