Ladung richtig gesichert

Für die Sicherung einer Lkw-Ladung gibt es zahlreiche Rechtsvorschriften.

Verstöße können mit Schadensersatz, Schmerzensgeld, Bußgeldern, ja sogar mit Freiheitsstrafe geahndet werden – wenn der Verantwortliche feststeht.

 

Von einem mangelhaft beladenen Lkw geht ein erhebliches Risiko aus, nicht nur für die Fracht, sondern auch für andere Verkehrsteilnehmer, die in ein Unfallgeschehen verwickelt werden können. Das Gesetz sieht daher eine Vielzahl von Haftungsnormen und Rechtsfolgen vor, die sich mit der Ladungssicherung beschäftigen. „Dies sind vor allem straßenverkehrsrechtliche Regelungen, wie die Straßenverkehrsordnung (StVO), und entsprechende Verwaltungsvorschriften sowie VDI-Richtlinien“, sagt Rechtsanwältin Dr. Christiane Berr von der Kanzlei Noerr in München. Anschaulich schildert § 22 Abs. 1 der Straßenverkehrsordnung (StVO) die Anforderungen: „Die Ladung einschließlich Geräte zur Ladungssicherung sowie Ladeeinrichtungen sind so zu verstauen und zu sichern, dass sie selbst bei Vollbremsung oder plötzlicher Ausweichbewegung nicht verrutschen, umfallen, hin- und her rollen, herabfallen oder vermeidbaren Lärm erzeugen können.“ Geschieht dies nicht und kommt es aufgrund dieser Unterlassung zu Schäden, reichen die Rechtsfolgen von Schadensersatz über Schmerzensgeld, Bußgeld und Fahrverbot bis hin zur Freiheitsstrafe.

 

Wichtigste Ladungsgrundsätze


Welche Sicherungsmaßnahmen im Einzelfall zu treffen sind, hängt von der Art der Ladung und dem zum Transport verwendeten Fahrzeug ab. Die wichtigsten Ladungsgrundsätze sind schlagwortartig: Formschluss, ausreichende Verzurrung, rückwärtige Ladungssicherung, sauberer Boden, keine Überladung und Einhaltung des Lastverteilungsplans. Björn Kränicke, bei der DEKRA-Akademie in Lübeck für Transport- und Gefahrgutlogistik zuständig, betont die Bedeutung des Faktors Mensch: „Das Wichtigste ist gut ausgebildetes und geschultes Personal mit Verständnis für die während der Fahrt auftretenden Kräfte und die damit verbundenen physikalischen Grundlagen.“

 

Ohne Sachverständige geht es nicht


Kommt es trotzdem zu einem Schaden, richtet sich die Haftung im Verhältnis Absender/Frachtführer nach dem Handelsgesetzbuch (HGB), wenn vertraglich nichts anderes vereinbart ist. Danach haftet der Frachtführer für Schäden, die während des eigentlichen Transports entstehen. Fehler beim Beladen oder bei der Ladungssicherung gehen dagegen zulasten des Verladers. Werden unbeteiligte Dritte geschädigt oder verletzt, etwa durch einen umgekippten Lkw, muss an erster Stelle der Fahrzeughalter für Schadensersatz und Schmerzensgeld aufkommen. Steht fest, wer die mangelhafte Ladungssicherung verschuldet hat, kann er oder seine Versicherung dort Regress nehmen. „Als Haftende kommen im Ergebnis alle Personen in Betracht, die mit dem Ladevorgang befasst oder hierfür verantwortlich sind“, resümiert Transportrechtlerin Dr. Berr. Damit sind Beweisschwierigkeiten vorprogrammiert, sodass fast immer Sachverständigengutachten erforderlich werden.

 

Strafrechtliche Konsequenzen


Unabhängig vom Eintritt eines Unfalls wird die ordnungswidrige Beladung eines Lkw mit einem Bußgeld geahndet. Auch hier kann es nicht nur den Fahrzeugführer, sondern auch den Halter beziehungsweise Fuhrparkmanager treffen. Rechtsanwältin Dr. Berr warnt: „Es gibt sogar Fälle, in denen ein Verstoß strafrechtliche Konsequenzen haben kann.“ Zum Beispiel, wenn durch fehlerhafte Ladungssicherung ein Unfall mit schweren Folgen verursacht wurde und die Staatsanwaltschaft wegen fahrlässiger Körperverletzung, fahrlässiger Tötung oder gefährlichem Eingriff in den Straßenverkehr ermittelt. Je nach Transportgut kommen auch schwere Umweltstraftaten, wie Gewässer- oder Bodenverunreinigung, in Betracht.

www.noerr.com
www.dekra-akademie.de

 

Beitrag aus dhf 3.2016

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