Foto: PSI Logistics 
WMS für 5,5 Millionen Paar Schuhe

Im Distributionszentrum der Schuhhandelskette Görtz sorgt das Warehouse Management System PSIwms für höchste Flexibilität, effizienten Warenumschlag und mit einer Fehlerquote nahe Null für hervorragende Lieferqualität.

Jetzt hat das Unternehmen weitere Prozessautomation im Distributionszentrum sowie den Online-Shop in das PSIwms eingebunden. 

 

Mit 3200 Beschäftigten sowie mehr als 160 Filialen in Deutschland, Österreich, Polen und der Schweiz zählt das 1875 gegründete Traditionsunternehmen Ludwig Görtz GmbH, Hamburg, zu den führenden deutschen Schuh-Einzelhändlern. Das zentrale Distributionszentrum zur Versorgung der Filialen steht in Norderstedt, vor den Toren Hamburgs. Gut 500 Container mit rund 5,5 Millionen Paaren Schuhe werden dort pro Jahr umgeschlagen. Informatorisches Rückgrat und Basis-IT für die Steuerung der Lagerprozesse bildet das PSIwms, das Warehouse Management System der PSI Logistics GmbH aus Berlin. Die Vorhaltung von knapp drei Millionen Stammdaten, die Einbindung moderner Kommissioniertechniken wie Pick-by-Voice, ein Staplerleitsystem, die direkte Ansteuerung der Fördertechnik ohne Materialflussrechner sowie die verschiedenen Labelapplikationen für Warenauszeichnung, Transport- und Versandsteuerung und das Routing unterschiedlicher Artikel und Ladungsträger in einem halbautomatisierten Workflow machen das PSIwms zu einem elementaren Mosaikstein für die hohe Lieferqualität des Unternehmens.

 

Lagerlogistik für die Zukunft


2009 begannen die Entscheider mit den Planungen zur Neustrukturierung des in den vergangenen vier Jahrzehnten kontinuierlich erweiterten Logistikzentrums. Parallel zur Warenflussoptimierung sollten dabei die Prozesse durch ein modernes Warehouse Management System operativ auf eine beleglose Bearbeitung, informativ auf eine neue IT-Basis umgestellt werden. Zuständig dafür: Thomas Koopmann, Leiter Prozessmanagement und Prokurist des Handelsunternehmens. „Wir suchten eine moderne logistische IT-Plattform, die sowohl unsere Anforderungen an die Infrastruktur und Prozesssteuerung unserer komplexen Intralogistik als auch an künftiges Wachstum und entsprechende Veränderungen der Materialflüsse abdecken konnten“, sagt Thomas Koopmann. Den Zuschlag erhielt 2011 das PSIwms.


Besonderheit: die Komplexität der Prozesse. In dem halbautomatisierten Distributionszentrum sind acht verschiedene Lagerbereiche zu verwalten, Nachschübe zu organisieren sowie die Transport-, Fördertechnik- und Kommissionierprozesse zu steuern. Darüber hinaus werden die Schuhpaare unterschiedlich aufbereitet in Norderstedt angeliefert. 80 Prozent der Waren kommen bereits als so genannte Sortimentskartons. Darin haben die Lieferanten mehrere Schuhpaare bereits nach Modellen, Farben und Größen zu Sortimenten zusammengestellt und im Originalkarton an die Filialen weitergeleitet.


Andere Lieferanten liefern die Schuhe je Farbe und Größe in Kartons, die zwar nach Vorgabe von Görtz bereits ausgezeichnet sind, in der weiteren Bearbeitung allerdings noch zu Filialsortimenten zusammengestellt werden müssen. Wieder andere Hersteller, etwa die großen Sportartikelhersteller, liefern die Artikel in Einzelkartons ohne Auszeichnung. Diese Anlieferungen müssen ausgepackt, etikettiert und sortimentiert werden. Überdies erfolgt in Norderstedt die Abwicklung von Retouren.


Darüber hinaus ist PSIwms der Backbone für die automatisierte Warenversorgung der Görtz-Filialen. Ein kombiniertes Warenwirtschafts- und Kassensystem sorgt dafür, dass alle rund 160 Filialen die aktuellen Modelle immer in ausreichenden Größen und Mengen vorrätig haben. Ein Zentralcomputer registriert alle Verkäufe und leitet entsprechende Nachlieferungen sofort an das Logistik Center in Norderstedt. Im Zusammenspiel mit dem PSIwms wird dabei auch die Zuteilung der Artikel auf die einzelnen Filialen definiert. Dazu übernimmt das PSIwms alle offenen Orders aus dem zentralen Warenwirtschaftssystem sowie die Avise und die vorgesehenen Liefertermine der Speditionen nebst der vom Görtz-Einkauf festgelegten Zuordnung der Wareneingänge auf die jeweiligen Filialen. Das PSIwms konsolidiert die Daten und sorgt für die Verteilung der entsprechenden Prozessaufträge an Kennzeichnung, Kommissionierung und Versandfertigung.

