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26 dhf special Lagerlogistik + Materialfluss Transparenz in der Supply-Chain Die fortschreitende Digitalisierung verschiebt den Fachkräftemangel in der Intralogistik in Richtung Expertenmangel. dhf Intralogistik im Gespräch mit Christian Diestelkamp, SAP Senior Berater und Mitglied der Geschäftsleitung bei Abat, Bremen, über kommende Herausforderungen von Logistik 4.0 und Nachhaltigkeitsmanagement der Zukunft. Herr Diestelkamp, welche Rolle spielt Industrie 4.0 im Lager, sprich die intelligente   1/2.2018 Kommunikation von Waren, Transportbehältern und Beförderungsmitteln? Christian Diestelkamp: Die Bedeutung steigt, das muss man ganz klar sagen. Technologien, die im Umfeld der Industrie 4.0 häufig genannt werden, kommen in der Logistik noch nicht in dem Maße zum Einsatz, wie es beispielsweise in produzierenden Unternehmen bereits der Fall ist. Logistiker haben aber erkannt, dass es viel Potenzial und Nachholbedarf bei diesem Thema gibt. Deshalb investieren Logistikdienstleister stärker denn je in die Entwicklung und vor allem in die Einführung solcher Technologien. Ein besonderes Augenmerk liegt hierbei auf den Bereichen Sensorik und Lokalisierungstechnologien sowie auf der Bereitstellung der daraus gewonnenen Informationen. Auch die Themen Transparenz und Internet of Things gewinnen im Rahmen der Logistik 4.0 zunehmend an Bedeutung: Mittels zuvor generierter Daten können Entscheidungen zum Teil vom Menschen auf das System selbst übertragen werden. So können durch prädiktive Analysen auf Basis von Datenmodellen Voraussagen darüber getroffen werden, wie sich eine Situation in Zukunft entwickeln wird oder kann. Welche Herausforderungen sehen Sie im weiteren Ausbau der Transparenz im Supply-Chain-Management? Die Transparenz in der Supply-Chain wird maßgeblich durch den effektiven Einsatz von Software erreicht. Dadurch gewinnt vor allem das IT-Know-how der eigenen Mitarbeiter sowie des Unternehmens selbst an Bedeutung. Unternehmen sollten frühzeitig in ausgebildetes Personal und auch in die Optimierung ihrer Prozesse und Systeme investieren, damit sie den Anforderungen gewachsen sind. Aktuell gibt es bereits einen Fachkräftemangel in der Logistik. Durch die Digitalisierung sehen wir hier die Herausforderung, dass sich dieser Fachkräftemangel in Richtung Expertenmangel verschieben wird. In Zukunft wird es nicht nur schwieriger werden Lageristen, sondern auch geeignetes IT-Personal zu finden. Wie verändern neue Technologien wie Apps und IoT die Logistikbranche insgesamt? Welche Trends sind derzeit zu erkennen? Die Geschäftsmodelle in der Logistikbranche werden sich wandeln, das „Nachhaltigkeitsmanagement gewinnt in der Intralogistik immer mehr an Bedeutung. Mit grüner Förder- und Lagertechnik lässt sich der Energieeinsatz sinnvoll reduzieren“ ist klar. Natürlich wird es weiterhin physische Dienstleistungen wie Transport, Lagerung und Value Added Services an der Ware geben. Insgesamt betrachtet, werden die digitalen Dienstleistungen in den Vordergrund rücken und damit zum Wandel in der Branche beitragen. Wie auch in anderen Industrien werden Plattformen und mobile Applikationen den Markt verändern. Grundsätzlich ist bei den meisten Logistikern hier noch etwas Luft nach oben. Wir beobachten aber, dass insbesondere traditionelle Unternehmen verstärkt auf Start-ups und Forschungseinrichtungen zugehen, um sich im Bereich digitale Dienstleistungen Unterstützung zu holen. Ein weiterer aktueller Trend sind autonome Fahrzeuge. Technisch gesehen, ist die Branche auf einem sehr guten Weg und vieles auch schon umsetzbar. Gerade in der Intralogistik wird bereits viel Autonomes eingesetzt, beispielsweise die autonomen Terminals beim Containerumschlag am Hamburger Hafen. Ein entscheidender Faktor ist die Sicherheit solcher Systeme. Letztendlich wird es maßgeblich davon abhängen, wie der deutsche beziehungsweise europäische Gesetzgeber voranschreitet, und das ist momentan nur schwer vorherzusagen. u Christian Diestelkamp, SAP Senior Berater und Mitglied der Geschäftsleitung bei Abat (Foto: Abat)


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