

Anforderungen und Herausforderungen
JTI, ein Unternehmen innerhalb des Konzernverbunds der Japan Tobacco International, stellt am Produktionsstandort in Trier Tabakwaren für den deutschen und globalen Markt her. Auf dem umfangreichen Werksgelände sind tägliche Materialtransporte zwischen Produktions- und Lagerhallen erforderlich. Um die Effizienz zu steigern, Unfälle zu reduzieren und die Produktqualität zu sichern, entschied sich JTI im Jahr 2015 für die Implementierung eines Outdoor-FTS. Die komplexen Anforderungen umfassten eine witterungsgeschützte und präzise getaktete Automatisierung der Materialflüsse auf dem Gelände.
„Wir waren auf der Suche nach einem kompetenten Intralogistikpartner, der in der Lage ist, ein Outdoorsystem passgenau auf unsere Bedürfnisse zu entwickeln. Nachdem wir die Referenzanlage bei Gerolsteiner Brunnen besucht haben, war uns klar, dass EK Robotics, als einer der ältesten und erfahrensten FTS-Hersteller, die notwendige Expertise besitzt, um diese Nischenlösung umzusetzen“, erklärt Sven Janser, Process Control Lead bei JTI.

Realisierung und technologische Besonderheiten
Bodenarbeiten und Infrastruktur: Die Realisierung des Outdoor-FTS bei JTI brachte umfangreiche Bodenarbeiten mit sich. Um eine optimale Traktion und definierte Bremswege zu gewährleisten, wurde zunächst der etwa 1.000m lange Fahrkurs aus festem Beton gegossen. Eine zudem integrierte Bodenheizung, die ihre Energie aus der Abwärme der Produktion bezieht, hält den Untergrund von Schnee und Eis frei. Diese Maßnahmen gewährleisten die Zuverlässigkeit und Sicherheit der Transportfahrzeuge auch unter wechselnden Witterungsbedingungen. „Die Realisierung dieser Maßnahmen konnten wir nach gut eineinhalb Jahren abschließen. Sie gewährleisten heute die Sicherheit und Zuverlässigkeit der Transportfahrzeuge auch unter wechselnden Witterungsbedingungen und jahreszeitlichen Temperaturschwankungen von -5°C bis zu +35°C“, erläutert Johannes Permesang, Projektleiter bei JTI. Das MOVEsystem von IEF-Werner transportiert Bauteile und Produkte zuverlässig, modular und kosteneffizient – ob auf Werkstückträgern, direkt auf Riemen oder in Paletten. Anwender profitieren von maximaler Flexibilität. ‣ weiterlesen
MOVEsystem bewegt mehr:
„Die fahrerlosen Transportfahrzeuge benötigen einen festen Untergrundbelag, um eine optimale Bodenhaftung und damit einen definierten Bremsweg sicherzustellen. Jedoch finden wir in den seltensten Fällen eine glatte Betonstraße vor, stattdessen häufig Pflastersteine oder Asphalt“, erklärt Ronald Kretschmer, Chief Sales Officer bei EK Robotics. „Ganz gleich, ob ein FTS Indoor oder Outdoor eingesetzt wird, unsere Transportroboter fahren mit höchster Präzision immer dieselben Routen und Übergabestationen an. Bei einem verformbaren Asphaltuntergrund werden sich, wie im Straßenverkehr, auf Dauer Spurrillen bilden.“
Navigationstechnologien: Die Navigation der Outdoor-Transportroboter erforderte besondere Lösungen. Aufgrund der Distanzen und potenzieller Störungen durch Reflexionen im Freien erwiesen sich traditionelle Lasernavigationssysteme als ungeeignet. Stattdessen wurden bei JTI damals induktive Spurführungen eingesetzt, bei denen sich die Fahrzeuge an einer im Boden verlegten Kontaktschleife orientieren. Für mehr Flexibilität würde heute die RFID-Tag-Navigation zum Einsatz kommen, bei der sich die Fahrzeuge in festen Abständen an den im Boden installierten Tags orientieren.
Transportroboter: Die heute mittlerweile 18 eingesetzten, speziell angefertigten Transportroboter der Baureihe OUT MOVE sind wetterfest und verfügen über kundenspezifische Innenraumkonzepte. Um die Leistungsfähigkeit der Systeme langfristig zu gewährleisten, wurden Modernisierungsmaßnahmen durchgeführt. Unter anderem wurden die bisherigen mechanischen Sicherheitssysteme durch lasergestützte ersetzt, was die Fahrgeschwindigkeit und Transportleistung signifikant erhöhte. Mit elektrisch angetriebenen Rollenförderern können sie bis zu sechs sogenannte C48-Kartons oder vier Bin-Behälter transportieren. Ausgestattet mit modernster Sensorik und Sicherheitsmechanismen, erkennen die Fahrzeuge Hindernisse und gewährleisten innen sowie außen einen sicheren Betrieb im Mischverkehr.

Integration der Indoor-FTS
Neben der Automatisierung der Außenlogistik wurde auch die innerbetriebliche Logistik in den Produktions- und Lagerhallen optimiert. Eine Flotte von inzwischen 27 knallgelben Transportrobotern, ausgestattet mit speziellen Klammern des Anbaugerätespezialisten Kaup, übernimmt den Transport innerhalb der Hallen. Diese Indoor-Transportroboter navigieren über Reflektoren und wechseln innerhalb der Lagergassen zur Magnetpunktnavigation, um die präzise Platzierung und Entnahme der gestapelten Kartons zu gewährleisten. Mit einer Lagerkapazität von 55.000 Stellplätzen für Halbfertigwaren wird ein effizienter Materialfluss sichergestellt.
















