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62 Lagerlogistik + Materialfluss Partner finden. Das Unternehmen Liese aus Walzbachtal hat seinen Sitz gleich bei uns um die Ecke und hinterließ bei einer Präsentation einen sehr guten Eindruck bei unserem Fertigungsleiter. So haben wir den Kontakt zu unserem Generalunternehmer Yaskawa hergestellt“, berichtet Hahn. Knifflige Prämissen Eine Vorgabe von John Deere an die Liese GmbH war unter anderem, dass die bisher zur Fixierung der Kabinen auf den Verfahrwagen notwendigen, großen und stabilen Umlaufteile wesentlich kleiner werden sollten. Eine zweite wichtige Prämisse lautete, dass das Personal bei Störungen, wie etwa Strom- oder Computerausfall, trotzdem die Möglichkeit haben sollte, die Kabinen manuell zu den weiteren Bearbeitungsstationen zu schieben. „Bisher stand bei so einer Störung die gesamte Linie, weil ja die stehenden Kabinen auf der Förderanlage alles blockierten. Das wollten wir bei der neuen Halle verhindern“, sagt Hahn. Der Fördertechnik-Spezialist Das Unternehmen Liese hat sich seit seiner Gründung 1999 mit heute über 40 Mitarbeitern zu eikabine   4.2018 mit einem Portalkran von Yaskawa auf den Liese-Verfahrwagen aufgesetzt. Je nach Modell haben die Kabinen-Rohlinge unterschiedliche Größen und können bis zu 500 Kilogramm wiegen. Zur Fixierung auf der Förderanlage werden sie mit vier kleinen Einsteckplatten als Umlaufteile (in jeder Ecke eine) befestigt. Die kleinste Platte ist lediglich 110 Millimeter lang, was den Übergang von einer Förderkomponente zur anderen verkompliziert. Mit einer Fördergeschwindigkeit von 0,2 Meter pro Sekunde fahren die Kabinen nun zu den verschiedenen Bearbeitungsstationen, die sich seitlich vom Hauptförderstrang befinden. Zur Richtungsänderung in der Anlage setzt Liese Drehtische ein. „Der Durchlauf durch die komplette Schweißerei dauert etwa zweieinhalb Stunden. Da sich aber in einem modernen Traktor viel mehr Technik befindet als in einem Auto und wir zudem eine ungeheure Vielfalt an möglichen Systemen anbieten, ist fast keine Kabine wie die andere. Das bedeutet für die Rohkarosserie also eine sehr komplexe und flexible Technik, denn an jede Kabine werden dann teils automatisch, teils manuell 70 Bolzen und Gewinde von ganz klein bis groß angeschweißt“, berichtet Mathias Hahn. Exakte Positionierung und anspruchsvolle Sicherheitstechnik Insbesondere die Bearbeitungsstationen, bei denen es sich eher um Vorrichtungsbau als um Fördertechnik handelt, bedeuteten für Liese einen sehr großen konstruktiven Aufwand. Der Bolzenschweißtisch ist eine Vorrichtung zum Positionieren, Spannen und Drehen der unterschiedlichen Kabinentypen, während ein Roboter Schweißbolzen an die Kabine schweißt. Die Kabinen müssen dabei auf dem Tisch wiederholgenau mit einer minimalen Abweichung von lediglich ± 0,3 Millimeter positioniert werden. Bei der zweiten Station, dem AC-Boxenplatz, handelt es sich um eine Vorrichtung zum Drehen der Kabinen per Handbedienung. Manuell werden hier einige Bauteile von Schweißspezialisten an die Kabine geschweißt. Genau deshalb handelt es sich hier um einen sicherheitstechnisch sehr anspruchsvollen Bereich. In beiden Stationen ist die Ausführung der gesamten Fördertechnik geschützt vor Schweißspritzern. Auch manuell geht es weiter Damit es, wie angesprochen, durch einen etwaigen Stromausfall nicht zu einem kompletten Produktionsstillstand kommt, können die Kabinen auf den Verfahrwagen auch händisch über die Förderanlage zu den Bearbeitungsstationen geschoben und danach aufgestaut werden. Aufgrund der Geometrie der Kabinen und der zuvor genannten Anforderungen baute Liese das Fördermodul als Staurollenkettenförderer mit einer speziellen Förderkette mit pneumatischen Stopperpaaren. Nach der Schweißhalle geht es für die Kabinen schließlich weiter zum Lackieren und zur Montage sämtlicher Anbauteile, Cockpit, Sitz. Nach rund acht Stunden ist die Traktorkabine dann fertig. „Wir haben in unserer neuen Schweißhalle vieles ganz anders gemacht als vorher. Die Arbeitsplätze sind sehr sicher und ergonomisch. Es gibt breite Fahr- und Fußwege, große Pufferzonen für Teile. Und wir sind sehr flexibel von der Stückzahl und bei den Modellvarianten. Wir sind also sehr zufrieden“, fasst Hahn zusammen. u www.liese-gmbh.de p Für die neue Schweißhalle lieferte Liese Förderanlagen inklusive zwei unterschiedlichen Bearbeitungsstationen, Bolzenschweißtisch und AC-Boxenplatz nem erfolgreichen Unternehmen der Maschinenbaubranche entwickelt. Unter anderem ist das Unternehmen spezialisiert auf die Bereiche Fördertechnik und Sonderanlagenbau, insbesondere für Anlagen, die hohen und höchsten Sicherheitsbestimmungen unterliegen. Eine eigene Laserfertigung schafft eine hohe Fertigungstiefe und ergänzt das Leistungsportfolio optimal. In Sachen Fördertechnik versteht sich Liese als Systemlieferant. Aus Gebäudelayout und Anwendungsdiagrammen werden Detailplanungen inklusive Zeichnungssätzen und Dokumentation erstellt. Ob Rollenbahn, Ketten-, Riemen- oder Bandförderer, je nach Kundenwunsch und -anforderung werden individuelle Lösungen realisiert. Viel mehr Technik als im Auto Für die neue Schweißhalle bei John Deere in Bruchsal lieferte Liese Förderanlage inklusive zwei unterschiedlichen Bearbeitungsstationen (Bolzenschweißtisch und ACBoxenplaz). Im Auftragsumfang enthalten waren sämtliche Förderkomponenten sowie deren mechanische und elektrische Installation. Nach dem Roboterschweißen wird das Grundgerüst der Traktor


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