Lithium-Akkus sicher transportieren

Newsletter 06 dhf 30 2025
Bild: Zarges GmbH

Lithium-Akkus sind aus modernen Geräten wie E-Bikes, Laptops oder Powerbanks nicht mehr wegzudenken – und sie gehören längst zum Rückgrat globaler Lieferketten. Doch gerade wegen ihrer breiten Nutzung spielt der sichere Umgang mit ihnen eine immer wichtigere Rolle. Wer Sicherheitsvorschriften kennt und einhält, vermeidet Lieferverzögerungen, verringert das Gefahrenpotenzial und schützt Mitarbeitende wie Sachwerte. Spezialisierte Dienstleister unterstützen Unternehmen dabei, sichere Abläufe zu definieren.

Wirksame Sicherheitsvorkehrungen unverzichtbar

Laut Allianz Risk Barometer bleibt Feuer eine der Hauptursachen für Betriebsstillstände und Störungen in Lieferketten. Bei deutschen Unternehmen hat dieser Risikofaktor im Ranking weiter an Bedeutung gewonnen. Besonders brisant, denn Akkus begegnen uns heute überall – ob im E-Auto, E-Scooter oder der Powerbank. Sie fallen in die Gefahrgutklasse 9, die als Sammelkategorie für Stoffe mit besonderen Risiken dient. Der Grund: Ihre chemische Zusammensetzung macht sie brennbar, auch wenn sie keine eigenen oxidierenden Komponenten enthalten. Kritisch wird es vor allem beim sogenannten „thermischen Durchgehen“, das etwa durch Überladung oder äußeren Druck ausgelöst wird. Die Folge: Temperaturen von über 600°C und potenzielle Kettenreaktionen, bei denen weitere Batterien in Brand gesetzt werden. Um die Risiken zu minimieren, sind robuste Verpackungen und wirksame Sicherheitsvorkehrungen unverzichtbar. Sie stellen sicher, dass Lithiumbatterien sicher transportiert und gelagert werden.

Transportvorschriften im Überblick

  • Die UN-Nummer entscheidet darüber, welche Regeln zutreffen – beispielsweise UN 3480 für Lithium- Batterien oder UN 3090 für Lithium-Metall-Varianten. Je nach Verkehrsträger gelten dabei unterschiedliche Vorgaben:
  • Straße (ADR): Das internationale Abkommen regelt Kennzeichnung, Verpackung und Sicherheitsauflagen für den Straßentransport in 54 Ländern.
  • See (IMDG-Code): Für den Seeverkehr sind belüftete Container vorgeschrieben, um die Akkus vor Überhitzung zu schützen – eine Regel, die in der Praxis jedoch oft unzureichend umgesetzt wird.
  • Luft (IATA-DGR): Die Luftfahrt folgt besonders strengen Vorschriften: Mengenbeschränkungen, Ausschluss defekter Akkus und detaillierte Dokumentationspflichten.
  • Wer diese Richtlinien nicht berücksichtigt, riskiert nicht nur Verzögerungen, sondern auch empfindliche Bußgelder und Schadensersatzforderungen. Besonders komplex wird es hier im internationalen Versand.

Praxistipps für sichere Lagerung und Transport

Für den Transport von Lithium-Batterien nutzen Unternehmen häufig Kartonverpackungen. Im Vergleich zu herkömmlichen Verpackungen verfügen diese über mehrere verstärkte Schichten, was sich auch in den Entsorgungskosten widerspiegelt.

Robuste, wiederverwendbare Aluminiumbehälter stellen eine nachhaltige Alternative zu den Einwegartikeln dar. Sie lassen sich über Jahre hinweg nutzen, können mehrfach innerhalb des Unternehmens zirkulieren und senken langfristig die Kosten. Spezielle Sicherheitsboxen sorgen zusätzlich dafür, dass mögliche Brände nicht auf weitere Akkus übergreifen und Explosionen unterbunden werden.

Während beim Transport bereits detaillierte Vorschriften die Sicherheit erhöhen, fehlt es im Bereich Lagerung bisher noch an verbindlichen Vorgaben. Das ist problematisch, da auch hier Brandgefahr besteht. Lagerräume ohne ausreichende Überwachung oder Belüftung bieten defekten Akkus etwa ideale Bedingungen zur Überhitzung – besonders an Wochenenden oder in Schichten ohne Aufsicht. Wer das verhindern will, sollte die Raumtemperatur konstant zwischen 15 und 25°C halten. Darüber hinaus empfiehlt es sich, gebrauchte und neue Akkus konsequent voneinander zu trennen, Löschsysteme regelmäßig zu prüfen und auch bei der Lagerung auf sichere Boxen zu setzen.

Verlieren Unternehmen im Regulariendschungel den Überblick, kann es sich lohnen einen fachkundigen Partner einzubinden. Er kennt die rechtlichen Anforderungen, gestaltet Prozesse mit und liefert geeignete Verpackungslösungen. So lassen sich Ausfallzeiten minimieren, Risiken senken und wirtschaftliche Schäden begrenzen. Gleichzeitig sorgt ein gut organisiertes Gefahrgutmanagement für effizientere Abläufe und mehr Sicherheit im Betrieb.

Fazit: Sicherheit aktiv angehen

Lithium-Akkus bergen ein ernst zu nehmendes Gefahrenpotenzial – sowohl auf dem Transportweg als auch im Lager. Deshalb reicht es heute nicht mehr aus, sich nur an Mindeststandards zu orientieren. Wer frühzeitig in wirksame Schutzmaßnahmen investiert, reduziert Risiken, erhält die Betriebsfähigkeit und schützt im Zweifel Menschenleben. Mit einem erfahrenen Partner wie Zarges gelingt es, vorschriftenkonform praxisgerechte Lösungen umzusetzen. Denn die Verantwortung bleibt – unabhängig von der Gesetzeslage. Wer jetzt handelt, handelt vorausschauend.