
Die Zahlen, die der AOK-Fehlzeitenreport 2023 ausweist, sind alarmierend: Die Anzahl der Krankentage wegen psychischer Belastungen und Erkrankungen nimmt Jahr für Jahr in fast allen Branchen um fünf bis sieben Prozent zu. In der Logistik fällt jeder Mitarbeitende im Durchschnitt 26 Tage pro Jahr krankheitsbedingt aus, in der Lagerei 31, im Güterumschlag sogar 35 Tage.
Stressige Intralogistik
„Die Bereiche der Intralogistik dürften im Branchenvergleich das größte Gesundheits- und Fehltageproblem in Deutschland haben“, resümiert Dr. Werner Kissling, Leiter des Centrums für Disease Management (CFDM) in München. „Die Hauptursache für diese Fehltage sind psychische Belastungen und Erkrankungen, die unter anderem durch hohen Termin- und Leistungsdruck bei gleichzeitig geringem Handlungsspielraum entstehen.“ Zudem werde der Umgang mit den modernen Informations- und Kommunikationstechnologien besonders in der Lagerei von vielen Mitarbeitenden als Stressor empfunden. Das MOVEsystem von IEF-Werner transportiert Bauteile und Produkte zuverlässig, modular und kosteneffizient – ob auf Werkstückträgern, direkt auf Riemen oder in Paletten. Anwender profitieren von maximaler Flexibilität. ‣ weiterlesen
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Psychischer Gesundheitsschutz als Führungsaufgabe
Dem entgegenzuwirken, ist Aufgabe des Arbeitgebers. Das Arbeitsschutzgesetz (ArbSchG) verlangt von ihm, die Gefahren, die in seinem Unternehmen für die Beschäftigten entstehen können, zu ermitteln und erforderliche Schutzmaßnahmen zu ergreifen. In dieser Gefährdungsbeurteilung, die er für jede Tätigkeit gesondert durchführen und dokumentieren muss, müssen auch psychische Belastungen Berücksichtigung finden. „Diese Gefährdungen sind viel schwerer zu erkennen als Risiken für die körperliche Gesundheit“, weiß Arbeitsschutzexperte Kissling. „Dafür braucht es wissenschaftlich validierte, aussagekräftige Befragungsinstrumente und eine statistisch anspruchsvolle Auswertung.“
Indizien und Gegenmaßnahmen
Bei der Ermittlung des Ist-Zustands für die Gefährdungsbeurteilung sind Qualitätsmängel, Fluktuation, Mitarbeiterbeschwerden, Fehlzeiten und Betriebskennzahlen wichtige Indizien für eine Belastungssituation. Die Belegschaft in Einzelinterviews oder Workshops zu befragen, kann wichtige Aufschlüsse über die mentale Gesundheit im Betrieb geben. „Führungskräfte müssen darin geschult werden, belastete Mitarbeitende frühzeitig zu erkennen, mit ihnen in der richtigen Art und Weise Gesundheitsgespräche zu führen und insgesamt einen gesunden Führungsstil zu praktizieren“, rät Kissling. Das Entwickeln präventiver Maßnahmen, die sowohl bei den Arbeitsbedingungen als auch beim richtigen Umgang mit Stress ansetzen, ist ebenso wichtig wie die regelmäßige Kontrolle der Wirksamkeit und erforderlichenfalls die Anpassung der Maßnahmen. Auch dies wird von den zuständigen Behörden geprüft.
















