Sebastian Krayenborg, Karl H. Bartels
Verlässlicher Partner mit pfiffigen Ideen

Vor 80 Jahren gründete Karl Gustav Heinrich Bartels in Hamburg die Firma Karl H. Bartels für Lagereinrichtungen und Transportgeräte. Sebastian Krayenborg, seit 2013 Geschäftsführer von Bartels, im Interview über gelebte Unternehmenswerte, die Erweiterung des Produktportfolios und nächste Schritte in Richtung Industrie 4.0.


Herr Krayenborg, Bartels feiert 2018 sein 80-jähriges Bestehen. Welche Meilensteine waren aus Ihrer Sicht die entscheidenden in der Unternehmensgeschichte?


Sebastian Krayenborg: Am prägendsten waren sicherlich zwei Entwicklungen, die sich nicht an einem konkreten Datum festmachen lassen, sondern sich durch die vergangenen acht Jahrzehnte ziehen. Zum einen ist dies die kontinuierliche Erweiterung unseres Handelssortiments und zum anderen der Ausbau unseres Sonderbaus im Bereich Regale. Wenn es in unsere Regalwelt passt, versuchen wir, jeden Kundenwunsch zu realisieren, kommunizieren aber auch ganz klar, wenn wir Neuland betreten. Wir stellen immer wieder fest, dass Kunden diese offene Kommunikation sehr zu schätzen wissen und sich bei Regalsonderbauten gezielt an Bartels wenden. Ähnlich wichtig war und ist die ständige Erweiterung unseres Handelssortiments. Wir sind immer auf der Suche nach neuen, innovativen Produkten, so dass wir inzwischen rund 30000 Artikel im Sortiment haben.

 

Seit 2013 sind Sie Geschäftsführer von Bartels – der erste, der nicht der Familie Bartels angehört. Inwiefern bleibt die Familie und die damit verbundenen Traditionen zukünftig erhalten?


Die Unternehmensgruppe ist nach wie vor zu hundert Prozent in den Händen von Mitgliedern der Familie Bartels. Die Werte, mit denen Karl Gustav Heinrich Bartels diese Firma einst gegründet und über Jahrzehnte selbst geführt hat, werden nach wie vor jeden Tag gelebt. Wir schreiben zum Beispiel eine wertorientierte Führung groß und pflegen einen fairen Umgang mit Mitarbeitern, Kunden und Partnern.

 

Wie stellt sich dies im Arbeitsalltag konkret dar?


Nun, intern achten wir zum Beispiel auf den zwischenmenschlichen Umgang. Jeder wird gleich und fair behandelt. Abteilungsleiter genießen keinen Sonderstatus. Bei den Führungskräften ist uns wichtig, dass sie Führungsqualitäten mitbringen und nicht bloß lange im Unternehmen sind. Außerdem bieten wir unseren Mitarbeitern eine flexible Gleitzeit und pflegen einen selbstverständlichen Umgang mit Elternzeit. Entsprechend hoch ist bei uns die Elternzeitquote auch bei Vätern, selbst in Führungspositionen, und häufig deutlich über die üblichen zwei Partnermonate hinaus. Es ist uns wichtig, dass unsere Mitarbeiter Beruf und Familie möglichst gut miteinander vereinbaren können, dann bleiben sie uns auch lange erhalten.


Ähnliche Werte leben wir als Lieferant. Wir sind sehr anständig und ehrlich, wenn wir anderen Unternehmen Produkte liefern. Dabei achten wir auf Termintreue und Verlässlichkeit und kommunizieren offen, was möglich ist und was nicht. Unserem Unternehmens-Leitbild entsprechend, stehen die Erwartungen und Bedürfnisse unserer Kunden im Mittelpunkt unserer Handlungen. Wir streben langfristige Partnerschaften an. Dafür ist Aufrichtigkeit von enormer Bedeutung, aber auch schnelles, flexibles und lösungsorientiertes Arbeiten. Ähnliches erwarten wir auch von unseren Lieferanten, die wir sehr genau prüfen, bevor wir eine Partnerschaft eingehen.

 

Bartels ist dafür bekannt, Produkte den Kundenbedürfnissen entsprechend individuell anzupassen, d.h. Ihre Produkte sind sehr beratungsintensiv. Wie verhält sich dies mit dem modernen Online-Shopping, wo Kunden mit einem Klick ein Produkt kaufen wollen?


