Foto: Casio Europe  
Mit Prozesssicherheit Bestände reduzieren

Friesland Campina Germany setzt am Produktionsstandort für Joghurt und Desserts in Gütersloh moderne Scannerterminals ein, um das Bestandsmanagement für Zusatzstoffe und Verpackungsmaterial durch gesicherte Logistikprozesse zu optimieren.

Lückenlose Datenerfassung vom Wareneingang über das Lager bis hin zum Verbrauch an den Abfülllinien der Produktion unterstützt die in der Lebensmittelindustrie geforderte Traceability und hilft gleichzeitig, die Bestände um die üblichen Sicherheitszuschläge zu reduzieren.

 


Die Friesland Campina Germany GmbH gehört zur Business Group Consumer Products Europe (CPE) Germany des multinationalen Unternehmens Royal Friesland Campina N.V., das hochwertige Molkereiprodukte und Ingredienzen produziert. Mit weltweit rund 19 000 Mitarbeitern und über 100 Produktionsstätten und Verkaufsniederlassungen in über 25 Ländern erzielt das Unternehmen einen Jahresumsatz von mehr als 9 Milliarden Euro. Das Sortiment umfasst Trinkmilch, Milch in Pulver- und konzentrierter Form, Milchgetränke, Joghurts, Desserts, Sahne, Kaffeezusätze, Baby- und Kindernahrung, Käse, Butter, Fruchtgetränke sowie Ingredienzen.


Deutsche Verbraucher kennen Friesland Campina von unterschiedlichen Marken. Beispielsweise von den wohlschmeckenden Molkereiprodukten von Landliebe, den süßen Desserts von Puddis, Domo Langlecker (haltbare Milch), Chocomel (Schokoladengetränk) und von Optiwell, den fett- und zuckerreduzierten Joghurt- und Dessertprodukten. Neben landesweit erhältlichen Marken gibt es auch einige regionale Marken mit einem breiten Sortiment, wie zum Beispiel Tuffi (in Nordrhein-Westfalen), Mark Brandenburg (im Osten Deutschlands) und Südmilch (in Baden-Württemberg). Die hochwertigen Produkte werden fast ausschließlich in Deutschland hergestellt. Landliebe-Produkte werden beispielsweise aus Milch hergestellt, die von Landliebe-Viehhaltern stammt, für die höchste Qualitätskriterien gelten. Die Kühe werden mit traditionellen Futterpflanzen (ohne Gentechnik) gefüttert; die Landliebe- Milch wird gesondert bei den Bauernhöfen abgeholt und verarbeitet. Verantwortlich für all diese Marken und eine ganze Reihe weiterer Eigenmarken großer Handelskonzerne ist die operative Gesellschaft Friesland Campina Germany GmbH mit Sitz in Heilbronn und weiteren Standorten in Gütersloh, Köln und Schefflenz. In Deutschland beschäftigt das Unternehmen rund 1 500 Mitarbeiter.

 

Joghurts und Desserts aus Gütersloh


Bei hochwertigen Molkereiprodukten, und ganz besonders bei Joghurts und Desserts, geht es neben dem Geschmackserlebnis auch um die Attraktivität und Qualität der Verpackung. Bei der Vielfalt an Private-Label-Produkten, Marken, Sorten und Geschmacksrichtungen kommt da einiges an Bechern, Dosen, Deckelfolien, Kartonagen und Umverpackungen sowie Fruchtzubereitungen und Zusatzstoffen, wie Compounds, Milchpulver, Kakao etc,. zusammen, was stets in ausreichenden Mengen in unmittelbarer Nähe der Abfülllinien benötigt wird. In Gütersloh wurde zu diesem Zweck ein neues 14,5 Meter hohes Schmalganglager mit rund 2 000 Stellplätzen für Paletten und Fruchtcontainer errichtet. Die Logistikprozesse in diesem neuen Lager werden vom vorhandenen Lagerverwaltungssystem gesteuert. Die Kommunikation zwischen IT und den Mitarbeitern sowie die mobile Datenerfassung mittels modernster Ident-Technik sind jedoch neu. Das Ziel bei der Angliederung des neuen Lagers an die Produktion war, alle Prozesse vom Wareneingang über die Ein- und Auslagerung bis hin zum Transport an die Abfülllinien in der Produktion transparent und nachvollziehbar mit einem multifunktionalen Mobilgerät abzudecken. Tracking und Tracing sollten durchgängig von der Anlieferung des Materials und der Zusatzstoffe bis hin zum Verbrauch an den Maschinen in der Produktion den aktuellen Standards zur Rückverfolgbarkeit in der Lebensmittelindustrie genügen. Weiterhin sollte die neue Transparenz ein besseres Bestandsmanagement ermöglichen und mit der Zeit beim Abbau der oft überflüssigen Sicherheitsreserven helfen. Letztlich soll erreicht werden, dass die Abfüllaufträge in der Produktion den Bedarf an Rohstoffen erkennen und automatisch die Prozesse im Lager auslösen.

