Foto: Serkem
Erfolgreiche SAP EWM Einführung

Der geschäftliche Erfolg der Alz Chem AG machte den Ausbau der vorhandenen Logistikkapazitäten erforderlich.

Im Zuge der Erweiterungsarbeiten wurde eine moderne Lagerverwaltungslösung implementiert. Das neue SAP EWM von Serkem sorgt jetzt für optimierte Abläufe und damit für eine deutlich erhöhte Prozesssicherheit im Logistikzentrum.

 


Als international tätiges Chemieunternehmen hat die Alz Chem AG mit Sitz in Trostberg ihren Schwerpunkt in der NCN-Chemie. Egal ob Ernährung, Landwirtschaft, Feinchemie, Metallurgie oder erneuerbare Energien, die Produkte mit typischer Stickstoff-Kohlenstoff-Stickstoff-Bindung finden in den verschiedensten Bereichen Verwendung.


„Das anhaltende wirtschaftliche Wachstum der Alz Chem AG selbst als auch ihres wichtigsten Kunden am Chemiepark Trostberg erforderten den Ausbau der Logistikkapazitäten und der Infrastruktur, um das weitere Wachstum in den nächsten Jahren zu ermöglichen“, erzählt Josef Randlinger, Vice President Supply Chain bei Alz Chem.


9600 Lagerplätze auf einer Fläche von 6600 Quadratmeter, das ist der Lagerneubau im Chemiepark Trostberg. Neben Fertigprodukten werden hier auch Ersatzteile, Verbrauchsmaterialien, Hilfs- und Betriebsstoffe für alle Standorte der Alz Chem gelagert. Dabei entspricht der Lagerkomplex den aktuellsten Lagerstandards und Sicherheitsanforderungen, das wurde auch von der SAP-Lösung erwartet.

 

SAP EWM-Einführung in sechs Monaten


Diese Chance nutzte Alz Chem: Mit dem Lagerneubau wurden die Logistikprozesse optimiert und SAP EWM als neue Lagerverwaltungslösung gemeinsam mit Serkem in sechs Monaten eingeführt. Sowohl die spezifischen Anforderungen seitens der Logistik als auch die gesetzlichen Bestimmungen an die Lagerhaltung von Chemikalien wurden in SAP umgesetzt.


Neben den eigenen Lageraufgaben nutzt Alz Chem auch das neue Logistikzentrum für die Abwicklung mit dem strategischen Partner am Standort. Mit der mehrkundenfähigen Lösung SAP EWM laufen bei Alz Chem alle lagerrelevanten Aktivitäten in einem System, egal ob Umlagerung, Warenein- oder Warenausgang. Dazu werden die Bestände verschiedener Kunden in unterschiedlichen Werken geführt. So ist selbst die Jahresinventur je Kunde kein Problem.

 

Mobile Datenerfassung im On- und Offlinebetrieb


Um den Mitarbeitern die tägliche Arbeit im Lager zu erleichtern, setzt Alz Chem, auch ohne vollständige WLAN-Ausleuchtung, auf mobile Datenerfassung. Eine offlinefähige Lösung war gefragt. Diese lieferte Serkem. Ob online oder offline, ganze Arbeitspakete können scannergestützt abgearbeitet werden. Und das unter der Berücksichtigung von Optimierungslogiken und Kriterien, wie Prioritäten, möglichst wenig Gangwechsel und so weiter. Ein weiterer Vorteil: alle Schritte sind dokumentiert, aktuelle Bestandsdaten im SAP vorhanden.

 

Rückverfolgbarkeit und mehrstufige Transporte im Lager


In der Wareneingangszone werden die Paletten mit Materialnummer, Charge und Menge via Scanner erfasst und mit einer Palettennummer verknüpft. Diese Palettennummer hat eine zentrale Aufgabe bei der Alz Chem AG, sie stellt die Nachvollziehbarkeit der Palettenbewegungen im System sicher. Vom Wareneingang bis zur Auslieferung hat jede Palette eine eindeutige Nummer.


Dann bringt ein Stapler die Paletten zum jeweiligen Zielort. Dabei bestehen die Transporte im Lager des Chemiekonzerns oft aus mehreren Schritten. Mit der Serkem-Lösung in SAP EWM wird ein Transport zwar mit nur einem Ziellagerort angelegt, aber in mehreren Schritten von unterschiedlichen Mitarbeitern quittiert und bewegt. Diese Transportketten werden mit Barcodeunterstützung in SAP EWM abgebildet: neben dem Endziel ist auch die aktuelle Position der Palette ersichtlich, die noch offenen Arbeitsschritte sind je Bereich bekannt.

