FTS optimiert Materialflüsse

Drei fahrerlose Transportfahrzeuge automatisieren einen Teilbereich des Materialflusses bei GGP Media.
Drei fahrerlose Transportfahrzeuge automatisieren einen Teilbereich des Materialflusses bei GGP Media. Bild: EK Robotics GmbH

Ursprünglich erfolgten die Transporte zwischen den Druckmaschinen und dem Hochregallager manuell. „Wir hatten zunehmend Schwierigkeiten, qualifizierte Fachkräfte zu finden und mussten nach einer zukunftssicheren Alternative suchen“, berichtet Matthias Stumpf, Leiter Intralogistik bei GGP Media. Neben dem Fachkräftemangel spielten steigende Lohnkosten eine Rolle. Ziel war eine Lösung, die den Materialfluss zuverlässig, sicher und effizient gestaltet – mit geringem Personalaufwand und hoher Prozessstabilität.

Maßgeschneiderte Lösung für den Produktionsalltag

Im Rahmen des Projekts realisierte EK Robotics eine vollständige Intralogistiklösung mit drei Fahrzeugen der modularen Vario Move Baureihe. Die Fahrzeuge sind mit verkürzten Gabelzinken und Gegengewichten ausgestattet und transportieren Fertigwaren auf Europaletten zwischen den Produktions- und Lagerbereichen. Die mobilen Roboter übernehmen ihre Transportaufträge automatisch, navigieren sicher durch enge und teils unübersichtliche Fahrwege und liefern Lasten bis zu 1.000kg an definierten Übergabepunkten ab. Anschließend erfolgt die Weiterverarbeitung über ein manuelles Regalbediengerät.

Simulation als Grundlage für Planung und Auslegung

Vor der Implementierung wurde eine Materialflusssimulation durchgeführt, um die Auslegung des Systems präzise auf die Anforderungen des Standorts abzustimmen. Die Simulation diente zur Ermittlung der optimalen Fahrzeuganzahl, zur Identifikation potenzieller Engpässe und zur Festlegung zusätzlicher Navigationshilfen – etwa Magnetpunkte zur Unterstützung der Lasernavigation. Darüber hinaus half sie, das Zusammenspiel von automatisierten und manuellen Prozessen frühzeitig zu testen und mögliche Störungen zu vermeiden. Derartige Simulationsmodelle sind heute ein wesentlicher Bestandteil moderner Projektplanung und tragen maßgeblich zur Betriebssicherheit bei.

Ergebnisse und Akzeptanz im Betrieb

Seit der Inbetriebnahme arbeitet das System im 24-Stunden-Betrieb. Die Transportprozesse verlaufen stabiler, die Durchlaufzeiten haben sich verkürzt und die Produktionsversorgung ist zuverlässig abgesichert. Das Projekt fand innerhalb der Bertelsmann-Gruppe große Anerkennung. Auch im Team wurde die Automatisierung positiv aufgenommen – sogar von den ehemaligen Staplerfahrern, deren Namen heute die Fahrzeuge tragen: Axel, BeLo und Diethelm. „Das Gerücht, dass Automatisierung zwangsläufig zu Stellenabbau führt, hat sich bei uns nicht bestätigt“, betont Stumpf.

Fazit

Das Beispiel GGP Media zeigt, was fahrerlose Transportsysteme selbst in bestehenden Produktionsumgebungen mit beengten Platzverhältnissen und komplexen Abläufen zu stabilen und effizienten Prozessen beitragen können. Eine sorgfältige Planung, simulationsgestützte Auslegung und eine integrierte Lösung aus einer Hand bilden dabei die Grundlage für nachhaltige Verbesserung im Materialfluss.