 

Erfahrungen mit mobiler Datenerfassung


Die langjährigen Erfahrungen in der Fertigwarenlogistik des Standorts haben gezeigt, dass die Prozesse in der Kommissionierung und Verladung mit Online-Datenkommunikation und Auto-ID-Systemen spürbar optimiert werden konnten. Die beleglose Datenerfassung erfolgt hier mit mobilen Scannerterminals sowie mit robusten Fahrzeug-Terminals und Handscannern auf Flurförderzeugen. Für die neue, produktionsnahe Anwendung im Rohstoff- und Fruchtlager sind Staplerterminals ungeeignet. Daher wurde ein leistungsfähiges Lager-Handheld gesucht, welches in allen Einsatzbereichen, beispielsweise beim Scannen kleinster Artikel-Barcodes aus nächster Nähe bis hin zu Regalkennzeichnungen in Höhen von mehreren Metern, optimale Leseergebnisse liefert. Gleichzeitig sollte das MDE-Gerät über eine integrierte Digitalkamera zur Dokumentation von Transportschäden verfügen, äußerst robust und dennoch leicht und handlich sein. Für die Mitarbeiter war ein Handheld vorgesehen, welches sie bequem mitführen und bei allen Prozessen optimal nutzen können. Die bisher in der Fertigwarenlogistik eingesetzten Handterminals kamen nicht in die engere Wahl, weil die Opto-Mechanik der Linienscanner recht empfindlich war und die Handlichkeit zu Gunsten recht klobiger Robustheit zu wünschen übrig ließ.

 

Hohe Anforderungen an neues Handheld


Die zusammengefassten Anforderungen an die neuen MDE-Geräte wurden mit dem bei Friesland Campina bereits gut eingeführten Systemhaus Data Elektronik GmbH diskutiert. Der Systemintegrator verfügt über Erfahrung mit dem vorhandenen ERP-System und hat bereits vielfältige AutoID-Komponenten bis hin zu Etikettendruckern an Friesland Campina geliefert. Horst-Günther Bode, Account Manager der Data Elektronik erinnert sich gut an die hohen Forderungen: „Man wies uns deutlich darauf hin, dass es im Produktionsbereich oft sehr nass sein kann. Wenn beispielsweise Abfülllinien gereinigt werden, ist viel Wasser im Spiel, und da kann es schnell passieren, dass auch ein MDE-Gerät in den Strahl gerät.“ Als herstellerneutrales Systemhaus stellte Data Elektronik Handterminals verschiedener Hersteller vor und präsentierte die besonderen Merkmale der unterschiedlichen Geräte. Genau den Vorstellungen des aus Mitarbeitern mehrerer Fachbereiche gebildeten Projektteams entsprach jedoch nur ein einziges Gerät: Das Casio DT-X30 All-Range. Es verfügt einerseits über den besten Scanner und verspricht andererseits mit Schutzart IP67 und seinem bruchfesten Gehäuse den besten Investitionsschutz.


Der All-Range-Imager des Casio DTX30 ist im Gegensatz zu üblichen opto-mechanischen Linienscannern eine elektronische Lösung mit einem CMOS-Sensor, hochflexiblen Autofokus und weitreichendem Zielstrahl. In der Praxis bedeutet dies, dass ein- und zweidimensionale Codes aus nächster Nähe, wie auch aus großer Entfernung problemlos gelesen werden können. Der Laserpointer-Zielstrahl erleichtert das Anvisieren des Identcodes, wobei auch bei schrägem Auftreffen erstaunlich gute Leseergebnisse erzielt werden. Zusätzlich zum All-Range-Imager besitzt das Lager-Handheld eine Digitalkamera mit Autofokus und LED-Blitzlicht, so dass auch bei schlechten Lichtverhältnissen beispielsweise ein Transportschaden, der Ladezustand eines Lkws oder andere besondere Situationen fotografisch dokumentiert werden können.


