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Mit Datenbrille sicher picken

Die Logcom GmbH, Hightech Start-up aus Herzogenrath bei Aachen, bietet mit ihrer Picavi-Lösung, ein innovatives Kommissioniersystem mit Datenbrille an.

Der Praxistest zeigt, dass Pick-by-Vision die Fehlerquote gegenüber klassischer Kommissionierung um bis zu 40 Prozent reduziert. 

 


Schnelldreher und hohe Pickdichten stellen besondere Anforderungen an Lagerlogistik und Kommissionierung. Die Mitarbeiter müssen schnell picken und auch noch möglichst fehlerfrei. Rasch sollen viele Waren zu unterschiedlichen Points-of- Sale geliefert werden. Die Zeit zwischen den einzelnen Picks ist kurz, Sekunden entscheiden über die Effizienz der Intralogistik. Mit den verschiedensten Kommissionierungssystemen wird schon lange versucht, diese Prozesse zu vereinfachen und zu beschleunigen. Pick-by-Light, Pick-by-Voice und Pick-by-Vision sind die Stichworte für beleglose Systeme in der Lagerlogistik.


Zwar ist die Kommissionierung eine vergleichsweise einfache Tätigkeit, aber fehlerhafte Lieferungen provozieren Reklamationen, Ersatzansprüche und Nachlieferungen. Größte Fehlerquelle in der Lagerlogistik bleibt der Mensch. „Schon ein Prozent mehr Kommissionierfehler können zehn Prozent höhere Kosten in der Auftragsabwicklung verursachen“, rechnet die Bundesvereinigung Logistik vor. Vorrangige Aufgabe für innovative Logistiksysteme ist es, den Kommissionierer effizient vor Fehlgriffen zu schützen.

 

Das optimale Pick-Verfahren


Bei Pickby- Light wird der Kommissionierer mittels Lämpchen und Displays an den Lagerfächern geführt. Das System bietet einige Vorteile, wie das papierlose Kommissionieren, der Mitarbeiter hat die Hände zum Arbeiten frei und kann in kurzer Zeit angelernt werden. Hohe Installationskosten und unflexible Handhabung, wenn alle Regale einmal verkabelt sind, gehören zu den eindeutigen Nachteilen des Pick-by-Light.


Beim Pick-by-Voice wird der Kommissionierer mit Sprachbefehlen gelenkt, über Kopfhörer erhält er alle notwendigen Daten und kann selbst auch mit dem System kommunizieren. Pick-by-Voice bietet einen großen Anwendungsbereich, der Mitarbeiter hat auch hierbei beide Hände frei zum Arbeiten. Der Zeitaufwand für das Teaching des Systems ist allerdings erheblich. Auch die Datenmenge, die das System zu übermitteln vermag, erweist sich als relativ gering. Zudem findet Pick-by-Voice keine große Akzeptanz bei Mitarbeitern: Ihnen missfällt die monotone Stimme der Anweisungen, und die geforderte hohe Konzentration lässt sie schnell ermüden.


Eindeutig vorn bei den Kommissionierungssystemen liegt Pick-by- Vision. Visuelle Informationen werden vom Menschen am schnellsten und zuverlässigsten verarbeitet. Das macht sich Pickby- Vision zunutze, bleibt jedoch gleichzeitig im Gegensatz zu Pick-by-Light flexibel. Der Begriff Pick-by-Vision wurde ursprünglich vom Lehrstuhl fml der TU München eingeführt. Bei Pick-by-Vision erhält der Kommissionierer alle wichtigen Informationen „hands-free“ über eine Datenbrille, auch Head Mounted Display (HMD) genannt. In Labor- und Praxistests konnte belegt werden, dass Pick-by-Vision die Fehlerquote gegenüber einer klassischen Kommissionierung um bis zu 40 Prozent reduziert. Das System lässt sich in sehr vielen Bereichen einsetzen und ist einfach zu erlernen. Pick-by-Vision vereint die Vorteile von Pick-by-Voice und Pick-by-Light und dies ohne die individuellen Nachteile beider Systeme.


