
Tiefkühllager stellen aufgrund ihrer niedrigen Temperaturen besondere Herausforderungen an automatische Lagersysteme. Regalbediengeräte im automatischen Kleinteilelager und Shuttlesysteme mit hoher Systemleistung sind zwei Optionen, die den speziellen Anforderungen von Tiefkühllagern gerecht werden können. Die Durchsatzleistungen der Lagersysteme müssen dabei die Anforderungen an Pickzahlen und Entnahmen erfüllen. Bei Schnelldrehern in großen Gebinden kann auch ein zusätzliches manuelles Kommissionieren von der Palette effizienter sein. Die genaue Prüfung des Produktspektrums in der vorgelagerten Logistikplanung ist entscheidend, um optimale Lagerstrategien und einen mehrstufigen Lagerprozess zu definieren.
Hohe Lagerdichte und Anlagenleistung für Kühllager
Im Frischelager ermöglichen automatisierte Lagersysteme eine präzise, effiziente und produktschonende Ein- und Auslagerung von temperatursensiblen Produkten wie Obst, Gemüse, Milchprodukte und Fleisch. Regalbediengeräte im automatischen Kleinteilelager bieten eine hohe Lagerdichte und schnellen Zugriff auf frische Produkte. Shuttle-Systeme, wie das Mehr-Ebenen-Shuttle-System KlinCAT von Klinkhammer, oder ebenen-gebundene Shuttle-Systeme, ermöglichen eine effiziente Steigerung der Anlagenleistung und beschleunigen die Pick- und Pack-Prozesse. Die Zukunft der automatischen Lager verspricht auch innovative Roboter-Technologien, die eine noch höhere Effizienz und Flexibilität hinsichtlich Leistung, Erweiterungsmöglichkeiten und Größe ermöglichen. Fahrerlose Transportsysteme und roboterunterstützte Lagersysteme für das Lagern, Kommissionieren und Verpacken gewinnen an Bedeutung, um Lagerprozesse weiter zu optimieren. Klinkhammer setzt dabei unter anderem auf das Exotec Lagersystem mit autonomen Robotern, die sowohl am Boden als auch im Regal fahren. Das System ist flexibel hinsichtlich Erweiterungen. Mehr Leistung kann einfach durch zusätzliche Roboter oder mehr Kommissionierstationen erreicht werden, um die Pick-Prozesse zu beschleunigen.
Herstellerunabhängige Logistikplanung erfordert ganzheitliche Betrachtung der materiellen, personellen, zeitlichen sowie auftrags- und sortimentsbezogenen Faktoren.
Logistikplanung im Vorfeld: Sortiment, Auftragsdaten, Saisonverhalten und Pickzahlen analysiert
Nicht nur die Auswahl des geeigneten automatischen Lagersystems ist entscheidend für den Erfolg eines Trocken-, Frische- oder Tiefkühllagers. Eine herstellerunabhängige Logistikplanung erfordert eine ganzheitliche Betrachtung verschiedener materieller, personeller, zeitlicher sowie auftrags- und sortimentsbezogener Faktoren. Die präzise Analyse von Artikelbestand, Sortiment, Auftragsdaten, Saisonverhalten, Pickzahlen und Lagerbereichen ist entscheidend, um die Effizienz des Lagersystems zu maximieren. So werden zur Ermittlung der Behälter- und Tablarfähigkeit während der Logistikplanung neben dem temperaturabhängigen Sortiment auch die Dimensionen und das Gewicht der einzelnen Lebensmittel berücksichtigt.

Kommissionierung: Zum richtigen Zeitpunkt, in der richtigen Reihenfolge
Automatisierte Lager verwenden oft Fördertechnik und intelligente Software-Kriterien, um eine effiziente Kommissionierung zu gewährleisten. So gilt es sicherzustellen, dass die Ware zum richtigen Zeitpunkt, in der richtigen Reihenfolge für den passenden Auftrag verfügbar ist. Priorisierungsfaktoren können beispielsweise Chargen, Mindesthaltbarkeitsdatum und angebrochene Ware sein. Regalbediengeräte sind nicht zwangsläufig auf die Reihenfolge der Aufträge oder die Reihenfolge innerhalb eines Kundenauftrags ausgerichtet. Der Aufbau der Fördertechnik sollte so konzipiert sein, dass sie Flexibilität für Überholvorgänge bietet. Ein zentraler Aspekt dabei ist die Bereitstellung von Pufferbahnen für Behälter, um Wartezeiten zu minimieren. Diese in der Lagerverwaltungssoftware KlinkWare abgebildete Sequenzierung, kombiniert mit Ware-zu-Person Konzepten, trägt zur Effizienzsteigerung und Kostenreduktion bei, indem sie sicherstellt, dass die Ware stets verfügbar ist und in optimaler Reihenfolge für die gesamte Logistik bereitgestellt wird.

Best Practice Lagertechnik
Die Kombination aus einem ebenen-gebundenem Shuttle-System für ein Kühllager und einem automatischen TK-Kleinteilelager mit Regalbediengerät, zeigt das Klinkhammer Projekt von Früchte Jork. Früchte Jork, ein familiengeführtes Großhandelsunternehmen für frische Lebensmittel mit Sitz im Allgäu, beliefert Kunden aus Gastronomie und Hotellerie mit einem umfassenden Lebensmittel-Vollsortiment. In einem Neubau implementiert Intralogistik Spezialist Klinkhammer ein 5-gassiges Tiefkühl-Tablarlager für -22°C. Als Ladehilfsmittel werden Tablare eingesetzt, um Kartons in verschiedensten Größen, Ausführungen und Höhenklassen flexibel lagern zu können. Die Regalbediengeräte sind mit Kameratechnik zur Visualisierung der Teleskopbereiche ausgestattet. Der Vorzonen-Kreislauf verbindet die Ein- und Auslagerfördertechnik im Lagerbereich mit den klimatechnisch getrennten Kommissionierplätzen (-2°C) im Logistikbereich, um die Arbeitsbedingungen der Kommissionierer wesentlich zu verbessern und effizienter zu gestalten. In einer 2. Baustufe erfolgt der Bau eines leistungsstarken Shuttlelagers für den Frischebereich. Dahinter steckt die moderne Lagerverwaltungs-software KlinkWare, die Chargen, ABC-Artikel, sortiments- und auftragsspezifische Einheiten abbildet und verwaltet und in der richtigen Reihenfolge und bei gefordertem Durchsatz zu Kommissionierarbeitsplätzen bringt.
Frischdienst Walther aus Kitzingen, ein namhafter Zustellgroßhändler in Franken, setzt auf drei Automatiklager in drei Klimazonen. Im automatischen Tiefkühllager mit Regalbediengerät, bei -22°C Umgebungstemperatur, stehen 19.680 Tablarstellplätze zur Verfügung. Das automatische Frischwarenlager im Temperaturbereich von 2°C bis 6°C wird als leistungsstarkes Shuttlelager mit drei KlinCAT-Multilevel-Shuttles ausgestattet. Das Trockenwarenlager ist als nicht-klimatisiertes, 2-gassiges, automatisches Kleinteilelager für B, C und D Artikel geplant. Aufgrund der vielfältigen Verpackungsausführungen werden in allen drei Lagerbereichen Tablare als Ladehilfsmittel eingesetzt.

















