Page 30

dhf_1118

30 Lagerlogistik „Von Mittelstand zu Mittelstand“ Europas führender Anbieter meteorologischer Instrumente rüstet sich für die Zukunft. Aus einer zersplitterten Lagerinfrastruktur entstand ein modernes Logistikzentrum mit allen Funktionalitäten, die Flexibilität und weiteres Wachstum zulassen. Software-Spezialist KBU Logistik leistete dabei maßgebliche Unterstützung. Schnelligkeit und Serviceorientierung waren von höchster Priorität. „Natürlich ist die Optimierung der Kostenstruktur als Teil einer nachhaltigen Wettbewerbsstrategie auch für uns ein sehr wichtiges Thema, aber im Vordergrund stand sie nicht.“ Axel Dostmann, Geschäftsführer von TFA Dostmann, Mittelständler aus Wertheim-Reicholzheim in Baden-Württemberg, beschreibt seine Beweggründe, eine neue Logistikanlage auf der „grünen Wiese“ entstehen zu lassen. Inbetriebnahme war im Jahr 2017, und TFA fühlt sich seitdem für die Zukunft gut gerüstet. Bei der Planung und Realisierung leisteten das Beratungsbüro Logistik Konzept Klette, Kirchlengern, Dematic, Heusenstamm, und der Softwarespezialist KBU-Logistik aus Bremen, Unterstützung. Mit Hilfe dieser Experten wagte TFA Dostmann den Sprung von einer rein manuellen hin zu einer teilautomatisierten Intralogistik – mit hohem Leistungs und Expansionspotenzial. Der Materialfluss wurde immer langsamer Zu den Hintergründen:   11.2018 Das Familienunternehmen TFA Dostmann mit dem Slogan „Schönes Wetter!? TFA“ ist Experte für Wetter- und Messgeräte und Anbieter von meteorologischen Instrumenten. Darunter fallen Thermometer, Hygrometer oder auch Wetterstationen mit dazugehörigen Smartphone-Apps, um nur wenige Beispiele zu nennen. Immer neue Produktideen mit innovativen Designs satteln auf dem bewährten Portfolio auf, weshalb das TFA-Sortiment mittlerweile mehr als 1 000 Artikel umfasst. Traditionell in Reicholzheim beheimatet, konnte die dort installierte Logistik mit dem Wachstum des Unternehmens bald nicht mehr Schritt halten. „Alles war voll, und der Materialfluss wurde immer langsamer“, legt Axel Dostmann die Situation Anfang der 2010er Jahre dar. Diese zwang das Management dazu, „in der Spitze“ fünf zusätzliche Außenlager zu unterhalten – eine auf Dauer nicht tragbare Konstellation, die mit unnötigen Transporten und mühevollem Planungsaufwand verbunden war. t Kernstück der Intralogistik ist ein Shuttle-System für bis zu 30 000 Lagerpositionen – gesteuert über „KBU-LVS“ von KBU Logistik p Eine Packstückberechnung mit 3D-Visualisierung beschleunigt den Kommissionierprozess und spart Verpackungsmaterial: Axel Dostmann mit Kommissioniererin (Fotos: KBU Logistik) Forderung nach Schnelligkeit, Individualisierung und Ressourcenschonung „Wir mussten effektiver, effizienter werden und wollten den Anforderungen unserer Kunden nach mehr Individualisierung, Ressourcenschonung und noch kürzeren Lieferzeiten bereits proaktiv begegnen“, unterstreicht Geschäftsführer Dostmann das logistische Ziel. Dessen Erreichung gab den unternehmerischen Weg vor: eine Zentralisierung an nur einem Standort unter Aufgabe sämtlicher Außenlager. „Unsere Bestandslogistik gab keine sinnvolle Erweiterung mehr her“, sagt Dostmann, „deshalb entschieden wir uns für einen Neubau in einem Gewerbegebiet, das nur knapp zehn Kilometer von unserem Verwaltungshauptsitz und unserer alten Logistik entfernt liegt.“ TFA fand hier den Gestaltungsspielraum, den es suchte. Auf einer Grundfläche von 4 300 m2 entstand ein Lager und Distributionszentrum, in dem, ein TFA-Novum, erstmals auch automatisierte Intralogistiktechnologien zum Zuge kamen. Durchsatzstarkes, flexibles Shuttle-System „Auf der Fachmesse LogiMAT im Jahr 2012 lernte ich erstmals die Funktion und Vorzüge eines Shuttle-Lagers kennen und schätzen“, erläutert Axel Dostmann, der sich drei Jahre später, nach eingehendem Vergleich der Lösungen verschiedener Anbieter, schließlich für das Dematic Multishuttle 2 entschied. Die Geschwindigkeit, Genauigkeit und der Durchsatz, der bis zu zehn Mal höher ist als bei einem konventionellen Regalbediengerät, hat den Unternehmer überzeugt. Auch die hohe Lagerdichte, die kontinuierliche Auslastung der Pick- bzw. Kommissionierarbeitsplätze, die Möglichkeit der exakten Sequenzierung sowie die einfache Skalierbarkeit mittels weiterer


dhf_1118
To see the actual publication please follow the link above