dhf Intralogistik im Gespräch mit

Eine schnelle, effiziente und moderne Logistik ist der Dreh- und Angelpunkt der globalen Wirtschaft. Zukunftsweisende Lösungen für die Anforderungen von morgen werden schon heute auf den großen Messebühnen gezeigt. dhf Intralogistik im Gespräch mit den Geschäftsführern der CeMAT, der LogiMAT und der Motek über kommende Trends in der Intralogistik und Aktionen, mit denen Messebesucher in Zukunft rechnen können.  


Folgende Fragen hat dhf Intralogistik an die Messeveranstalter gestellt:

Frage 1: Wie sehen Sie die Logistik-Messelandschaft in Deutschland aktuell? Halten Sie das Angebot für ausreichend, und wie positioniert sich Ihre Ausstellung darin genau?

Frage 2: Welche Schwerpunkte und Aktionen planen Sie für Ihre Logistik-Messe mit Blick auf die kommende Veranstaltung?

Frage 3: Welche Trends sehen Sie im Bereich der Intralogistik in den nächsten Jahren? 

 

 

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Paul Eberhard Schall zu Frage 1:


Wie in anderen Bereichen, steht auch bei der Logistik beziehungsweise Intralogistik immer mehr die durchgängige Automatisierung und Vernetzung von Verrichtungen zu ganzen Prozessen im Vordergrund. Da sich die „echten“ Fachmessen mit allen relevanten Aspekten befassen, ist dieses Messesegment schon gut abgedeckt. Jedoch glaubt so manche eher polytechnisch orientierte Technik-Messe, sich den Trend zur Automatisierung der Intralogistik zunutze machen und auf den Zug aufspringen zu können. Dies führt zu einem Überangebot und zu Verzerrungen in der Messelandschaft, was sich für die Hersteller und Anbieter letztlich in Mehrkosten für das Marketing auswirkt. Mit der Motek fokussieren wir uns deshalb klar und deutlich auf die Produktions- und Montageautomatisierung durch Handhabung und Robotik sowie den produktionsnahen Materialfluss, wogegen zum Beispiel Lagertechnik und Flurförderzeuge bei uns keinen Platz haben und auch nicht in der Nomenklatur aufgeführt sind.

 

Paul Eberhard Schall zu Frage 2:


Die Prozessketten in der Produktions- und Montageautomatisierung sind unter anderem von Zuführen und Bereitstellen sowie von reproduzierbar präzisem Handhaben, Umsetzen und Fügen gekennzeichnet. Entsprechend finden die Fachbesucher der Motek Komponenten und Systeme für Detail- und Komplettlösungen zum Handhaben und Bearbeiten von kleinen Bauteilen bis hin zu groß dimensionierten Baugruppen. Auf dem Vormarsch sind Roboter aller Kinematiken sowie frei programmierte Greifer und steuerbare Werkstückträgersysteme. Die Elektrifizierung schreitet auch hier voran, zumal sich die Prozesse damit auch flexibler gestalten lassen und eine durchgängige und dokumentierte Qualitätssicherung ermöglichen. Mit zwei Spezial-Messeführern zu den Themenbereichen Montageanlagenbau und Roboter-Systemintegration sowie Fügen und Verbinden heben wir diese beiden Segmente besonders hervor.

 

Paul Eberhard Schall zu Frage 3:


Zweifellos wird der Anteil an robotergestützten Lösungen zunehmen, was wiederum auch die entsprechende Greifer- und vor allem Materialflusstechnik in Gestalt von Transportbändern und Fördertechnik nach sich zieht. Durch die fortschreitenden Technologien zur Mensch-Roboter- Kollaboration wird es möglich sein, gerade auch unter wirtschaftlichen Aspekten, selbst solche Bereiche zu automatisieren, die bis anhin als nicht automatisierungsrelevant angesehen wurden. Des Weiteren sehen wir das Potenzial der RFID-Technologie in der Produktions- und Montageautomatisierung noch nicht annähernd ausgeschöpft, jedoch bietet sich dieses aber wegen der fortschreitenden Produktevielfalt, die mit kleineren Chargen-/Losgrößen einher geht, geradezu an.

www.schall-messen.de   

 

 

 

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Peter Kazander zu Frage 1:


In Deutschland finden zahlreiche Veranstaltungen zum Thema Transport, Verkehr und Logistik statt. Die meisten sind jedoch entweder regional ausgerichtet oder fokussieren sich auf nur einen Bereich, wie zum Beispiel dem der Verpackung. Von internationaler Bedeutung sind die Transport Logistic in München im Wechsel mit der CeMAT sowie die jährlich stattfindende LogiMAT in Stuttgart. Der Markt ist meines Erachtens damit ausreichend besetzt. Die LogiMAT steht für Effizienz. Sie ist eine Arbeitsmesse und „die Messe der kurzen Wege“. Sie profitiert von einer optimalen Autobahnanbindung und einem „hauseigenen Flughafen“, der nur wenige Gehminuten vom Gelände entfernt liegt. Vor Ort schätzen gerade Entscheider mit engem Zeitfenster die klare Struktur der Ausstellungsbereiche. Die LogiMAT ermöglicht so einen sehr effizienten Besuch. Sie bietet dabei nichtsdestotrotz einen vollständigen Marktüberblick. Die LogiMAT punktet darüber hinaus durch ihr exzellentes Rahmenprogramm bestehend aus Vortragsreihen auf Kongressniveau zu aktuellen Themen.

