Trend: Automatisierung und Prozessoptimierung

Wahrlich nicht neu, jetzt aber umso wichtiger ist eine zielgerichtete digitale Transformation, die auf einen hohen Automatisierungsgrad hinarbeitet. Jede Verzögerung in der Lieferkette mindert den Cashflow, der für transformative Investitionen fehlt. Für Unternehmen heißt das insbesondere:

• Zulieferer konsolidieren, um Komplexität zu verringern und Transparenz in den Lieferketten zu verbessern.

• Qualität der Stammdaten soweit erhöhen, dass eine hohe Automatisierung überhaupt erst funktionieren kann.

• Manuelle Tätigkeiten in den Lieferketten von Komponenten und Rohstoffen möglichst weitgehend eliminieren, um Prozesse effizient zu gestalten und zeitliche Abläufe zu verkürzen.

• Die Zusammenarbeit mit externen Partnern auch beim Datenaustausch deutlich zu intensiveren, um Prozesse zu beschleunigen.

„Da Unternehmen nach der Corona-Pandemie als ‚New Normal‘ in einer Welt leben, die durch Volatilität, Unklarheit, Komplexität und Mehrdeutigkeit (Ambiguity), kurz VUCA, geprägt ist, müssen sie Anstrengungen unternehmen, um ihre Resilienz zu verbessern. Dabei geht es um mehr Nachhaltigkeit, forcierte Digitalisierung und Automation. Je weniger Nachfragen und Kommunikationsschleifen für die logistischen Abläufe nötig sind, um so resilienter läuft die Produktion.“, findet Professor Nils Finger.

Diese Triple-Transformation aus Digitalisierung, Nachhaltigkeit und Resilienz ist nicht nur wirtschaftlich geboten, um die Kosten weiter zu senken, sondern auch notwendig, um dem wachsenden Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Dieser wird noch deutlich zunehmen, wenn die Babyboomer-Generation in Rente geht.

Jan Stoces, Chief Growth Officer bei Aimtec ergänzt: „Diese Gesamtsituation erhöht den Druck auf Unternehmen weiter, da sinkende Liquidität eine noch kritischere Bewertung von Digitalisierungs- und Automatisierungsprojekten erfordert. Wir sehen verstärkt, wie große Projekte aufgeteilt werden, um Kosten präzise zu kontrollieren und zu steuern. Dabei werden zunehmend SaaS-Lösungen (Software-as-a-Service) bevorzugt, da sie die Investitionskosten unter Umständen signifikant senken können.“

Die Transformation soll sich positiv auf die Cash-to-Cash-Performance auswirken und beispielsweise Mittel für weitere Investitionen freisetzen. Diese sollen das Ziel haben, Prozesse auf ein noch höheres Niveau zu heben. Wesentlicher Hebel dafür ist die KI.

Trend: Künstliche Intelligenz als Effizienz-Booster

Wenn die genannten Transformationsprojekte umgesetzt sind, ist die Grundlage gelegt, die automatisierten Prozesse mit Künstlicher Intelligenz noch stärker zu integrieren. Das gilt insbesondere auch für komplexe Vorgänge, die bisher nur Menschen erledigt haben.

Damit diese aber auch autonom und intelligent ablaufen können, müssen die Daten, mit denen die KI arbeitet, vollständig, aktuell und korrekt sein. Dazu zählen Informationen zu Auftragseingang, Lagerbestand, Bestellungen, Kapazitäten, Preise, Auslastung, Lieferzeiten, Produktqualität, Zahlungseingang, Inventar, Betriebskosten und sogar CO2-Emissionen. Nur wenn diese Daten immer aktuell, transparent und verfügbar sind, kann ein Unternehmer schnell reagieren, vorausschauend planen, handlungsfähig bleiben und damit auch profitabel agieren.

KI ist aber kein Selbstläufer. Viele Transformationsprojekte scheitern. Dafür gibt es Gründe. Neben der Datenqualität ist auch die Datentransparenz entscheidend, um beispielsweise Nachfrageschwankungen zu prognostizieren oder Produktionsprozesse zu optimieren. Dies sind klassische Anwendungsfälle für KI, die Teil der Transformationsstrategie sein müssen. Hier empfiehlt sich die Arbeit mit einem Digitalisierungsspezialisten, der die Projekte über die Ziellinie bringt.

Auch die M2M-Kommunikation (Machine-to-Machine) muss reibungslos funktionieren, nicht nur innerhalb des eigenen Unternehmens, sondern auch im Zusammenspiel mit den Zulieferern und Partnern. Denn gerade an den Schnittstellen zu den Partnern steckt viel Verbesserungspotenzial. Hier ist klar ein Entwicklungstrend zu sehen, um den reibungslosen Datenaustausch voranzutreiben.

„KI ist für viele Unternehmen noch Neuland, während der elektronische Datenaustausch (EDI) bereits seit Jahrzehnten existiert und sich als äußerst stabil und als Standard etabliert hat“ erklärt Jan Stoces. „Besonders in instabilen Zeiten mit starken Schwankungen zeigt sich, wie essenziell aktuelle und verlässliche Daten im System sind, um fundierte und schnelle Entscheidungen treffen zu können.“

KI wird zunehmend von neuen Mitarbeitern an ihrem Arbeitsplatz vorausgesetzt. Angesichts des angespannten Arbeitsmarktes werden die Ansprüche der Fachkräfte weiter steigen. Das betrifft nicht nur die Ausstattung des Arbeitsplatzes, sondern auch die Unterstützung durch künstlich intelligente Tools. Diese wiederum bringen nur dann einen Mehrwert, wenn sie mit qualitativ hochwertigen Daten arbeiten. Daraus leitet sich der nächste Punkt ab.

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