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dhf special Lagerlogistik + Materialfluss 27 Sind Ihre Kunden schon bereit, in diese neuen Technologien zu investieren oder fehlen noch entsprechende Success Stories? Auf Grundlage einer internen Befragung im norddeutschen Raum fehlt es teilweise noch an entsprechenden Erfolgsgeschichten. Wir haben jedoch auch festgestellt, dass der Wille sich zu verbessern bei den Logistikdienstleistern für eine hohe Eigenmotivation sorgt. Das sind gute Voraussetzungen, um tatsächlich Teil der ersten Erfolgsgeschichten zu werden. Welche Bedeutung hat das Thema Nachhaltigkeitsmanagement in der Intralogistik, und welche Entwicklungen sind in den kommenden Jahren zu erwarten? Mit welchen Herausforderungen sieht sich die Branche dabei konfrontiert? Nachhaltigkeitsmanagement gewinnt immer mehr an Bedeutung, auch in der Intralogistik. Beispielsweise muss gewährleistet sein, dass Leiharbeiter und Subunternehmer zu den gleichen Bedingungen arbeiten können wie festangestellte Mitarbeiter des Unternehmens. Auch das Stichwort „grünes Lager“ wird immer wichtiger: Grüne Fördertechnik, grüne Lagertechnik, unter welchen Bedingungen kann ich dort Energieeinsätze reduzieren? Wie kann ich Verpackungen nachhaltiger gestalten, indem man auf Plastikfolie verzichtet oder noch weniger Verpackung verwendet? Das sind alles Ziele, die das Nachhaltigkeitsmanagement  8–D75 GREY EDITION www.fetra.de Besuchen Sie uns: Halle 3 - Stand D16 im Bereich Intralogistik verfolgt und nach passenden Lösungen sucht. Bei größeren Projekten wie etwa der Neuplanung von nachhaltig ausgerichteten Lagergebäuden werden solche Vorüberlegungen entsprechend komplexer. Dabei spielt die Transparenz eine entscheidende Rolle und ist zugleich eine der größten Herausforderungen. Benötigte Daten müssen nicht nur hinsichtlich ökonomischer Größen, sondern auch ökologischer und sozialer Aspekte erfasst werden. Zudem muss die Intralogistik den Vorgaben des Nachhaltigkeitsmanagements gerecht werden und diese realisieren; das bedeutet oft einen Spagat zwischen Qualitätssicherung und der nachhaltigen Produkt- oder Prozessgestaltung. Natürlich soll die Verpackungsqualität hochwertig sein, die Ware soll geschützt werden, aber ohne klassischen Plastikmüll zu erzeugen. Das Nachhaltigkeitsmanagement hilft dabei, realistische Entscheidungsgrundlagen zu schaffen und geeignete Maßnahmen entsprechend umzusetzen. Im Zuge von Logistik 4.0 steigen auch die Anforderungen an Warehouse Management Systeme. Welche über den heutigen Standard hinausgehenden Anforderungen werden die Systeme in naher Zukunft noch zusätzlich abdecken müssen? Grundsätzlich sind Warehouse Management Systeme wie das Extended Warehouse Management (EWM) von SAP schon sehr gut für aktuelle und künftige Anforderungen der Logistik 4.0 gerüstet. Wenn wir von Logistik 4.0 sprechen, also eine komplette Vernetzung aller Systeme, ist eine ganz primäre Anforderung an die Lagerverwaltungssoftware, dass sämtliche Schnittstellen möglichst einfach und reibungslos gestaltet sind. Die meisten Unternehmen haben ein großes Pensum an ungenutztem Potenzial in ihrer Software, mit dem sie beispielsweise das Thema Transparenz vollständig abdecken könnten. Im Puncto intuitive Benutzeroberfläche sehen wir hingegen noch Potenzial bei aktuellen Lösungen. Im Hinblick auf den angesprochenen Fachkräftemangel werden zukünftige logistische Tätigkeiten von Leiharbeitern oder Mitarbeitern ohne entsprechende berufliche Qualifikation durchgeführt werden, damit einher geht eine höhere Fluktuation. Insofern ist die Anforderung an solche Systeme eine möglichst einfach und intuitiv gestaltete Benutzeroberfläche für den Lageristen, um eine möglichst kurze Anlernphase zu haben. In den USA ist das bereits gang und gäbe, und das wird auch bei uns ein wichtiges Thema in den kommenden Jahren werden. Herr Diestelkamp, ich bedanke mich für das interessante Interview und wünsche Ihnen für Ihre Zukunft viel Erfolg. u www.abat.de


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