Foto: I.D. Systems
Volle Kontrolle über die Staplerflotte

Alexander Glasmacher, Geschäftsführer von I.D. Systems in Düsseldorf, erläutert die Vorteile von herstellerunabhängigen Stapler-Managementsystemen zur Erfassung der Leistungsdaten von Gabelstaplern.

Insbesondere, wenn in der Staplerflotte Flurförderzeuge von verschiedenen Herstellern im Einsatz sind.

 

Eine objektive Beurteilung, wie effizient die Staplerflotte arbeitet, ist generell nicht einfach. Besonders schwierig wird das Benchmarking, wenn es sich um eine Mischflotte handelt, also Flurförderzeuge von unterschiedlichen Herstellern gleichzeitig in Betrieb sind. Einerseits kann die Nutzung der Gabelstapler sehr unterschiedlich sein, andererseits werden für die Leistungsdatenerfassung nicht immer gleiche Sensoren mit gleicher Parametrierung verwendet. Die Gefahr besteht, Äpfel mit Birnen zu vergleichen.


Zur Vermeidung von Fehlern empfiehlt sich der Einsatz eines herstellerunabhängigen Flottenmanagementsystems, idealerweise in der gesamten Flotte und auch werksübergreifend. Nur so ist es möglich, die Nutzung der Stapler unternehmensweit auszuwerten und zu vergleichen, um das geeignetste Einsatzszenario für das eigene Unternehmen herauszuarbeiten. „Es gibt mittlerweile eine ganze Reihe von guten Flottenmanagementsystemen zur Erfassung der Leistungsdaten. Allerdings sehen wir den Vorteil unserer Lösung gegenüber Hersteller- beziehungsweise OEM (Original Equipment Manufacturer)-Systemen darin, dass wir neutral und unabhängig Systeme entwickelt haben und weiterentwickeln, die durchgängig und fahrzeugunabhängig die gleichen Sensoren nutzen. So können Daten generiert werden, mit denen Optimierungspotenziale in der Produktivität aufgezeigt werden und durch die die präventive Instandhaltungsplanung verbessert werden kann“, erklärt Alexander Glasmacher.

 

Standardisierte Datenerfassung


Für nationale wie internationale Unternehmen ist es durchaus üblich, ihre Gabelstapler von verschiedenen Herstellern zu beziehen, um einsatzoptimierte Fahrzeuge zu erhalten, aber auch um bessere Preise zu erzielen. Die Gabelstapler bieten dann zwar die gewünschten herstellerspezifischen Funktionen, meist sind aber für die Aufzeichnung der Leistungsdaten unterschiedliche Sensoren mit uneinheitlicher Parametrierung verbaut.


Als Beispiel kann hier das Signal des Hubmotors genannt werden. Aktuelle Staplermanagementsysteme zeichnen nicht nur die Fahrzeiten, sondern auch die Hebezeiten der Stapler für die Produktivitätsmessung auf. Allerdings wird bei einzelnen Geräteherstellern der Hubmotor gleichzeitig auch als Antrieb für die Servolenkung genutzt. Somit sind die Ergebnisse der Datenanalyse verzerrt, wenn nur die Hebezeiten verglichen werden sollen. Ähnlich sieht es bei den Sensoren für die Aufzeichnung der Fahrzeugdaten aus. Die Staplerhersteller nutzen unterschiedliche Sensoren, um beispielsweise die Betriebsstunden aufzuzeichnen. Manche Gerätehersteller bieten sogar die Option, zwischen vier oder fünf unterschiedlichen Betriebsstundenaufzeichnungen zu wählen. Aufgrund fehlender Standardisierung bei der Aufzeichnung der Staplerleistungsdaten kann es dazu kommen, dass bei zwei ähnlich genutzten Fahrzeugen nach einer bestimmten Einsatzzeit bei einem 1000, bei dem anderen aber nur 900 Betriebsstunden angezeigt werden. Diese Tatsache rührt nicht daher, dass das eine System falsch und das andere richtig misst. Die Wahrscheinlichkeit liegt hoch, dass die Abweichung durch die Verwendung von unterschiedlichen Sensoren bei der Datenerfassung herrührt.


Die empfohlene Lösung besteht darin, Flotten mit ein und demselben Managementsystem auszustatten, welches auch immer die gleichen Sensoren zur Erfassung der Leistungsdaten nutzt. Somit können die bestmöglichen Leistungsvergleiche zwischen den Fahrzeugen einer Flotte in einem Werk beziehungsweise zwischen allen Fahrzeugen im werksübergreifenden Einsatz in der ganzen Unternehmensgruppe erzielt werden. „Heute ist es sehr viel leichter, ein herstellerunabhängiges System einzusetzen, als beispielsweise noch vor fünf Jahren“, ergänzt Glasmacher. „Die meisten Geräte- und Systemhersteller haben heute eine standardisierte Schnittstelle, um herstellerunabhängige Systeme mit der Fahrzeugelektronik zu koppeln. Diese Schnittstelle kann oftmals bereits mitbestellt werden, wird dann werkseitig vorinstalliert und ermöglicht eine vereinfachte und schnelle Installation und Inbetriebnahme unserer Systeme beim Endkunden. Diese standardisierte Schnittstelle vereinfacht auch ganz erheblich den Tausch der Flottenmanagementgeräte zwischen Fahrzeugen unterschiedlicher Hersteller. Beim Thema Integration von herstellerunabhängigen Flottenmanagementgeräten in Gabelstaplern befindet sich die Industrie aufgrund der partnerschaftlichen Zusammenarbeit auf einem sehr guten Weg der Standardisierung.“