 

Peter Kazander zu Frage 2: 


Die LogiMAT bietet auch im kommenden Jahr über 20 Fachforen zu den unterschiedlichsten Themen. Diese reichen von Trends in der Verpackung über geeignete AUTO-ID Systeme bis hin zu innovativen Werkzeugen für die Logistik, wie der Einsatz des 3DDruckers oder die Datenbrille. Zukunftsweisende, internetbasierte Technologien und die intelligente Vernetzung von Prozessen Stichwort. „Industrie 4.0“ werden darüber hinaus aus den verschiedenen Blickwinkeln beleuchtet. Außerdem finden Live-Events zu Themen wie effizientes Warehousing und Ladungssicherung statt.

 

Peter Kazander zu Frage 3:


Es gibt ein Thema, das noch einige Zeit die Trends vorgeben wird: Industrie 4.0. Die intelligente Steuerung und Vernetzung von Logistikketten über den gesamten Wertschöpfungsprozess mittels einer geeigneten IT-Infrastruktur. Dies erfordert eine intelligente Auto-ID sowie internetbasierte Technologien an den unterschiedlichsten Schnittstellen. Dieser Gedanke treibt auch in der Fördertechnik und bei zum Bespiel Shuttlesystemen spannende Entwicklungen voran. Ein weiteres Thema sind vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung entsprechende intelligente Lösungen an neu auszustattenden Arbeitsplätzen zum Beispiel im Bereich der Kommissionierung. Es wird in 2015 und darüber hinaus auf der LogiMAT also sicherlich nicht langweilig werden.

www.logimat.de  

 

 

 

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Dr. Andreas Gruchow zu Frage 1: 


Das Angebot in Deutschland ist sicher ausreichend. Mit der CeMAT organisieren wir ab 2014 alle zwei Jahre in Hannover die weltweit führende Intralogistikmesse. Mit der Turnusänderung haben wir auf die wachsende Marktdynamik sowie die verkürzten Innovationszyklen der Intralogistikbranche reagiert. Gleichzeitig haben wir die CeMAT neu strukturiert und zusätzliche Themen aufgenommen. Wer sich über die aktuellen Trends hin zu mehr Automatisierung und Digitalisierung informieren möchte, der kommt an der CeMAT nicht vorbei. Darüber hinaus arbeiten wir seit 2012 mit der Messe München zusammen und organisieren dort im kommenden Jahr erneut auf der transport logistic den Intralogistikschwerpunkt cemat@transportlogistic. Im Gegenzug haben unsere Münchener Kollegen einen Schwerpunkt aus dem Themenbereich der transport logistic auf der CeMAT angeboten. Diese beiden Messen ergänzen sich hervorragend und decken die gesamte logistische Wertschöpfungskette ab.

 

Dr. Andreas Gruchow zu Frage 2: 


Die nächste CeMAT dauert vier Tage und wird dann vom 31. Mai bis zum 3. Juni 2016 ausgerichtet. Gleichzeitig wird ein innovatives Preissystem mit stärkerer Differenzierung der Beteiligungsmöglichkeiten eingeführt. Damit bieten wir als erste große deutsche Messegesellschaft ein flexibles Modell an, das die jeweilige Standlokation in den Hallen und auf dem Freigelände berücksichtigt. Darüber hinaus werden wir den Stellenwert der CeMAT mit neuen Schwerpunkten und zusätzlichen Inhalten weiter ausbauen und stärken. Details dazu werden im kommenden Jahr bekannt geben.

 

Dr. Andreas Gruchow zu Frage 3:


Die intelligente Steuerung integrierter Logistikketten über den gesamten Wertschöpfungsprozess ist die große Herausforderung für die kommenden Jahre. Dafür braucht es eine sichere und zuverlässige Technik. Intelligente Maschinen, Bauteile und Waren kommunizieren künftig miteinander und steuern so einen Großteil ihrer Aufgaben und Wege selbst. Industrie 4.0 ist in vielen anderen Wirtschaftszweigen gerade erst auf dem Vormarsch, in der Intralogistik bereits Realität. Einer der größten Treiber für die Branche wird der Online-Handel bleiben. Die daraus resultierenden gestiegenen Anforderungen hinsichtlich kleinerer Stückzahlen bei kürzeren Lieferzeiten und maximaler Verfügbarkeit beschleunigen auch die Nachfrage nach effizienteren Logistiksystemen und einer fehlerfreien Kommissionierung.

www.cemat.de  

 

Beitrag aus der Jubiläumsausgabe 60 Jahre dhf Intralogistik - dhf 9.2014

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