Foto: Igus
Motion Plastics bewegt Krane

Igus hat im November 2017 sein 1000. Energieführungssystem in einen Ship-to-Shore (STS)-Kran verbaut. Die Energieketten kommen in einem Kran des chinesischen Kranherstellers Shanghai Zhenua Heavy Industries (ZPMC) zum Einsatz, der bereits 900 Modelle mit den Kölner Energieketten ausgerüstet hat.

 

Die STS-Krane, die in über 120 Welthäfen Containerschiffe be- und entladen, sind so erfolgreich, dass ZPMC die Zusammenarbeit mit Igus verstärken will. Der „Jubiläumskran“ der Kooperation wird in Rotterdam zum Einsatz kommen – in der automatisierten Hafenanlage von APM Terminals, ein niederländischer Betreiber von Containerterminals.


„1000 STS-Krane, die mit Igus-Technologie ausgestattet sind – das bedeutet für uns einen Meilenstein“, stellt Theo Diehl, Leiter des Branchenmanagements Krantechnik von Igus, heraus. Er erinnert sich an den Startschuss der Zusammenarbeit mit ZPMC, einer der wichtigsten Kunden. „Vor 17 Jahren haben wir im Werk von ZPMC die erste Energiekette in einem STS-Kran installiert. Heute sieht man die Krane in Häfen auf der ganzen Welt, unter anderem in Terminals von APMT, MIT, DPW, Evergreen, ITCSI, HHLA, PTP und vielen weiteren.“ Die Hochleistungskunststoffe der Energieketten sind so robust, dass die Systeme jahrelang fast ohne Wartungsaufwand arbeiten. In einer Krananlage in Xiamen, Südchina, zeigen die Systeme auch nach 15 Jahren in der tropischen Sonne noch volle Funktionsfähigkeit. „Das ist eine Leistung, die uns natürlich stolz macht und Ansporn ist, die Entwicklung, weiter voranzutreiben.“ Qualitativ minderwertiges Polymer wäre längst porös geworden und gebrochen. Igus hat das Material zudem harten Belastungstests in der Klimakammer unterzogen. Bei Temperaturen zwischen minus 40 und plus 120 Grad Celsius sind keine Veränderungen der mechanischen Eigenschaften zu erwarten.

 

Hochleistungskunststoff sorgt für 200000 Kilometer Laufleistung


Igus überzeugt die Kranbauer mit seiner großen Expertise für Hochleistungskunststoffe. Für Energieketten ist Igumid der Werkstoff der Wahl – ein Polymer, das mehrere Eigenschaften vereint: Es hält hohen Druck- und Zugbelastungen stand, verhält sich bei Extremtemperaturen stabil, hat eine gute Zähigkeit und eine hohe Abriebfestigkeit, ist witterungs- und strahlungsbeständig. „Die Energieketten, die für die Kranindustrie in einer Heavy-Duty-Ausführung erhältlich sind, erreichen dank dieses Materials auch bei Extremwetter eine Laufleistung von bis zu 200000 Kilometer. Das entspricht einer durchschnittlichen Einsatzdauer von zehn bis zwölf Jahren“, erklärt Diehl.


Igus bietet jedem Hersteller mit einem Baukastensystem Flexibilität beim Kranbau. Die Dimensionen der Energieketten sind konfigurierbar, die Innenaufteilung mit Stegen und Einsteckböden veränderbar. Die Verfahrwege können Längen von bis zu 800 Meter erreichen, sich mit 10 Meter pro Sekunde bewegen und dabei ein Füllgewicht von bis zu 70 Kilogramm pro Meter tragen. Und die Energieführungssysteme werden immer leistungsstärker. Um das Zusammenspiel von Energiekette, Führungsrinne und Leitungen zu optimieren, betreibt Igus in Köln das mit 2750 Quadratmeter weltgrößte Testlabor der Branche. Auf einer Außentestanlage testen Ingenieure praxisnah Energieführungssysteme und Chainflex-Leitungen auf mehreren hundert Meter langen Verfahrwegen.

 

Kranbau fordert individuelle Lösungen


Ingenieure von Igus stehen den Kranbauern zudem bei der Konzeption mit jahrelangem Branchen-Know-how zur Seite. „In der Krantechnik gibt es eine Menge Besonderheiten, etwa große Temperaturschwankungen und starke Vibrationen“, sagt Diehl. „Man kann keine Lösungen von der Stange anbieten, sondern muss jedes Projekt in Kooperation mit dem Kunden konzipieren und montieren.“


Igus genießt deswegen auch bei APM Terminals einen guten Ruf. „Igus bietet nicht nur qualitativ hochwertige Produkte und innovative Lösungen, sondern auch einen hervorragenden technischen Support“, erklärt Ivy Li, Qualitätssicherungs-Managerin bei APM Terminals.