Bisher sind die Produkte des visuellen Systems allerdings kaum über das Theorie- Stadium hinausgekommen. In der Logistikbranche wird zwar viel davon gesprochen, Hochschulen und erste Firmen erforschen die Datenbrillen in der Anwendung. Wirklich im täglichen Einsatz befindet sich aber noch keine HMD-Brille.

 

Picavi, ein zukunftsweisendes Kommissioniersystem


Die Logcom GmbH, Hightech Start-up aus Herzogenrath bei Aachen, bietet jetzt mit ihrer Picavi Lösung ein Kommissioniersystem mit Datenbrille an, das die Lagerlogistik, nach eigenen Einschätzungen, bahnbrechend verändern wird. Die Köpfe von Logcom sind Dirk Franke und Professor Alexander Voß. Geschäftsführer Franke ist Intralogistik- und IT-Fachmann mit jahrzehntelanger Praxiserfahrung. Er hat schon einmal ein Start-up zum Weltmarktführer entwickelt und kennt die Kommissionierungsprozesse genau. Voß ist Professor für angewandte Informatik in Aachen und verantwortet als beratender Gesellschafter die strategische Produktentwicklung und die Qualitätssicherung.


Picavi ist ganz auf die Anforderungen von Branchen mit hoher Pickdichte zugeschnitten. Die Anwendung ist denkbar einfach: Der Kommissionierer trägt eine Brille mit integriertem Display. Auf diesem Bildschirm erhält er alle situativ relevanten Einzelheiten eingeblendet. So gelingt eine strikte Prozessführung mit hoher Picksicherheit und optimalen Laufwegen. Durch einen integrierten Barcodescanner wird der richtige Stellplatz erkannt und bestätigt. Art und Menge der Waren für den aktuellen Pick werden dem Mitarbeiter eingeblendet. Nach Bestätigung führt Picavi ohne Umwege zur nächsten Aufgabe, bis alle Aufträge abgearbeitet und bestätigt sind. Erfahrene Mitarbeiter schätzen es, beide Hände für die Arbeit frei zu haben, und neue Mitarbeiter können bereits nach kurzer Zeit komplexe Pickabläufe meistern.


Seit Sommer 2014 ist das Picavi-System mit Datenbrille im Praxistest bei einem weltweit agierenden Konsumgüterbetrieb. Viel Input und die täglichen Erfahrungen aus der Lagerlogistik haben das Ergebnis optimiert und feingeschliffen. „Wir sind vertriebsbereit“ beschreibt Geschäftsführer Franke den aktuellen Stand. Dabei sieht er sein Produkt als Komplettpaket: „Es reicht ja nicht, dem Mitarbeiter eine Datenbrille aufzusetzen und los geht es. Der operative Einsatz verlangt gründliche Vorarbeit. Wir analysieren bei jedem Kunden zuerst die gesamten Praxisabläufe und konfigurieren dann das System passend für ihn.“ Dabei bedient sich das Team von Logcom erprobter Standardsoftware. Mit dem Kunden zusammen wird diese auf die Abläufe zugeschnitten und angepasst. Auch bei den Datenbrillen hat Franke eine praxiserprobte Auswahl zur Hand, die er nach Wunsch mit dem System konfiguriert. „Es gibt Modelle, die nur das Display tragen“, erklärt er. Genauso können aber auch Mitarbeiter, die auf eine Sehhilfe angewiesen sind, ihre Datenbrille mit Gläsern in individueller Sehstärke bekommen.


Die auf die Prozesse abgestimmte Projektlösung wird durch das Logcom Team vor Ort installiert und vernetzt. „Wir betreuen die Einführungsphase mit erfahrenen Mitarbeitern, die sowohl Lager- als auch IT-Sprache sprechen“, erklärt Franke. „So stellen wir eine reibungslose Integration und erfolgreiche Inbetriebnahme sicher. Anschließend gibt ein 24/7-Service unseren Kunden zusätzliche Sicherheit.“ Kinderkrankheiten hat Picavi bereits überwunden, die wurden während des sechsmonatigen Praxistestes ausgemerzt. „Wir freuen uns jetzt über Interessenten, die wir von den Vorteilen praktisch überzeugen und als Referenz-Kunden gewinnen können“, sagt Geschäftsführer Franke über seine aktuellen Pläne.

www.logcom.de  

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Beitrag aus dhf 3.2015

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