Foto: Aberle
Effizienz, Betriebssicherheit und Transparenz deutlich gesteigert

Mit einem umfangreichen Erweiterungs- und Modernisierungsprojekt hat Aberle als Generalunternehmer die Intralogistik der P-Well Unternehmensgruppe auf ein zukunftsfähiges Niveau gebracht. 

Das klingt zunächst wenig spektakulär: Erweiterung eines bestehenden Hochregallagers (HRL). Kenner der Materie geraten allerdings sofort ins Staunen.

 

Denn moderne HRL werden in so genannter Silo- Bauweise errichtet. Dabei sind die Stützen der Regalsysteme zugleich die tragenden Elemente für das Hallendach und die Anbringung der Seitenwände. Die Erweiterung eines solchen HRL, zumal bei laufendem Betrieb, stellt die Anlagenbauer vor einige Herausforderungen. Gleichwohl: „Die Kapazitäten im bestehenden HRL waren erschöpft“, begründet Stefan Nieding, Prokurist und IT-Leiter der P-Well GmbH mit Sitz in Berka/Werra, das Erweiterungs- und Retrofitprojekt, mit dem der Hersteller von Wellpappe und Wellpappverpackungen seine Intralogistik dem Unternehmenswachstum angepasst hat.


„Steigende Kundenzahlen und die wachsenden Anforderungen der Just-in-Time- Lieferungen machten die Erweiterung und Modernisierung unumgänglich.“ Den Auftrag zur Verlängerung und Erweiterung des HRL sowie zur Installation der erforderlichen Fördertechnik nebst Modernisierung der gesamten Materialflusssteuerung erhielt als Generalunternehmer die Aberle GmbH, Leingarten. „Sehr gute Referenzen und ein plausibles Realisierungskonzept für den sehr engen Zeitrahmen waren ausschlaggebend für die Auftragsvergabe“, so Nieding. „Mit Aberle hatten wir dabei einen Partner an unserer Seite, der uns ein Gesamtpaket für sämtliche erforderlichen Leistungen aus einer Hand anbieten konnte.“


1 800 verschiedene Wellpapp-Qualitäten stellt P-Well in Berka her. Das Produktspektrum reicht von Wellpapp-Bögen und Wellpapp- Verpackungen bis zu Sonderprodukten, wie nassfesten, beschichteten, durchgefärbten oder bedruckten Verpackungen in allen Wellenarten und Kombinationen. In dem ehemals nur zweigassigen HRL standen dafür knapp 7000 Palettenstellplätze zur Verfügung. „Mit der Erweiterung haben wir die Kapazitäten mehr als verdreifacht und die Prozesse deutlich optimiert“, sagt Nieding.

 

HRL verlängert und erweitert


Die Planungsphase für das Projekt war sehr detailliert. „Wir mussten die Demontage der vorhandenen Seitenwände, den Regalbau und die erneute Verkleidung von Dach und Wand der neuen Gesamtanlage exakt planen und alle Gewerke für die Anlagenerweiterung aufeinander abstimmen“, erläutert Aberle-Projektleiter Daniel Braun. Besonderheit: Aufgrund der ausgeschöpften Lagerkapazität des vorhandenen Lagers sollten nicht nur zwei zusätzliche Gassen eingerichtet, sondern auch die beiden vorhandenen Gassen stirnseitig um jeweils ein Drittel verlängert werden. Der auf 144 Meter verlängerte Stahlbau mit den Stützen und Regalgerüsten ragte für die zwei neuen HRL-Gassen 33 Meter in die Höhe. Die Regalbediengeräte (RBG) für die beiden Erweiterungsgassen wurden in das HRL eingehoben. Das Dach und die Seitenwände wurden verschlossen, die Anlage mit einem Blitzschutz versehen und die Erweiterung der Palettenfördertechnik konnte beginnen.


