Übergeordneter Materialfluss-Rechner

Witt Gruppe Materialflussrechner Team 1
Bild: Josef Witt GmbH

Die Witt-Gruppe hat für die Entwicklung eines übergeordneten Materialfluss-Rechners (MMFC) die Forschungszulage des Bundes erhalten. Das staatliche Förderprogramm honoriert damit die Leistungen des Multi-Channel-Unternehmens im Bereich Forschung und Entwicklung.

Optimierte Logistikprozesse für mehr Kundenzufriedenheit

Der MMFC, entwickelt zwischen 2020 und 2024, bietet zahlreiche innovative Ansätze. Er optimiert den Warenfluss im Warenverteilzentrum durch einen Routing-Algorithmus, der den effizientesten Weg für den Transport von Waren ermittelt. Dabei werden Faktoren wie Streckenlänge, Systemstatus und spezifische Charakteristika berücksichtigt. „Mit unserem innovativen Materialfluss-Rechner können wir unsere Logistikprozesse erheblich optimieren, was sich direkt positiv auf die Customer Experience auswirkt“, so Tobias Nieber, Geschäftsführer Finance & Operations. „Bestellungen können schneller und zuverlässiger bearbeitet werden, was zu kürzeren Lieferzeiten sowie einer höheren Verfügbarkeit von Produkten führt.“

Skalierbarkeit als Kriterium

Bei der Entwicklung lag ein besonderes Augenmerk auf der Skalierbarkeit: „Der Materialfluss-Rechner wurde perspektivisch so entwickelt, dass er mit der Zeit weiterwachsen kann“, so Daniel Vanella, Developer und Teil des Entwicklerteams. „Wird unser Warenverteilzentrum ausgebaut, dann ist auch unser Materialfluss-Rechner leicht erweiterbar.“

System läuft überwiegend autonom

Der MMFC arbeitet überwiegend autonom und bietet Möglichkeiten zur Mensch-Maschine-Interaktion, um bei ungewöhnlichen Anlagenzuständen zu reagieren. Damit erfüllt das System die Anforderungen eines digitalen Zwillings – ein aktuell wichtiges Thema in der Materialfluss-Forschung. Dabei handelt es sich um ein digitales Abbild der Anlage, das diese übergeordnet steuert.

Datensammlung für die Entwicklung von KI-Systemen

In Zusammenarbeit mit einem Doktoranden der Hochschule Landshut wurden Engpässe im System identifiziert und mögliche Optimierungsansätze erarbeitet. Darüber hinaus bietet ein Datenarchiv die Basis für mögliche künftige KI-Systeme. Diese könnten etwa genutzt werden, um zeitnah auftretende Systemdefekte zu prognostizieren.

Forschungszulage: steuerliche Förderung von Personalkosten

Mit dem staatlichen Förderprogramm sollen Innovation und Forschung vorangetrieben werden. Die Forschungszulage ermöglicht eine steuerliche Förderung von 25 Prozent der während des Projekts entstandenen Personalkosten. Das BSFZ-Siegel, vergeben von der Bescheinigungsstelle Forschungszulage, bestätigt, dass das Projekt die Kriterien für Neuheit, Schöpferkraft, Systematik, Ungewissheit und Reproduzierbarkeit erfüllt.