 

Mehr als ein normales WMS


Für die Einlagerung steht ein viergassiges Palettenhochregallager mit 2462 Stellplätzen in bis zu sechs Ebenen zur Verfügung. Zudem sind fünf Blocklager für die Eingangswaren nach Größen, Sortiment, Accessoires, Saisonartikel, Retouren eingerichtet, davon ein Blocklager mit drei unterschiedlichen Lagerbereichen. Täglich werden in dem Distributionslager durchschnittlich 100000 Paar Schuhe umgeschlagen. Besonderheit: Seit Mitte dieses Jahres ist auch der überarbeitete Online- Shop von Görtz in das PSIwms eingebunden.


Entsprechend ausgeprägt die Funktionsumfänge von PSIwms. „Eine Vielzahl von Funktionen jenseits eines normalen WMS-Umfangs“, erklärt Hermann Tomczak, Projektleiter der PSI Logistics. „Die wurden mit Implementierung zusätzlicher Fördertechnik in den vergangenen vier Jahren sowie der Anbindung des Online-Shops Anfang 2015 nun noch deutlich ausgeweitet.“


So umfassen die Funktionalitäten von PSIwms im Wesentlichen die Lagerverwaltung für die Bereiche Wareneingang, Kommissionierung, Warenausgang sowie den Versand inklusive der Anbindung des vorhandenen Fördertechniksystems. Das reicht von der Warenvereinnahmung, Stammdaten- Verwaltung und der Einlagerung nach speziellen Einlagerstrategien über die Platz- und Transporteinheiten-genaue Bestandsführung, die Verwaltung der Lagertopologie und die Auftragsbearbeitung, bis hin zur Versandsteuerung, der Bereitstellung im Warenausgang und der Bedienung der Schnittstellen zu überlagernden und nachgelagerten Systemen.


Letzteres betrifft in der Intralogistik insbesondere die Fördertechnik und die Kommissionierung. Kommissioniert wird in Norderstedt nach dem Prinzip „Mitarbeiter zur Ware“.


Für optimierte Materialflussprozesse übernimmt das PSIwms bei Görtz die Kommunikation mit den S7-SPS von Fördertechnik und Sorter sowie die entsprechende Steuerung, ohne separaten Materialflussrechner direkt aus dem Warehouse Management System. Die Kommissionierung der Online-Bestellungen und für die Filialversorgung erfolgt über ein vom PSIwms gesteuertes Pick-by-Voice-System. „Das Pick-by-Voice-System wurde von den Mitarbeitern gut angenommen“, urteilt Koopmann. „Im Ergebnis sind durch die Anbindung des Pick-by-Voice-Systems an PSIwms eine höhere Kommissionierleistung und eine verbesserte Lieferqualität durch deutlich reduzierte Kommissionierfehler nahe der Null-Prozent-Marke zu registrieren.“

 

Höhere Geschwindigkeit und weniger Fehler


Überdies wurden die Kommissionierbereiche mit einer alle Stockwerke verbindenden Fördertechnik ausgestattet. „Mit Einbindung des Online-Shops mussten wir die Effizienz der Auftragsbearbeitung und die Durchsatzkapazitäten deutlich steigern“, erläutert Koopmann die Hintergründe. Die Materialflüsse im Distributionszentrum wurden vollkommen neu gestaltet und, innerhalb von zehn Wochen, in das PSIwms übernommen. Mitte des Jahres erfolgte die Einrichtung von Schnittstellen zum Online-Shop-System, und Görtz führte mehrere Integrations- und Lastentests durch, die das erweiterte PSIwms mühelos bestand. Im August ging das aktualisierte PSIwms zur Steuerung der neuen Fördertechnik und der direkten Versorgung der Online-Shop-Besteller in den Live-Betrieb. „Im Crossdocking umgeschlagene Schuhkartons benötigen zwischen Warenein- und -ausgang heute nur noch 5,5 bis 7 Minuten“, erklärt Koopmann stolz. „Alles auf Echtzeit-Steuerung und -datenflüsse ausgelegt.“


Görtz-Prokurist Koopmann freut sich neben dem schnellen, reibungslosen Projekt verlauf über die gesteigerte Prozesseffizienz und -transparenz sowie, von der Lieferantenqualität bis hin zu Kommissionierleistungen, über exakte, in Echtzeit verfügbare Statistikdaten. „Die Effizienzsteigerungen sind nach Einbindung der neuen Fördertechnik und Anbindung des Online-Shops an das PSIwms deutlich spürbar“, erklärt Koopmann. „Mit dem PSIwms haben wir ungeachtet der Multichannel-Strategie im Lager inzwischen eine enorme Warenumschlagsgeschwindigkeit bei einer Fehlerquote nahe Null. Das ist ein Quantensprung in der Lieferqualität. Die Prozessoptimierungen konnten optimal in das PSIwms eingebunden werden. Unsere Erwartungen an das PSIwms haben sich insgesamt mehr als erfüllt.“ 

www.psilogistics.com  

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Beitrag aus dhf 11.2015

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