Schutzbelüftungsanlagen für Stapler

Die Firma Hubtex ist Entwickler und 
Konstrukteur dieser speziellen Stapelfahrzeuge für die Atommülleinlagerung.
Die Firma Hubtex ist Entwickler und Konstrukteur dieser speziellen Stapelfahrzeuge für die Atommülleinlagerung.Bild: Hauser Umwelt-Service GmbH

Der besagte Koloss, Fahrer und die Technik befinden sich allerdings schon seit geraumer Zeit über Tage in der Vorbereitung und auch im Training für den ungewöhnlichen Alltag unter Tage. Bei dem Koloss handelt es sich um ein 50t schweres Stapelfahrzeug (SF) mit Knicklenkung. Darüber hinaus werden beim Unternehmen Hubtex aus Fulda noch ein 20t schwerer Elektro-Mehrwege-Seitenstapler (SSF) für den Über-Tage-Einsatz, ein Transportwagen (TW), ein sogenanntes allradgetriebenes Gleislos-Fahrzeug mit Batterieantrieb, ein Versatztransportfahrzeug (VTF), quasi ein Betonmischer für den Unter-Tage-Einsatz, Plateau- und Gleiswagen, auf denen die Container bewegt werden, auf ihre Spezialeinsätze vorbereitet.

Die verschiedenen Spezial-Stapelfahrzeuge, die dereinst die gefährliche Fracht befördern werden, sind in den Lagerhallen von Hubtex schon seit einiger Zeit zu bewundern und laufen immer wieder mal im Testbetrieb, der auch einen benachbarten Steinbruch umschließt. Das Unternehmen Hubtex, spezialisiert auf den Sondermaschinenbau wie Seitenstapler und Flurförderfahrzeuge, ist Entwickler und Konstrukteur dieser ganz besonderen Stapelfahrzeuge, die ihresgleichen suchen – und dies gleich in mehrfacher Hinsicht: Jedes dieser Fahrzeuge ist Sicherheitstechnik vom Feinsten, zu der auch die Hightech-Schutzbelüftungsanlagen von Hauser Umwelt-Service aus dem nordrhein-westfälischen Dorsten einen wichtigen Beitrag leisten – aber dazu später mehr… Und jedes einzelne Fahrzeug ist eine Spezialanfertigung: „Wenn wir mehr als ein gleiches Fahrzeug bauen, dann sprechen wir bei Hubtex schon von Serienproduktion“, schmunzelt Frank Knurr, erfahrener Vertriebs- und Projektingenieur sowie Projektleiter für die Spezialfahrzeuge des atomaren Endlagers.

Hightech aus Fulda

Frank Knurr führt durch die lichten Hallen und erklärt detailkundig die Planungsphasen, die Abläufe sowie den technischen und administrativen Aufwand, den die Fahrzeuge für den Einsatz im Schacht Konrad erfordern: „Prüfberichte, Zulassungen, technische Berichte umfassen schon mal rund 160 Ordner – pro Fahrzeug“, betont Frank Knurr. Auftraggeberin ist die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) mit Sitz im niedersächsischen Peine nahe Hannover. Die Anforderungen an die Technik für den Einsatz in Deutschlands erstem nach Atomrecht genehmigtem Endlager für schwach- und mittelradioaktive Abfälle könnten höher nicht sein – High End-Produktion, sozusagen. Jede Schweißnaht wird streng geprüft, jeder Reifen begutachtet, jede Materialverbindung gecheckt, schließlich von TÜV-Experten abgenommen und von der BGE kontinuierlich überwacht.

Das Endlager in Salzgitter

Das ehemalige Eisenerzbergwerk im niedersächsischen Salzgitter gehört zu den komplexesten Baustellen unseres Landes. Nach Stilllegung aus wirtschaftlichen Gründen und dem Ende des Genehmigungsverfahrens im Jahr 2007 wird die Schachtanlage seitdem für die Einlagerung von insgesamt 303.000m³ schwach- und mittelradioaktiven Abfälle vorbereitet. Schacht Konrad 1 ist so etwas wie der konventionelle Teil der Anlage, über den Material und Beschäftigte nach unter Tage gelangen, über Konrad 2 werden die Abfälle angenommen und schließlich eingelagert – hier kommen die Hubtex-Fahrzeuge zum Einsatz. Bis zur endgültigen Fertigstellung werden die schwach- und mittelradioaktiven Abfälle weiterhin über Tage an mehr als 30 Orten in ganz Deutschland gelagert – insgesamt rund 120.000m³, die rund 95 Prozent am Gesamtvolumen radioaktiver Abfälle ausmachen und gleichzeitig nur ein Prozent der gesamten Radioaktivität aller Abfälle darstellen.

Die Sicherheit steht im Vordergrund

Der ausführliche Technik- und Prüf-Aufwand bei Hubtex hat natürlich einen triftigen Grund: Sicherheit ist in einem atomaren Endlager oberstes Gebot. Und dies muss jeden Tag und in jedem Detail von allen Mitwirkenden berücksichtigt werden. Das gilt auch für die seit vielen Jahren bewährten Luftfilteranlagen von Hauser Umwelt-Service, die für gute Luft in bleiverglaster Fahrerkabine unter Tage sorgen werden. In den Hubtex-Sonderfahrzeugen kommen die CoRRect Air 24 Alva sowie die CoRRect Air 30 Alva zum Einsatz; die schwerpunktmäßig für landwirtschaftliche Traktoren und selbstfahrende Pflanzenschutzgeräte entwickelte CoRRect Air 24 Alva filtert die Luft nach DIN EN 15695 und bläst den gereinigten Luftstrom geräuscharm in die Fahrerkabine. Die Steuerung kontrolliert den vordefinierten Überdruck in der Kabine, um den Schutz des Fahrers zu gewährleisten. Ein Zyklonfilter mit Grobstaubfilter G4 und Schwebstofffilter H13 ist in den korrosionsfreien Edelstahlgehäusen der Hauser-Schutzbelüftungsanlagen verbaut und kann stündlich bis zu 120m³ Luft filtern.

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