Resilientere Lieferketten durch intelligente Mobile-Device-Strategien

Business Portrait
Stefan Mennecke, VP of Sales, Middle East, Africa & Central, Southern and Eastern Europe bei Soti. – Bild: ©Andreas J. Focke

Die Lieferketten deutscher Unternehmen stehen unter andauerndem Druck. Geopolitische Spannungen, wirtschaftliche Unsicherheit und steigende Kundenerwartungen an schnelle, zuverlässige Lieferungen zwingen Logistikunternehmen zum Umdenken. Während über Nearshoring, Diversifizierung der Lieferantenstruktur und künstliche Intelligenz intensiv diskutiert wird, gerät ein entscheidender Erfolgsfaktor jedoch häufig aus dem Blickfeld: die mobilen Endgeräte in den Händen der Mitarbeiter, die täglich die physische Lieferkette am Laufen halten.

Wenn der Scanner streikt, steht die Supply Chain erst einmal still

Ein Beispiel aus der Praxis verdeutlicht das Problem: Ein LKW mit zeitkritischen Waren trifft am Wareneingang ein, doch der Scanner des zuständigen Lagermitarbeiters funktioniert nicht. Ohne diese Voraussetzung können Waren nicht ordnungsgemäß vereinnahmt werden, nachgelagerte Prozesse verzögern sich und Liefertermine geraten in Gefahr – mit potenziellen Auswirkungen auf die Kundenzufriedenheit, sollte es zu Verzögerungen kommen.

Was wie ein Ausnahmefall klingt, ist in vielen Logistikzentren Alltag. Der Branchenbericht „Digitale Innovationen: Was die Transport- und Logistikbranche jetzt braucht“ von Soti offenbart alarmierende Zahlen: Fast die Hälfte der deutschen Logistikmitarbeiter (49 Prozent) bewertet Geräteausfälle als erheblichen Stressfaktor; in der Folge leisten 39 Prozent Überstunden und 30 Prozent verfehlen ihre Zielvorgaben.

Die Frage liegt nahe: Was nützt die beste Resilienzstrategie, wenn die operative Basis, also die Nutzung mobiler Endgeräte, nicht reibungslos funktioniert? Jeder Scan im Lager, jede Statusmeldung unterwegs, jede digitale Unterschrift hängt an diesen Devices. Ohne sie gibt es weder Echtzeitdaten noch Transparenz – und damit auch keine wirklich resiliente Lieferkette.

Drei Problemfelder, die zusammenwirken

Um die Herausforderungen in der Geräteverwaltung zu verstehen, lohnt sich ein Blick auf die drei zentralen Problemfelder, mit denen IT-Teams täglich konfrontiert sind.

1. Cybersicherheit und Datenschutz

Deutsche Unternehmen sehen sich im Schnitt mehr als 1.200 Cyberangriffen pro Woche ausgesetzt. Besonders gefährdet sind mobile Endgeräte in der Logistik, da sie permanent mit sensiblen Backend-Systemen kommunizieren, häufig in wechselnden Teams genutzt werden und zudem physisch stark beansprucht sind. Jedes zweite Logistikunternehmen hat seine Sicherheitsmaßnahmen bereits verschärft, 70 Prozent betrachten IT-Sicherheit als ein zentrales Problem. Trotzdem bleibt das Gerätemanagement vielerorts ein Flickenteppich aus manuellen Prozessen und unverbundenen Insellösungen.

2. Fachkräftemangel und Überlastung der IT-Teams

Der Fachkräftemangel verschärft die Situation zusätzlich: 86 Prozent der Unternehmen in Deutschland finden keine passenden Bewerber für offene Stellen. In der Logistikbranche sehen laut Bitkom 89 Prozent der Betriebe den Fachkräftemangel als das zentrale Hemmnis für die Digitalisierung. Drei von fünf Unternehmen (62 Prozent) leiden unter einem akuten Mangel an IT-Fachkräften, 87 Prozent bemängeln fehlende Digitalkompetenzen in der Belegschaft.

Die Folge: IT-Teams sind überlastet und reagieren häufig nur noch auf kritische Störungen. Der Soti-Report ‚Mobilität bewegt: Warum Echtzeit-Analysen für die digitale Transformation entscheidend sind‘ zeigt deutlich, dass 53 Prozent der deutschen IT-Teams nicht über die notwendigen Ressourcen verfügen, um Geräteprobleme zeitnah und aus der Ferne zu beheben. Zudem sind mehr als die Hälfte (64 Prozent) der Ansicht, dass ihre Organisation eine bessere Business-Mobility-Intelligence benötigt, um Leistung fundierter messen und eine widerstandsfähige Lieferkette aufrechterhalten zu können.