Heute verteilt ein neu installierter Lagerloop mit Drehtischen und Eckumsetzern die Einlagerungspaletten auf die Übergabestiche zu den insgesamt vier RBG des Bestands- und Neubaubereichs und führt die Warenausgangspaletten über eine neue Förderstrecke in das Versandzwischenlager. Zwei neu eingerichtete Senkrechtförderer inklusive Einhausung, zwei Auf- und drei Abgabestationen komplettieren die erweiterte Palettenfördertechnik und fügen den Materialfluss in der vergrößerten Gesamtanlage zu einem harmonischen Ganzen. Mit insgesamt knapp 120 Doppelspielen pro Stunde verbringen die vier RBG die Paletten auf einen der mehr als 21 000 Stellplätze für doppeltiefe Lagerung im neuen HRL und lagern die Bedarfspaletten aus. Für die einheitliche Leistung wurden die Steuerungen der vorhandenen zwei RBG modernisiert und mit einer Schnittstelle zum Materialflussrechner des installierten Prozess Management Systems (PMS) von Aberle ausgestattet.


Neben der Erweiterung der Hardware hat P-Well sich auch für eine optimale, energieeffiziente IT-Steuerung der Lagerprozesse entschieden. Aberle erhielt den Zuschlag für Installation, Zuschnitt und Anbindung der zwei PMS-Module PMS-M und PMS-E. In die installierten IT-Systeme wurde auch die Bestandsfördertechnik eingebunden. „Mit dem ausgereiften PMS-System sowie der von Aberle installierten, leistungsfähigen Visualisierung bis auf Steuerungsebene konnten wir bei Betriebssicherheit und Transparenz im Vergleich zur Bestandsanlage einen deutlichen Fortschritt machen“, sagt Nieding. „Alle Vorgänge werden absolut transparent dargestellt, und der Bediener kann die Gesamtanlage hervorragend überwachen.“

 

PMS für hohe Ressourceneffizienz


Mit dem modularen Prozess Management System PMS hat Aberle eine mitwachsende IT-Lösung für die Intralogistik entwickelt, die gleichermaßen die Effizienz, Transparenz und Sicherheit der Prozesse steigert und den Anwendern parallel dazu eine Vielzahl von Einsparpotenzialen erschließt. Ein zentrales Modul ist das PMS-M, ein Materialflusssystem zur optimierten Steuerung vollautomatischer Fördertechnikanlagen und komplexer Materialflussprozesse. PMS-M steuert dabei nicht nur die Fördertechnikstrecken, fahrwegoptimierten Ein- und Auslagerungen im HRL sowie die Aussteuerungen. Mit der Verwaltung von Arbeitsplätzen und Scanner-basierten Meldepunkten der Datenerfassung sowie der verfügbaren Transporthilfsmittel und Arbeitsgeräte sorgt PMS-M darüber hinaus für hohe Ressourceneffizienz.


Die für den Materialfluss erforderlichen Daten erhält PMS-M aus dem übergeordneten ERP-System von P-Well, das über eine Schnittstelle direkt angebunden ist. Aus den Auftragsdaten generiert das Materialflusssystem Transport- und Arbeitsaufträge und setzt diese in ressourcen- und wegeoptimierte Einzelaufträge für die prozessbeteiligten Komponenten und Mitarbeiter um. Dabei reagiert das PMS-M auf unterschiedliche Anlagensituationen und reguliert je nach Betriebszustand der Anlage etwa die Fahrgeschwindigkeiten der Regalbediengeräte. „Eine ideale Basis-IT für Erweiterungs- und Modernisierungsprojekte im Rahmen eines Retrofittings“, urteilt Aberle-Projektleiter Braun.


„Mit der Aberle-Lösung sind wir äußerst zufrieden. Das gesamte Projekt wurde absolut professionell durchgeführt. Wir würden die Entscheidung jederzeit wieder so treffen. Für kommende Projekte ist Aberle damit einer unserer Favoriten.“, resümiert Nieding. 

www.aberle-logistics.com

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Beitrag aus dhf 6.2015

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