Automatisierung leicht gemacht

Newsletter 05 dhf 03 2025
Bild: Safelog GmbH

Viele Unternehmen wissen, dass die Automatisierung von Transportaufgaben mit mobilen Robotern die Effizienz, Sicherheit und Wirtschaftlichkeit maßgeblich verbessert. Doch oft fehlt eine konkrete Vorstellung davon, welche Prozesse für den Einsatz von Transportrobotern geeignet sind. Als namhafter Anbieter mobiler Robotik hat Safelog Best Practices zusammengestellt und in die Kategorien Pick, Move und Assemble eingeteilt.

Geeignete Prozesse für Transportroboter

Den mobilen Transportrobotern gehört die Zukunft. Die skalierbaren, flexiblen Fahrzeuge ersparen den Mitarbeitern in der Kommissionierung lange Wege, unterstützen die Werker in der Montage und übernehmen Transporte im Lager. „Die Vorteile sind vielen Unternehmen bewusst – was fehlt ist eine Vorstellung davon, welche Transportprozesse sich für eine Automatisierung mit mobilen Robotern eignen,“ erklärt Gérôme Stemmer, Director of Sales bei Safelog. Um auf Seiten der Interessenten das Verständnis für die Technologie zu steigern, hat Safelog drei Kategorien identifiziert, in denen sich die häufigsten Applikationen einordnen lassen:

Pic: Unter dieser Rubrik sind alle Kommissioniervorgänge im Lager aufgeführt. Dabei sind die beiden Prinzipien „Ware zum Mann“ und „Mann-zur-Ware“ gleichermaßen berücksichtigt.

Move: In diese Kategorie fallen alle Transporte einer Nutzlast, sei es auf einer Palette, in einer Gitterbox oder in einem Behälter. Das Material kann z.B. vom Ende einer Produktionslinie zu einem Lagerregal gefahren werden oder Werkstücke werden durch die Fabrik bewegt und fließen dann in die Produktion ein.

Assemble: Hier sind alle Anwendungen der mobilen Roboter in der Montage zusammengefasst. „Dieser Bereich wird derzeit verstärkt nachgefragt“, so Stemmer. „Die Unternehmen wollen sich vom starren Montageband trennen und setzen auf mobile Roboter, die als Montageplattform fungieren.“

Safelog realisiert im Jahr rund 100 Projekte und schickt dabei etwa 1.000 Geräte ins Rennen. Mittlerweile haben die Spezialisten aus Markt Schwaben über 5.000 mobile Roboter im Feld.

Mobile Roboter in der Praxis

Im Folgenden sind sieben Anwendungsfälle von mobilen Robotern beschrieben und jeweils einer der drei Kategorien zugeordnet. „Es handelt sich hier um echte Use-Cases, die wir bereits mehrfach erfolgreich umgesetzt haben“, versichert Stemmer.

# 01 (Pick): Ware-zum-Mann

Mit der Kommissionierung hat Safelog ein wichtiges Einsatzfeld für seine Fahrzeuge erschlossen. Bei der Varianten „Ware-zum-Mann“ versorgen mobile Roboter die Mitarbeiter in der Kommissionierzone mit Paletten und Behältern, aus denen die Ware gepickt wird. Der Vorgang wird punktuell mit patentierten Pick-by-Light- und Put-to-Light-Lösungen von Safelog überwacht. Dabei handelt es sich um eine Technik, die sich über Jahre bewährt hat. Fehlgriffe bei der Auftragsbearbeitung zeigt das System dem Werker an. Die Kommissionierung kann erst fortgesetzt werden, wenn der Fehler korrigiert wurde. Dahinter steckt eine konsequente Nullfehler-Strategie. Nach der Entnahme werden die leeren oder mit Restmengen befüllten Behälter von den Robotern zurück ins Lager transportiert.

# 02 (Pick): Mann-zur-Ware

Beim Prinzip „Mann-zur-Ware“ folgt der Mitarbeiter dem Roboter, der immer an den Stellen des Regals stehenbleibt, wo etwas entnommen und kommissioniert werden soll. Das Fahrzeug kann den Vorgang auch mit einem Pick-by-Beamer-System visuell unterstützen. Dabei wird überwacht, ob der Werker die Ware aus dem richtigen Fach entnimmt und im korrekten Fach wieder ablegt. Der Pick-Vorgang wird quittiert und das Gespann aus Roboter und Werker bewegt sich weiter in den nächsten Bereich. Der Mitarbeiter kann aber auch einer bestimmten Zone zugeordnet sein. In dem Fall kommt der Roboter zu ihm und bleibt wiederum an der Regalposition stehen, wo etwas entnommen werden muss. Der Mitarbeiter geht zum Fahrzeug, legt die zu kommissionierende Ware in einer Kiste ab, die auf dem Roboter steht und quittiert. Durch die gezielte Kommissionierung wird das nicht wertschöpfende Herumlaufen in den Gängen vermieden und der Mitarbeiter muss eine geringere Wegstrecke zurücklegen, was eine enorme ergonomische Entlastung darstellt.

# 03 (Move): Wiederkehrender Transport von der Quelle zur Senke

Die Quellen und Senken sind definiert und die Routen gesetzt. Bei dieser Anwendung werden die Stapler, die in den vergangenen Jahrzehnten das Bild im Lager geprägt haben, schrittweise abgelöst. Parallel wird die Arbeitssicherheit signifikant verbessert, denn wo Staplerfahrer unterwegs sind, entstehen zwangsläufig gefährliche Situationen – etwa, wenn ein Werker den Fahrweg kreuzt. Bei mobilen Robotern ist diese Gefahr durch den Einsatz von verschiedenen Sicherheitstechnologien gebannt.

# 04 (Move): Pufferzonen bei der Be- und Entladung

Die Arbeit der Roboter beginnt bereits im Wareneingang. Dort werden die Lkw von einem Stapler entladen und die Paletten zu einer Übergabestelle gebracht, wo ein Mitarbeiter die Ware scanned und dadurch einen Transportauftrag für die mobilen Roboter auslöst. Diese verbringen die Ware unmittelbar in die nächste Pufferzone. Jeder Roboter weiß, was er geladen hat und wo er es abstellen beziehungsweise übergeben soll. Das Fahrzeug kann außerdem zusätzliche Informationen zum Transportgut erhalten wie beispielsweise das Gewicht der Ladung oder die Art des Ladungsträgers. Im Zuge einer Vertriebspartnerschaft mit dem Automatisierungsspezialisten Stäubli wird Safelog ab dem zweiten Quartal 2025 mit dem Modell FL1500 einen Gegengewichtsstapler im Programm haben, der die Ware für die Verladung bereitstellen und dabei einen Höhensprung von einer Plattform auf den Boden und umgekehrt darstellen kann.

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