 

Flexible Lösungen beim Wareneingang


Längere Produktions- als Lagerschichten im Chemiepark Trostberg, das ist der Grund für zwei Rollbahnen an der Längsseite des Lagers. Die Paletten werden einzeln durch das Tor in das Gebäude geleitet und bis zur Einlagerung gepuffert, so sind Anlieferungen auch außerhalb der Betriebszeiten möglich. Der Wareneingangsprozess ist flexibler.


Über Cross-Docking-Funktionen wird dieser zusätzlich beschleunigt. Kommt es bei der Einlagerung zu einem Cross-Docking Fall, wird die Ware direkt vom Wareneingang auf einen speziellen Lagertyp gebucht. Dazu stößt ein Mitarbeiter im Lagerleitstand den Cross-Docking-Prozess an, das kann bereits im Vorfeld geschehen. Die Produktionsware wird einer Kundenauslieferung zugebucht und gelangt, ohne Umweg über das Lager, direkt zur Verladung.

 

Erfüllung gesetzlicher Anforderungen bei Lagerung von Gefahrstoffen


Das Gefahrstofflager von Alz Chem befindet sich in einem abgegrenzten Bereich des Logistikzentrums. Hier unterstützt die Serkem-Lösung in SAP EWM die Erfüllung gesetzlicher Vorgaben an die Lagerung von Gefahrstoffen systemseitig.


Feststoffe zum Beispiel werden in den Ebenen 4 bis 7, nicht brennbare und nicht ätzende Flüssigkeiten in den Ebenen 2 bis 3 gelagert. Die Zuordnung erfolgt anhand des Lagerbereichskennzeichens im Materialstamm. Nur gekennzeichnete Stoffe werden beim Chemieunternehmen auch eingelagert.


Zugleich wird auch die maximal erlaubte Gefahrstoffmenge im Lager beachtet: 1000 Tonnen Gesamtgewicht bei Giftstoffen, 500 Tonnen bei sehr giftigen Stoffen. Werden definierte Schwellenwerte überschritten, werden über Nacht automatisch Warnungen in Form von E-Mails generiert.

 

Stark optimierte Staplerprozesse im Chemielager


Im neuen Chemielager sind die 9000 Stellplätze in zwei Blöcke für zwei Hochregalstapler unterteilt. „Wegen der beschränkten Zahl an Übergabeplätzen und der benötigten Zeit für einen Gangwechsel des Hochregalstaplers, ist ein optimierter Ablauf hier von zentraler Bedeutung“, erklärt Stefan Hahn. „Denn trotz des begrenzten Platzes muss ein möglichst hoher Durchsatz sichergestellt werden.“


Sowohl das Doppelspiel des Hochregalstaplers als auch die Minimierung der Zahl an notwendigen Gangwechseln helfen Zeit, Wege und Kosten zu sparen. Dabei haben Auslagerungen standardmäßig die höchste Priorität und finden immer aus der offenen Gasse statt. Für mehr Flexibilität kann die Optimierung auf die Einlagerung geändert werden, das Doppelspiel findet weiter statt, allerdings mit einer untergeordneten Priorität.

 

Erhöhte Prozesssicherheit im neuen Logistikzentrum


Der Rollout der neuen Lagerverwaltungslösung erfolgte schrittweise ohne Bestandsmigration: Das Lager wurde langsam über Wareneingänge gefüllt, während das alte Lager parallel weiterbetrieben wird.


Stefan Hahn, Leiter IT bei Alz Chem, ist mit dem Projekt mehr als zufrieden: „Mit Serkem haben wir SAP EWM wie geplant eingeführt und damit eine deutlich erhöhte Prozesssicherheit im Logistikzentrum von Alz Chem erreicht. Die neue Lagerverwaltungssoftware sorgt für optimierte Abläufe. SAP EWM-gestützte Dialoge auf den Scannern führen die Mitarbeiter durch die verschiedenen Prozesse, das senkt das Fehlerrisiko enorm. Gleichzeitig werden alle Prozesse und Aktivitäten im System registriert.“

www.serkem.de

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Beitrag aus dhf 4.2016

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