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66 Lagerlogistik + Materialfluss Digitalisierung ist kein Selbstzweck Digitalisierungsprojekte verlangen einen klar erkennbaren Nutzen – Platituden wie „Prozessoptimierung“ oder „Effizienzsteigerung“ sind fehl am Platz. dhf Intralogistik im Gespräch mit Walter Dunkmann, Leiter Geschäftsfeld Vakuum-Automation bei J. Schmalz, über sinnvolle Digitalisierungslösungen und zukunftsweisende Technologien. Herr Dunkmann, alle sprechen über die Digitalisierung. Oft scheint es aber so, dass das Thema trotzdem nicht so richtig Fahrt aufnimmt. Warum? Walter Dunkmann: Das Thema Digitalisierung wird nun schon länger über alle Ebenen diskutiert. Und obwohl inzwischen technisch vieles möglich ist und es zahlreiche Lösungen am Markt gibt, ist dem Anwender oft nicht klar, welcher konkrete Nutzen für ihn resultiert. Das heißt, er braucht mehr als universelle Versprechen wie „Effizienzsteigerung“ oder „Marktwachstum“.   4.2018 Letztlich geht es darum, gemeinsam mit dem Kunden seine Anwendungen zu analysieren und die nutzbaren Vorteile der Digitalisierung aufzuzeigen. Beispielsweise Informationen zum aktuellen Status wie Performance, Zustand der Anlage, Prognosen zur Lebensdauer von Komponenten oder Empfehlungen zur nächsten Wartung. Und genau daran fehlt es bislang häufig. Zudem reicht es nicht, dem Anwender Daten nur zur Verfügung zu stellen. Vielmehr muss er möglichst einfach und ortsungebunden Daten erfassen und übertragen können. Wir rüsten daher inzwischen alle unsere mechatronischen Komponenten wie Vakuum-Erzeuger oder Schalter mit NFC aus. Das bedeutet, dass der Anwender wichtige Prozess- oder Anlagendaten per Smartphone oder Tablet direkt aus dem Prozessor des Feldgerätes auslesen kann. Zudem programmieren wir Apps, mit denen unsere NFC-fähigen Devices nicht nur lesbar, t Walter Dunkmann, Leiter Geschäftsfeld Vakuum-Automation bei J. Schmalz (Foto: J. Schmalz) sondern auch beschreibbar sind. Ich kann sie also per Smartphone in Betrieb nehmen oder parametrieren. Der nächste Schritt für uns wird sein, diese Daten in die Cloud zu geben. So kann ich von überall, also ortslosgelöst, abfragen, wie meine Maschine oder Anlage am anderen Ende der Welt läuft oder Anlagen miteinander vergleichen. Drei Merkmale sind meiner Meinung nach entscheidend dafür, dass ein Kunde das Produkt einsetzt: die Digitalisierungsmöglichkeit des Gerätes an sich, die Konnektivität und die Verwendbarkeit der Daten in der Cloud mittels Apps. Warum tun sich Unternehmen so schwer, ihren Kunden den Mehrwert von digitalisierten Prozessen aufzuzeigen? Digitalisierung ist kein Selbstzweck, sondern sollte für den Kunden immer mit einem Mehrwert verbunden sein. Wenn ich Daten nicht aufbereitet und nicht verdichtet bereitstelle, quasi nach dem Prinzip „Gießkanne“, hat der Kunde nichts davon. Im Gegenteil: Er trägt dann beispielsweise hohe Kosten der Datenbevorratung. Sowohl hard- wie auch softwareseitig. Und auch wenn Lösungen bereitstehen, die dem Anwender die richtigen Daten sinnvoll aufbereitet zur Verfügung stellen, steht immer noch die Frage im Raum, was der resultierende Kundennutzen ist. Sprich: Was ist er letztlich bereit zu zahlen? Für viele Anbieter von Digitalisierungslösungen ist dieser Spagat zwischen Aufwand und Nutzen noch nicht ausreichend definiert. Für uns bei Schmalz ist es wichtig, genau aufzuzeigen, was unsere Produkte leisten und wie sie dem Kunden weiterhelfen. Nehmen wir beispielsweise unseren Vakuum-Erzeuger ECBPi, die „Cobot Pump“: Über eine Datenschnittstelle liefert sie dem Anwender Energie- und Prozessdaten. Aus diesen Daten leiten sich Handlungsempfehlungen für eine nächste Wartung ab und helfen ungewollte Stillstände zu vermeiden. Welchen Weg geht Schmalz nun konkret? Wir zeigen beispielsweise, wie die „digitale Version“ von Predictive Maintenance aussieht. Dazu braucht es nicht einmal eine große Infrastruktur: Vakuum-Komponenten in Verbindung mit einer App und einem Smartphone liefern eine Fülle an Daten, um den Prozess weiter zu optimieren, Fehler frühzeitig zu erkennen oder den Energieverbrauch einer Anlage zielgerichtet zu verbessern. Mit der App als „Leitstand to Go“ kann der Anwender seine Devices per Smartphone oder Tablet installieren, parametrieren und bedienen. Was hat der Anwender davon? Nun, wenn ein Greifsystem oder eine Anlage stillsteht, liefert die App eindeutige Hinweise zur Fehlerquelle und keine kryptischen Fehlercodes. Um das Ausfallrisiko des Devices zu minimieren, ermöglicht die App eine vorausschauende Verschleißüberwachung: So kann eine Erinnerung für eine vorausschauende Wartung und eine Liste möglicher Verschleißteile hinterlegt werden. Der Anwender kann bei Bedarf schnell eingreifen, die Servicezeiten reduzieren sich um bis zu 80 Prozent, das ist ein für den Kunden messbarer Mehrwert, der erst durch die Digitalisierung möglich wird. Herr Dunkmann, ich bedanke mich für das interessante Interview und wünsche Ihnen für die Zukunft viel Erfolg. u www.schmalz.com „Digitalisierungsmöglichkeiten der Geräte, Konnektivität und Verwendbarkeit der Daten in der Cloud via Apps entscheiden über den Einsatz digitaler Lösungen“  17–E26


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