Neben den üppigen Ausstattungsmerkmalen des Casio DT-X30 beeindruckt die gute Ergonomie des schlanken Handhelds. Das kontrastreiche Farbdisplay und die wenigen, aber sinnvoll angeordneten Tasten erleichtern die Bedienung. Das leichte, absolut wasserdichte Gehäuse überzeugt nachhaltig. Horst-Günther Bode weist auf die Demonstration der Schutzklasse IP67 bei Friesland Campina hin: „Man wollte sehen, wie viel Pudding solch ein Gerät verträgt. Ergebnis: Der Pudding und anschließendes Abspritzen mit viel Wasser beeindrucken das robuste Gerät überhaupt nicht. Es arbeitet weiter, ohne jegliche Spuren zu zeigen.“

 

Die Anwendung in der Praxis


Das Casio DT-X30 arbeitet unter Windows CE 6.0 als Remotedesktop auf einer speziell für diese Lageranwendung programmierten Serverlösung. Die eigentliche Anwendung läuft dabei auf dem Server, wobei auf den Terminals nur die Bedienoberfläche abgebildet wird. Dies hat den Vorteil, dass keine Client-Software zum Einsatz kommt und sich der Installationsaufwand in Grenzen hält. Im Vergleich zu den alten Handterminals in der Fertigwarenlogistik ließen sich die neuen Casio Handhelds sehr leicht ins Lagerverwaltungssystem integrieren. Hilfreich dabei war die von Casio bereitgestellte Einrichtungssoftware ELISA, mit der unter anderem die Scanner-Einstellungen eines Master-Handhelds auf alle weiteren Geräte übertragen werden konnten.


Der Einsatz der neuen Lager-Handhelds beginnt im Wareneingang, wo angelieferte Waren identifiziert und ins Lagerverwaltungssystem übernommen werden. Hier werden zwei Barcode-Etiketten mit der Losnummer und der Ladungsträger-ID erzeugt, auf die Palette beziehungsweise den Container geklebt, wieder eingescannt und so miteinander „verheiratet“. Ab der zweiten Stufe, der Einlagerung, wird nur noch das Ladungsträger-Etikett gescannt, weil darüber alle Informationen verknüpft sind. Bei der Einlagerung wird der Identcode des Lager- beziehungsweise Regalplatzes gescannt und ans Lagerverwaltungssystem übermittelt.


Wird nun in der Produktion bestimmtes Material benötigt, wird automatisch, durch das LVS angestoßen, oder manuell ein Auslagerauftrag im Lagerverwaltungssystem generiert und an eines der Lager-Handhelds übertragen. Der zuständige Mitarbeiter begibt sich zum angezeigten Lagerplatz, scannt zur Sicherheit den Ladungsträger-Barcode und transportiert das Material in die Produktion, direkt an die Abfülllinie, die ihm über das Display des Handhelds angezeigt wird.

 

Gesicherte Prozesse – hoher Nutzen


Mit dem neuen System ist nun gewährleistet, dass jede Fertigware nicht nur die Chargendaten der Molkereiprodukte und Fruchtbeimischungen, sondern auch die exakten Daten aller Hilfsmaterialien bis hin zum Verpackungsmaterial zugeordnet werden können. Die gesicherten Prozesse im neuen produktionsnahen Lager und die daraus resultierende Datenqualität gewährleisten, dass stets höchste Transparenz und Bestandssicherheit gegeben ist. Gleichzeitig wird eine permanente Inventur ermöglicht, was wiederum zu einer Bestandsoptimierung führt, letztlich den Abbau von Sicherheitsreserven ermöglicht und dennoch eine höhere Verfügbarkeit zur Folge hat.


Die neue, durchgängige Traceability über alle Molkereiprodukte und alle verwendeten Verpackungsmaterialien bietet bei Bedarf eine Transparenz, die durchaus als vorbildlich bezeichnet werden darf.

www.casio-b2b.com/de

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Beitrag aus dhf 10.2014

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