Die KI für jeden Roboter

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Bild: Sereact GmbH

Sereact rollt mit Cortex eine allgemein einsetzbare KI für Roboter aus, die auf umfangreichen Realweltdaten aus Logistik und Fertigung basiert. Cortex ist bereits in über 100 produktiven Installationen im Einsatz, darunter bei Daimler Truck, BMW Group, Rohlik Group, Bol, MS Direct und der Österreichischen Post. Das System liefert binnen Stunden produktionsreife Leistung – ohne standortspezifisches Tuning oder zusätzliche Programmierung. „Mit unserer Technologie agieren Roboter situativ, statt starr programmierten Abläufen zu folgen. Sie passen sich dynamischen Aufgaben in Echtzeit an“, sagt Ralf Gulde, Mitgründer und CEO von Sereact.

Kernprinzipien und typische Use Cases

Cortex ist ein allgemeines KI-Modell für industrielle Roboter, das Sehen, Sprache und Bewegung verbindet. Anstatt Aufgaben Schritt für Schritt zu codieren, formulieren Bediener Ziele in natürlicher Sprache – etwa ‚Räume den Behälter und sortiere nach Größe‘. Cortex interpretiert die Szene, plant den Auftrag und führt ihn sicher und präzise aus. Das senkt die Einstiegshürde für Teams auf dem Shopfloor und verkürzt die Zeit bis zur produktiven Nutzung. Grundlage ist ein Vision Language Action Modell (VLAM), das visuelle Wahrnehmung mit Sprache verknüpft und die Bewegungen des Roboters steuert.

Die Einsatzbereiche reichen von Kommissionierung und Sortierung über kontrolliertes Platzieren bis zur automatisierten Fehlerbehandlung in unstrukturierten Zellen. Auch Retouren lassen sich wirtschaftlicher abwickeln, weil Cortex Identifikation, Zustandsprüfung, Sortierung, Aufbereitung und Repacking automatisiert. Standorte erhalten konsistente Prüfungen, reduzieren Abfälle und führen Ware schneller in den Bestand zurück. „Cortex bringt Intelligenz an die Linie – nicht als Laborversuch, sondern für den täglichen Betrieb auf dem Hallenboden“, sagt Gulde.

Schneller Start, robuste Abläufe, einfache Bedienung

Ein zentrales Merkmal ist die Zero Shot Autonomie. Cortex arbeitet produktionsreif ohne per Site Feinabstimmung und ohne SKU-Scripting. Das verkürzt Projektlaufzeiten und reduziert Integrationsaufwände. In der Praxis zeigt sich die Robustheit besonders dann, wenn es unübersichtlich wird: Das System hat Strategien gelernt, um mit Rutschern, Abwürfen, deformierbaren Objekten, Reflexionen und Okklusionen umzugehen. Diese Resilienz resultiert aus einer Trainingsbasis, die nicht primär aus Simulationen stammt, sondern aus Daten echter Fabrik- und Lagerumgebungen: RGB, Tiefen und Stereo-Bilddaten, Roboterzustände, teleoperierte und autonome Episoden, menschliche Annotationen, VLM-Instruktionen sowie Fehler- und Recovery Verläufe.

Sehen, Verstehen, Handeln – und dazulernen

Kamerasysteme wie Sereact Lens erfassen, was in der Zelle passiert. Cortex versteht das Ziel, übersetzt es in einen kurzgefassten Plan mit einstellbaren Prioritäten – etwa Sicherheit oder Durchsatz – und steuert den Roboter entsprechend. Das System hält Sicherheitszonen und Betriebsgrenzen ein und bewegt den Roboter flüssig und kontrolliert. Tritt eine Abweichung auf, erfolgt die Wiederherstellung ohne Technikeraufruf. Erfahrung aus jedem Einsatz fließt anonymisiert in ein gemeinsames Modell zurück, sodass die Leistung standortübergreifend zunimmt. „Jeder zusätzliche Betriebspunkt macht Cortex besser. Das ist gelebtes Flottenlernen in realen Produktionsumgebungen“, so Gulde.

Einheitlicher KI-Checkpoint: Breite Unterstützung von Robotik-Plattformen

Cortex ist als einheitlicher Modell Checkpoint ausgelegt, der Roboterarme, mobile Manipulatoren und humanoide Plattformen steuert. Die Lösung ist hardware-agnostisch und funktioniert mit gängigen Robotern und Warehouse Systemen – ohne standortspezifisches Retraining. Diese Offenheit erleichtert die Integration in bestehende Architekturen. Für Betreiber bedeutet das: Neue Zellen lassen sich in Stunden online bringen, ohne aufwendige Vorarbeiten.

Leistung im laufenden Betrieb

Rückmeldungen aus laufenden Installationen unterstreichen den Praxisbezug. Daimler Truck berichtet von einer vollständig integrierten Greifersteuerung ohne zeitaufwendiges Teach In, mit der sich Objekte präzise und ohne menschliche Eingriffe handhaben lassen. Bol hat die Lösung bewusst in einem besonders komplexen Bereich mit hohen Integrationsanforderungen platziert und betont die Fähigkeit, ein sehr breites SKU-Spektrum ohne ‚Cherry Picking‘ zu verarbeiten.

Mit dem Rollout beginnt Sereact die breite Bereitstellung von Cortex für die Kundenbasis nach einer Private Beta Phase. Das Upgrade ist softwarebasiert, erfordert keine zusätzliche Hardware und keine standortspezifische Datenerhebung. „Unser Anspruch ist, dass KI-Robotik nicht komplizierter wird, je näher sie an die Realität rückt. Cortex zeigt, dass sich allgemeine Intelligenz in der Robotik produktiv skalieren lässt“, sagt Gulde.

Cortex-Benchmarks zur Einsicht

Sereact wird in den kommenden Wochen die Cortex-Benchmarks und einen ausführlichen Bericht veröffentlichen. Die Veröffentlichung wird reproduzierbare Ergebnisse für alle zentralen Lageraufgaben, eine transparente Methodik mit Datensätzen und Basiswerten sowie eine klare Zusammenfassung der Stärken und Grenzen enthalten. Der Bericht beschreibt die Modellarchitektur, den Trainingsansatz und das Bewertungsprotokoll. Um die Materialien sofort nach der Veröffentlichung zu erhalten, hier anmelden.