3. Volatile Märkte und unvorhersehbare Peaks

Hinzu kommt die wachsende Marktvolatilität. Während sich Unternehmen früher auf planbare Hochphasen wie das Weihnachtsgeschäft oder den Black Friday vorbereiten konnten, lösen heute virale Trends, Social-Media-Hypes oder geopolitische Entscheidungen binnen Stunden massive Bestellwellen aus. In solchen Phasen entscheiden Zuverlässigkeit und Verfügbarkeit mobiler Endgeräte über den operativen Erfolg. Smartphones, Scanner, Drucker, Tablets oder mobile Kassensysteme bilden das technologische Rückgrat moderner Verkaufs- und Lieferprozesse – und müssen reibungslos funktionieren.

EMM-Technologie als operatives Herzstück moderner Lieferketten

Das intelligente Management von Geräteflotten ist längst kein Luxus für große Konzerne mehr, sondern eine operative Notwendigkeit für alle Unternehmen, die mit einer Vielzahl mobiler Devices arbeiten. Moderne Enterprise-Mobility-Management-(EMM)-Lösungen wie Soti Mobi Control XS bieten Unternehmen eine einheitliche, vernetzte Umgebung zur Geräteverwaltung und zur Gewinnung operativer Echtzeiteinblicke. Dies mag nach grundlegender IT-Hygiene klingen, wird in der Praxis jedoch nur selten konsequent umgesetzt.

Darüber hinaus ermöglichen ausgereifte Technologien eine präventive Wartung der gesamten Geräteflotte auf Grundlage einer permanenten Zustandsüberwachung. Sie analysieren kontinuierlich den Status jedes einzelnen Geräts in der Flotte, vom Batteriestatus über Speicherkapazitäten bis hin zu Betriebssystemversionen und App-Performance. Auf Grundlage dieser Echtzeitdaten können IT-Teams mögliche Probleme erkennen und beheben, bevor diese überhaupt auftreten.

Besonders wertvoll: Die meisten Probleme lassen sich per Fernzugriff lösen. Statt dass ein IT-Mitarbeiter zum Lager fahren muss, um ein Gerät neu zu konfigurieren oder eine App zu aktualisieren, erfolgt die Wartung remote, oft in wenigen Minuten statt Stunden. Das spart nicht nur Fahrtzeiten und Personalkosten, sondern entlastet auch die ohnehin knappen IT-Ressourcen erheblich. In Zeiten, in denen drei von fünf Logistikunternehmen IT-Fachkräfte fehlen, wird diese Effizienzsteigerung zum entscheidenden Wettbewerbsvorteil. Die Kostenersparnis ist messbar: Ungeplante Geräteausfälle verursachen nicht nur direkte Produktivitätsverluste, sondern auch versteckte Kosten durch Notfall-Hotline-Anrufe, Express-Ersatzteilbeschaffung und frustrierte Mitarbeiter, die auf funktionierende Technik warten. Präventive Wartung durch EMM-Lösungen verwandelt reaktives Krisenmanagement in planbare, effiziente Prozesse – und reduziert die Gesamtbetriebskosten der mobilen Infrastruktur deutlich.

Das Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik (IML) betont in seiner Analyse zur Supply Chain Resilienz, dass widerstandsfähige Lieferketten sowohl vorausschauende als auch reaktive Strategien benötigen. Genau das leistet intelligentes Device Management. Es schafft die Grundlage für umfassende Echtzeit-Transparenz, ermöglicht dadurch eine vorausschauende Wartung und stellt damit einen stabilen Betrieb einer Geräteflotte zu jeder Zeit sicher. Zugleich erhöht es die Betriebssicherheit, stärkt mittels zentralisierter Kontrolle das Cybersecurity-Niveau, ermöglicht eine flexible Skalierung bei schwankender Nachfrage und senkt dank reduzierter Ausfallzeiten nachhaltig die Kosten.

Fazit und Ausblick

Mobile Geräteflotten sind das Nervensystem moderner Lieferketten. Sie sammeln Unmengen von Daten und Informationen, auf denen letztendlich alle wichtigen unternehmerischen Entscheidungen basieren. Wer in Supply-Chain-Visibility-Plattformen und intelligente Algorithmen investiert, aber seine Device-Infrastruktur vernachlässigt, baut deshalb auf Sand. In Zeiten von Fachkräftemangel, Cyberbedrohungen und volatilen Märkten können sich Unternehmen solche Schwachstellen nicht mehr leisten. Denn EMM ist längst kein Nischenthema mehr, sondern ein wesentlicher Baustein resilienter Lieferketten – und damit ein strategischer Wettbewerbsfaktor in immer technologieabhängiger werdenden Branchen.