Foto: Uwe Wagschal/pixelio.de
Flexibel in Rente

Langjährige Mitarbeiter sind aufgrund ihres Wissens, ihrer Erfahrung und Verlässlichkeit meist hochgeschätzt. Das Flexirentengesetz ermöglicht seit Jahresbeginn, dass sie auch über das Rentenalter hinaus arbeiten können. Die Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses ist sowohl für Arbeitnehmer als auch für Arbeitgeber attraktiv.


Know-how, genaue Kenntnis der betriebsinternen Abläufe, Besonnenheit und Sicherheit – all das schätzt man üblicherweise an den sogenannten „alten Hasen“ in einem Betrieb. Doch wenn der Renteneintritt naht, droht der Erfahrungsschatz etwa eines Lagerleiters, eines Facharbeiters für Lagerlogistik oder eines Staplerfahrers verloren zu gehen. Dann bietet es sich an, den Mitarbeiter noch für eine gewisse Zeit an den Betrieb zu binden und so den Übergang in den Ruhestand für beide Seiten sanfter zu gestalten.

 

Erhöhung der Rentenansprüche


Dazu soll das neue „Gesetz zur Flexibilisierung des Übergangs vom Erwerbsleben in den Ruhestand“, kurz Flexirentengesetz, beitragen. Die Möglichkeit, einen Mitarbeiter im Rentenalter nahtlos für eine bestimmte Zeit weiter zu beschäftigen, gibt es schon seit gut zwei Jahren. Erst durch die Neuregelung 2017 kann der Arbeitnehmer nun dabei auch seine Rentenansprüche erhöhen. Der Arbeitgeber wiederum muss für ihn keine Beiträge zur Arbeitslosenversicherung abführen, eine Vergünstigung, die dem anhaltenden Fachkräftemangel geschuldet ist und zunächst befristet bis zum Jahre 2021 gilt. In der Kranken- und Pflegeversicherung bleibt der ältere Arbeitnehmer weiterhin beitragspflichtig und auch einkommensteuerrechtlich ändert sich nichts. Macht er von der Option, seine Rentenansprüche zu erhöhen, keinen Gebrauch, sondern verzichtet darauf, hat er dafür unmittelbar ein etwas höheres Nettoentgelt, weil der Abzug der Rentenversicherungsbeiträge unterbleibt.

 

Verlängerung des Arbeitsverhältnisses


Ob sie das Arbeitsverhältnis fortsetzen wollen, sollten Arbeitgeber und Arbeitnehmer schon vor Erreichen der Regelaltersgrenze klären, nicht erst danach. Gesundheit und körperliche Leistungsfähigkeit müssen bei dem rentennahen Mitarbeiter auf jeden Fall vorliegen. Denn eine Weiterbeschäftigung birgt für den Arbeitgeber insofern Risiken, als die Kündigung eines langjährigen, aber nicht mehr leistungsfähigen Mitarbeiters äußerst schwierig ist. Die für beide Seiten fairere Lösung stellt daher eine Verlängerung mit einer zeitlichen Befristung dar, sodass das Arbeitsverhältnis nach Fristablauf automatisch endet.


Wichtig ist außerdem, dass sich bei einer Verlängerungsabrede zum bestehenden Arbeitsvertrag, durch die die Rente quasi hinausgeschoben wird, die Weiterbeschäftigung nahtlos anschließt. Eine Reduzierung der Arbeitszeit oder eine Änderung des Entgelts sollte vorsichtshalber nur vor oder nach dem Abschluss der Verlängerungsabrede vereinbart werden, nicht aber gleichzeitig mit dieser.

 

Alternative: Minijobber


Nach Erreichen der Regelaltersgrenze dürfen Rentner beliebig viel zur Rente dazuverdienen; davor bleiben 6300 Euro im Jahr anrechnungsfrei, die bisherige Grenze von 450 Euro im Monat fällt ab 1. Juli 2017 weg. Die Möglichkeit der aushilfsweisen Beschäftigung von Rentnern auf 450-Euro-Basis, geringfügige Beschäftigung mit pauschalem Sozialabgabenabzug, bleibt davon unberührt und erfreut sich nach wie vor großer Beliebtheit: Rentner stellen die größte Gruppe der „Minijobber“. Wie groß daneben noch das Interesse an „Flexi-Rentnern“ im Bereich Logistik/Lagerei ist, wird sich zeigen.

 

 

Beitrag aus dhf 5.2017

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