 

Sensoren erhöhen die Ausfallssicherheit


Energieketten spielen im Kranbau eine Schlüsselrolle. Sie führen kontrolliert alle Leitungen für die Katzversorgung. Befindet sich die Katze am Kranträgerende, liegt die Energiekette in der Führungsrinne. Fährt die Katze auf den Ausleger in der zweiten Endposition, legt sich das Obertrum der Kette auf das Untertrum. „Die Kette ist ein kleiner Teil des Krans, aber sie spielt eine wichtige Rolle“, weiß Ivy Li, Qualitätssicherungs-Managerin bei APM Terminals. Versagt sie, fällt der Kran aus. Das können sich Betreiber von Containerterminals in Zeiten des hohen Kostendrucks nicht leisten. „Wir haben die Energieketten deswegen mit Sensortechnik ausgestattet, sie fit gemacht für das Internet der Dinge“, erklärt Diehl. Isense Sensoren und Überwachungsmodule von Igus messen den Abrieb der Energieketten, Zug- und Schubkräfte und Beschleunigungen und ermöglichen ein Monitoring in Echtzeit. „Der Anwender kann dank dieser Vernetzung mechanische Beschädigungen sofort erkennen und beheben, noch bevor Folgeschäden entstehen. Das beugt unerwarteten Stillstandszeiten des Krans vor und sorgt für einen wirtschaftlicheren Betrieb.“

 

Energieketten: verlässlich, platzsparend und flexibel


Doch nicht nur neue Krane können mit e-Kettensystemen ausgestattet werden. Auch alte Krane mit Energieketten zu modernisieren bringt Betreibern eine ganze Reihe von Vorteilen. Sie erhöhen zum Beispiel die Anlagensicherheit. „Bei Festoonings besteht die Gefahr, dass sich Schlaufen verheddern und einen teuren Betriebsstillstand verursachen“, erklärt Diehl. „Energieketten hingegen sorgen für eine wesentlich verlässlichere Leitungsführung, selbst bei Verfahrwegen von mehreren Hundert Meter.“ Ein weiterer Vorteil der Energieketten: Sie lassen sich platzsparender einbauen als Festoonings. Können vertikal hängende Kabelschlaufen bis zu drei Meter lang sein, beträgt die Systemhöhe eines e-Kettensystems lediglich 80 Zentimeter. Darüber hinaus ist der modulare Aufbau der Energiekette flexibler für Erweiterungen bei der Leitungsbelegung oder spätere Nachrüstungen. Im Inneren der Kette finden neben Energie- und Datenleitungen problemlos auch LWL-Leitungen oder Schläuche für hydraulische Flüssigkeiten Platz, alle sicher in Position gehalten von variablen Einsteckböden. Der Anwender spart zudem 10 Prozent Stahlbau für den Kabelbahnhof des Festoonings. Nicht zuletzt gibt es mittlerweile Energieketten wie die P4, die Igus mit Rollen in den Kettengliedern auf einen reibungsarmen und energiesparenden Lauf optimiert hat. Wenn sich die Kette faltet, rollt das Obertrum auf dem Untertrum. Im Vergleich zur Gleitreibung fällt diese Rollreibung um 75 Prozent geringer aus, das bedeutet bis zu 57 Prozent weniger Antriebsleistung im Vergleich zu gleitenden Anwendungen. Energieketten machen den Kran nicht zuletzt flexibler für Erweiterungen. Daher konstatiert Diehl: „Es ist vernünftig, sich von Schleppkabelsystemen zu verabschieden und auf Energiekettensysteme zu setzen.“ Überzeugt von diesen Vorteilen ist unter anderem Konecranes. Der Hallenkran-Hersteller setzt bereits auf Energieketten-Lösungen von Igus.

 

Igus übernimmt die professionelle Montage


Voraussetzung für einen zuverlässigen und energieeffizienten Betrieb ist, dass die Energieketten auf die Anlage abgestimmt und professionell montiert sind. Das übernimmt auf Wunsch der Igus-Montageservice. „Unser qualifiziertes Fachpersonal garantiert eine schnelle und fehlerfreie Montage und legt damit einen Grundstein für eine hohe Anlagenverfügbarkeit“, erklärt Theo Diehl. „Egal wie es um die Architektur des Krans und Platzverhältnisse bestellt ist, gemeinsam mit dem Kunden finden wir eine Kombination aus Energiekette und Führungssystem, die hohe Anlagensicherheit garantiert.“ Auf Wunsch übernimmt Igus sogar die Konfektionierung. Das Unternehmen betreibt in Köln die Readychain Fabrik, die pro Woche bis zu 500 einbaufertige Systeme herstellt. „Viele Kranbauer wünschen sich vorkonfektionierte Systeme mit Leitungen und Steckverbindungen, die sich direkt anschließen lassen. Das Alles-aus-einer-Hand-Prinzip führt zu Zeiteinsparungen von über 50 Prozent.“

 

Modularer Baukasten für die Kranmodernisierung


Igus stellt einen modularen Baukasten zur Verfügung, mit dem sich 90000 Energieketten erstellen lassen – für unterschiedliche Verfahrwege, Beschleunigungen, Zusatzlasten und Umweltbedingungen. Die Energieketten können bei großen Containerbrücken in Häfen Rekordlängen von über 600 Meter erreichen und dabei ein hohes Füllgewicht von 90 Kilogramm pro Meter und mehr aufnehmen. Der Baukasten ist allerdings nur ein Baustein einer erfolgreichen Kranmodernisierung. Diese ist am effektivsten, wenn erfahrene Berater zur Verfügung stehen, meint Diehl.

www.igus.de

 

Titelthema aus dhf 3.2018

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