 

Lösungsorientierte Beratung


Alexander Glasmacher, seit 2006 bei I.D. Systems, beobachtet im Markt eine zunehmende Akzeptanz und Nachfrage von Flottenmanagementsystemen und ein immer stärker werdendes Verständnis beim Kunden, welche Rolle diese Systeme in den Bereichen Betriebssicherheit und Produktivitätssteigerung als Treiber für Verbesserungen und Optimierungen spielen können.


„Wir sehen im englischen Markt einen stark zunehmenden Bedarf für die Funktion der elektronischen Sicherheitscheckliste, um die von der Berufsgenossenschaft vorgeschriebenen Prüfpflichten vor Fahrantritt zu erfüllen. Mit dieser Funktion waren wir Ende der neunziger Jahre in Amerika Vorreiter, und einige Wettbewerber bieten nun seit drei bis vier Jahren auch genau diese Funktion an. Die Idee einer elektronischen Checkliste ist eine einfache Funktion, die allerdings ganz wesentlich zur Steigerung der Betriebssicherheit beiträgt: Es wird sichergestellt, dass nur geschulte Fahrer mit gültiger Fahrerlaubnis einen Gabelstapler in Betrieb nehmen können, und zwar nur dann, wenn der Fahrer am Fahrzeug anhand der Checkliste bestätigt, dass das Fahrzeug frei von Schäden und fahrtauglich ist. Gerade diese Funktionalitäten überzeugen häufig auch die Betriebsräte, der Einführung eines solchen Systems zuzustimmen.“ Die Amortisation eines Flottenmanagementsystems beträgt aufgrund der hohen Verbesserungen im Bereich Reduzierung von Gewaltschäden und Reparaturkosten meist weniger als ein Jahr. So berichtet Alexander Glasmacher von einem Kunden, bei dem Gewaltschäden und damit einhergehende Reparaturkosten bereits innerhalb von vier Monaten um 40 Prozent abgenommen haben. Allerdings muss im Gespräch mit den Kundenexperten immer abgewogen werden: Welche Funktionen sind für den Einsatz im jeweiligen Betrieb unabdingbar und welche tragen nicht notwendigerweise zu Steigerungen der Betriebssicherheit oder der Verbesserung der Produktivität bei?

 

Welche Systemkonfiguration ist die richtige?


I.D. Systems verkauft seine Produktlösungen sowohl an Endkunden im In- und Ausland, aber zunehmend auch an beziehungsweise über Fahrzeughersteller und Staplerhändler. Es werden unterschiedliche Software- und Infrastrukturlösungen angeboten, wobei die sogenannten Cloud- Lösungen zunehmend großen Zuspruch finden. Hierbei kommunizieren die Fahrzeuge über Mobilfunk oder das kundeneigene WLAN mit einer Softwareapplikation, die von I.D. Systems gehostet wird. Der Kunde wählt sich mittels Webbrowser in die Applikation ein und muss für die Systemanwendung keine eigene IT-Infrastruktur aufbauen. Natürlich sind weiterhin auch die klassischen Client/Server-Installationen vor Ort beim Kunden möglich. Bei der zu wählenden Funktechnologie gilt: Wer die Wahl hat, hat die Qual. Hier entscheidet der Kunde zwischen WLAN, Mobilfunk (3G) oder Antennen auf der zulassungsfreien Transponderfrequenz 868 MHz. Viele weitere wichtige Entscheidungskriterien sollten gemeinsam in einem unverbindlichen Beratungsgespräch zwischen dem Kunden und dem Lieferanten des Staplermanagementsystems erörtert werden.

 

Fazit


Staplerflotten-Managementsysteme sind ein lebendiges Beispiel für Industrie 4.0 und das Internet der Dinge: Es handelt sich um Assistenzsysteme, die die sogenannte Machine-to-Machine-Kommunikation nutzen. Hierbei werden Sensoren mit Hardware- und Funktechnologien kombiniert, um die Betriebssicherheit und die Produktivität von Staplerflotten zu verbessern. „Es ist wahrscheinlich“, so Alexander Glasmacher, „dass solche Systeme in nicht allzu ferner Zukunft auch die Basis für neue Geschäftsmodelle bilden, so zum Beispiel für die nutzenbasierte Abrechnung von Staplereinsätzen.“

www.id-systems.com

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Beitrag aus dhf 7/8.2015

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