Auch wir haben einen modernen Onlineshop. 2006 ging unser erster Shop online. Anlässlich des 80-jährigen Jubiläums hatten wir gerade erst einen Relaunch. Unsere Kunden können weniger komplizierte Artikel also auch schnell und einfach kaufen. Dabei hat der Kunde jedoch stets auch die Möglichkeit, zum Telefonhörer zu greifen und sich nochmal beraten zu lassen. Persönliche Beratung wird im B2B-Bereich immer notwendig sein. Individuelle Lösungen wie etwa im Regalbau brauchen darüber hinaus immer eine eingehende Beratung, um für jeden Kunden die bestmögliche Lösung zu finden.

 

Welche Produktgruppen sind für Bartels aktuell am wichtigsten?


In den letzten Jahrzehnten sind die Treppensteiger für Lasten immer wichtiger für uns geworden. Hier ist immer wieder unser Know-how gefragt, das wir uns über fünfzig Jahre angeeignet haben. Dieses Wissen und unser Service rund um Treppensteiger ist sehr gefragt, da wir im Gegensatz zu anderen Anbietern, die die Geräte lediglich verkaufen, eine qualifizierte Beratung und umfangreiche Services rund um die Geräte anbieten. Wir führen die Mitarbeiter unserer Kunden zum Beispiel direkt bei ihnen vor Ort in die Benutzung des jeweiligen Geräts ein und bleiben auch im Servicefall und bei späteren Fragen Ansprechpartner. Unser Kerngeschäft sind aber nach wie vor die Regale der Eigenfertigung. Das werden sie sicherlich auch immer bleiben, da wir hiermit die meisten Mitarbeiter beschäftigen und der Sonderbau unser größter Umsatzgeber ist.

 

Im Bereich Regale gab es bei Bartels in den letzten Jahren wenig Veränderungen. Zwar können verschiedene Regale auch mit Motoren ausgestattet werden, Sie sind aber weit entfernt von automatisierten Systemen. Wie gehen Sie mit den Anforderungen von Industrie 4.0 um?


Über moderne ERP-Lösungen werden auch heute schon manuell bedienbare Regale bzw. deren Lagerplätze in die digitale Welt der Industrie 4.0 eingebunden. Palettenregale sind an sich zum Beispiel nicht automatisch und dennoch sind sie Bestandteil der Industrie 4.0. Und so muss man unsere Regale auch sehen. Bei Bedarf lassen sie sich in automatisierte Abläufe einbinden. Wir stellen bei unseren Kunden, die vom Schlosser bis zum international agierenden Stahlkonzern die gesamte wirtschaftliche Bandbreite abbilden, aber immer wieder fest, dass dies oft gar nicht gefragt ist. Die Entscheidung für ein motorisiertes oder automatisiertes Regal hängt schließlich nicht nur vom Stichwort Industrie 4.0 ab, sondern von wirtschaftlichen Gesichtspunkten. Hier sind beispielsweise Zugriffszeiten, Wartungskosten, Ausfallzeiten und Anschaffungskosten zu berücksichtigen.

 

Inzwischen umfasst Ihr Sortiment über 30000 Produkte, der jährliche Bartels-Hauptkatalog rund 500 Seiten. Ist Bartels auf dem Weg zum Vollsortiment, oder sollen gewisse Produktgruppen, wie etwa Stapler, bewusst ausgespart werden?


Wenn es mal einen Stapler gibt, der etwas Besonderes kann, wie etwa der Off-Road-Hubwagen, den wir letztes Jahr ins Sortiment aufgenommen haben, sind wir gern dabei, ansonsten sind Gabelstapler aber nicht unser Spielfeld. Darüber hinaus sind wir stets auf der Suche nach neuen, innovativen Produkten, die in unser Handelssortiment passen. Selbstverständlich immer in dem Sinne, dass Kunden bei uns alles aus einer Hand erhalten. Wir sind bekannt für ausgefallene Lösungen. Das wollen wir auch zukünftig ausbauen und zeigen.

 

Lassen Sie uns zum Abschluss noch einen Ausblick auf die nächsten Jahre werfen. Wie will sich Bartels strategisch weiterentwickeln?


Nun da steht zum einen der Ausbau des Standorts Deutschland an. Wir wollen unsere Fertigung weiterhin modernisieren, um noch effizienter zu arbeiten. Wir haben hier in Horst in den letzten Jahren bereits weitere Arbeitsplätze geschaffen und werden diesbezüglich nicht nachlassen. Ansonsten sind wir immer dabei, unsere Produktwelten weiterzuentwickeln. Dafür sind wir auch ständig auf der Suche nach neuen Partnern. Wir wollen weiterhin dafür bekannt sein, dass man bei uns verlässliche Systeme für Lager und Logistik bekommt. Daran arbeiten wir jeden Tag.


Herr Krayenborg, ich bedanke mich für das interessante Interview und wünsche Ihnen weiterhin viel Erfolg.

www.bartels-germany.de

 

 

Beitrag aus dhf 7-8.2018

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