Page 3

dhf_1118

3 Editorial www.Dhf-magazin.com Künstliche Intelligenz – Buzzword oder Chance? Liebe Leserinnen und Leser, haben Sie schon den Thriller „Die Tyrannei des Schmetterlings“ gelesen? Darin geht es um Paralleluniversen und einen Supercomputer, der seinen Schöpfern längst entwachsen ist. Dieses Gedankenspiel um künstliche Intelligenz, die sich gänzlich verselbständigt hat, möchte ich an dieser Stelle aber gar nicht weiter verfolgen. Bleiben wir vielmehr auf dem Boden der (aktuellen) Tatsachen. So prognostiziert das McKinsey Global Institute (MGI) in einer jüngst veröffentlichten Studie, „Künstliche Intelligenz“ (KI) könne das globale Bruttoinlandsprodukt (BIP) bis 2030 um durchschnittlich 1,2 Prozentpunkte pro Jahr steigern. Demnach soll KI den jährlichen Wachstumseffekt, den seinerzeit Dampfmaschinen (0,3 Prozentpunkte) erzeugten, deutlich übertreffen. Das ist in der Tat eine Ansage! Sie impliziert zugleich, dass Unternehmen möglichst rasch damit beginnen sollten, KI in ihre Prozesse zu integrieren, um im Rennen um Marktanteile nicht den Anschluss zu verlieren. Wie dies sukzessive im Bereich der Intralogistik gelingen kann, darüber informiert Sie die diesjährige dhf Trendumfrage zum Thema „Informationstechnologie“, an der sich erneut renommierte Anbieter von Warehouse Management Systemen beteiligt haben. Gleichzeitig betonen auch sie den Stellenwert von KI als Wirtschaftlichkeitsfaktor und skizzieren „Der Einsatz von künstlicher Intelligenz wird die logistischen Prozesse auf allen Stufen in den kommenden Jahren massiv beeinflussen“ Szenarien für die Intralogistik von morgen. „Die Integration von künstlicher Intelligenz hebt die Logistik auf ein neues Level“, konstatiert zum Beispiel Jens Heinrich von Ehrhardt + Partner. Und er sagt weiter: „Die Fähigkeit von kognitiven Systemen, Muster zu erkennen und daraus Handlungsempfehlungen abzuleiten, ermöglicht den Aufbau einer antizipierenden Logistik.“ Den übergreifenden Trend hin zu einer antizipierenden Logistik benennt auch Markus Klug von SSI Schäfer und teilt zudem die Einstellung, dass der Einsatz von künstlicher Intelligenz „die logistischen Prozesse auf allen Stufen in den kommenden Jahren massiv beeinflussen“ wird. Das große Potenzial von KI liegt also darin, solide Prognosedaten zu erhalten und den Menschen zu entlasten. „Im engeren Sinne spricht man von KI, wenn eine Maschine menschenähnliche Entscheidungen in einem mehrdeutigen Kontext treffen kann“, konkretisiert Dr. Martin Weiglhofer von Jungheinrich die Besonderheit. Dazu Stefan Weisshap von Aberle: „Es geht nicht mehr darum, wo ein Material in welcher Menge liegt, sondern warum dieses dort liegt.“ Last but not least unterstreicht Simon Thomas von Dr. Thomas + Partner, dass es bei der Anwendung von KI auch immer „um den Lean-Gedanken“ in der Logistik geht. Also dann – viel Spaß beim Lesen und bleiben Sie wissbegierig! Herzlichst Chefredakteur Christoph Scholze Über Ihre Kommentare und Anregungen freue ich mich: Christoph Scholze Telefon 089 / 58 99 89 85 Mobil 0171 / 8 63 81 03 u scholze@agt-verlag.de


dhf_1118
To see the actual publication please follow the link above