Foto: Lenze
Logistics 4.0 ist bereits Realität

Die Cloud bietet viel Speicherkapazität und Rechenleistung – doch erst mit den richtigen Anwendungen wird daraus ein echter Mehrwert. Anhand eines Regalbediengeräts zeigt Lenze, dass Logistics 4.0 keine Zukunftsmusik mehr ist. Schon heute können Daten von Steuerung, Antrieben und Sensoren sicher in die Cloud übertragen werden.


Auf der Hannover Messe demonstrierte Lenze die Möglichkeiten der Cloud für die Intralogistik. Dort war ein Regalbediengerät in Betrieb, das ständig neue Befehle erhielt: Lagerplätze anzufahren oder Waren ein- und auszulagern. Mit den Cloud-Gateways des Lenze-Kooperationspartners ei3 werden alle relevanten Maschinendaten sicher und einfach in die Cloud übertragen.
Dabei steht Datensicherheit bei ei3 ganz oben auf der Agenda. Gespeichert werden die Daten in ei3-eigenen, regionalen Datencentern. Davon gibt es bislang drei: in den USA, in Europa und in Asien. Ein viertes entsteht derzeit in Deutschland, sodass die Daten der lokalen Kunden das Land nicht verlassen. Sowohl bei der Speicherung als auch bei der Datenübertragung setzt der Datenspezialist aus New York auf starke Verschlüsselungssysteme, wie sie auch von Banken eingesetzt werden.


Die Befehle aus der Steuerung des Regalbediengeräts, welche Lagerplätze wann angefahren werden, sind nur ein Teil der zur Verfügung stehenden Daten. Aus der Lenze-Antriebssteuerung kommen weitere Informationen hinzu, beispielsweise über den Motorstrom oder die Temperatur des Antriebs. Ebenso können Messdaten aus den Sensoren von Drittherstellern über die Gateways von ei3 in die Cloud geschickt werden.

 

Von einfach bis komplex


Die Daten in der Cloud können mit verschiedenen Anwendungen ausgewertet werden. Im einfachsten Fall wird eine Warnung generiert, wenn ein Grenzwert, beispielsweise der Antriebstemperatur, überschritten wird (Condition Monitoring) oder in absehbarer Zeit erreicht werden könnte (Predictive Maintenance). So kann der Instandhalter das Wartungsfenster vorab planen, verschiedene anstehende Aufgaben zusammenfassen und den Stillstand der Anlage reduzieren, was OEE und ROI positiv beeinflusst.


Die Möglichkeiten, die Big-Data-Analysen bieten, sind jedoch noch vielfältiger. Eine dieser Advanced Analytics ist die Mustererkennung, die beispielsweise Antworten liefert auf Fragen wie „Warum fällt das Regalbediengerät in Gasse 5 häufiger aus als andere?“. Mit den bei ei3 gespeicherten Daten wird die Grundlage für die Nutzung solcher Problemanalysen gelegt.

 

Auswirkungen auf das Geschäftsmodell


Mit Logistics 4.0 sind nicht nur eine bessere Steuerung der Intralogistik und die Optimierung der Prozesse beim Anwender gemeint. Auch der OEM profitiert von den zusätzlichen Informationen. So kann er auf Basis der Maschinendaten seinen Service optimieren und Einsätze im Rahmen der Gewährleistung reduzieren. Die Auswertung von Anwendungsdaten zeigt, wie die realen Einsatzbedingungen der Maschinen aussehen – oft weichen sie deutlich von den von Kunden vorab gemachten Angaben ab. Dementsprechend lassen sich Maschinen exakter den tatsächlichen Einsatzbedingungen anpassen und aufgetretene Schwächen ausmerzen. Mit kundenspezifischen Lösungen oder gar individuellen Service-Angeboten kann der Maschinenbauer zudem die Kundenbindung erheblich steigern.

 

Bereit für die digitale Transformation


Das Regalbediengerät als Teil einer digitalen Lösung kann schon heute realisiert werden. Lenze bietet dafür alle nötigen Bausteine an, von der Automatisierungs- und Antriebstechnik über die nötigen Entwicklungs- und Software-Tools bis hin zur Cloud-Anbindung. Darüber hinaus kann Lenze OEMs und Anwendern die nötige Expertise im Umfeld von digitalen Services und der Weiterentwicklung der Geschäftsmodelle vermitteln.

 

www.lenze.com


 

 

Beitrag aus dhf 5.2018

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