Casio-Lager-Handhelds DT-X8 (Foto: Casio Europe) 
Euro-Scanner

Europas Marktführer im 1-Euro-Artikelmarkt, der Würzburger Nonfood-Großvertrieb J. E. Schum, versteht sich mehr als Dienstleister denn als Handelsunternehmen.

Er bietet seinen Kunden aus einer Hand höchst effiziente Lösungen für das Regal- und Aktionsgeschäft im Kleinpreis-Segment. Die Waren „Alles für 1 Euro“ werden dabei sehr effizient vom modernen Zentrallager in Dettelbach auf rund 180 Euroshops in Deutschland verteilt.

 

Dabei bearbeiten die Kommissionierer in Spitzenzeiten bis zu 20 000 Pick-Positionen pro Tag. Seit wenigen Monaten erfolgt dies beleglos und online mit Lager-Handhelds von Casio. Neben deutlich mehr Transparenz bei der Bestandsführung konnte eine Steigerung der Pick-Leistung um etwa 20 Prozent bei gleichzeitig reduzierter Fehlerrate registriert werden. 


Jeden Artikel für einen Euro verkaufen – das ist doch einfach?! Von wegen: Kaum ein Kunde kann sich vorstellen, was in einem Geschäft für Smart-Shopper hinter den Kulissen passiert, wie die Waren eingekauft, die Einkaufspreise verhandelt und welche Waren wo beziehungsweise wann präsentiert werden. Hier zählt das Knowhow, das sich die Nonfood-Experten der J. E. Schum GmbH & Co. KG im Laufe der Jahrzehnte erarbeitet haben.


Im Jahr 1877 als Eisenwarenhandlung gegründet, bestand das Kerngeschäft von J. E. Schum zunächst im Vertrieb von Haushaltswaren. Dieser Bereich wurde stetig ausgebaut, so dass den B2B-Kunden heute im Geschäftsbereich Systemvertrieb unter der Marke Eurohome ein umfassendes Produktspektrum geboten wird: angefangen bei Haushaltswaren über Glas-Porzellan- Keramik-Artikel, Schreibwaren, Spielwaren, Kurzwaren, Trendartikel u.v.m. Auf Basis dieses breiten Nonfood-Sortiments werden den B2B-Kunden aus einer Hand wirksame Lösungen für ein erfolgreiches Aktions- und Regalgeschäft sowie Shop-in- Shop-Konzepte geboten.


Anfang der 90er Jahre baute das Unternehmen den Geschäftsbereich Kleinpreiskonzepte auf und verkaufte, als erster in Europa, Produkte für 99 Pfennig. Heute ist J. E. Schum europaweit größter Systemvermarkter von 1-Euro-Artikeln und kann seinen Geschäftskunden mit der Marke Jes Collection Lösungen bieten, die den Endverbraucher trotz Zeiten deutlicher Konsumzurückhaltung zum Kaufen animiert. Das bewährte Kleinpreiskonzept ermöglicht nicht nur sozial schwächeren Konsumenten, den Bedarf an unterschiedlichsten Produkten zu decken; auch der Spaß am Einkaufen kommt mit den attraktiven Aktions- und Regallösungen nicht zu kurz.


Überall in Deutschland finden sich heute die hochwertig und ansprechend gestalteten Euroshops für den Endverbraucher-Markt (B2C), dem dritten Geschäftsbereich von J. E. Schum. Ob als Shop-in-Shop-Lösung oder als eigenständiger Shop, mit Produktvielfalt und pfiffigen Neuheiten lassen sich auch die oberen Einkommensklassen gewinnen. Die Idee, mit hochwertiger Ladengestaltung eine Wohlfühlatmosphäre zu schaffen und dennoch günstige Produkte zu einem Euro anzubieten, ist auf dem Markt einzigartig.

 

Weiter auf Erfolgskurs


Die Aufgaben von J. E. Schum haben sich im Laufe der Zeit massiv verändert. Bestand früher das klassische Großhandelsgeschäft darin, größere Mengen an Waren einzukaufen und gegen Aufschlag in kleinen Mengen weiter zu veräußern, so sind heute zunehmend Ideen und Problemlösungen für den Einzelhandel gefragt. Heute macht die reine Warenbewegung im klassischen Sinn nur noch circa 40 Prozent des Geschäfts aus, wo hingegen fast 60 Prozent des Umsatzes mit Dienstleistung, Service und Verkaufsförderung erwirtschaftet werden. Mit mehr als 1 600 Mitarbeitern hat sich die Schum-Gruppe der Aufgabe verschrieben, das Nonfood- Geschäft des filialisierten Einzelhandels erfolgreicher zu machen. Im Rahmen der drei Geschäftsbereiche bietet die Schum-Gruppe mit mehr als 15 000 Artikeln ein umfassendes Warensortiment aller Nonfood-Kategorien in Verbindung mit entsprechenden Serviceleistungen und Zielgruppenkenntnis an und trägt so entscheidend zur Erleichterung der Geschäftsprozesse und zum Erfolg seiner B2B-Kunden bei.


Neben wettbewerbsfähigen Preisen werden im Handel hohe Warenverfügbarkeit und kurze Lieferzeiten erwartet. Um die ständig wachsenden Anforderungen des Marktes in den kommenden Jahren bewältigen zu können, investiert J. E. Schum weiter in seine Logistik. Bereits seit 2007 verfügt das Zentrallager in Dettelbach bei Würzburg über ein vollautomatisches Hochregallager und modernste Lagertechnik auf mehr als 100 000 Quadratmeter. Im März 2012 werden die bisher ausreichenden rund 120 000 Palettenstellplätze durch ein weiteres Hochregallager um 28 800 Plätze erweitert.

 

Mehr Transparenz durch Online-Bestandsführung


Die Optimierung des überbetrieblichen Waren- und Informationsaustauschs ist ein zentrales Thema in den Bereichen IT und Logistik. In Kooperation mit den Lieferanten wird stetig daran gearbeitet, die Kunden an der verbesserten Wertschöpfungskette teilhaben zu lassen. Als besonders effizient erwiesen sich Optimierungen der internen Abläufe und Lagerprozesse, wie beispielsweise die Einführung der beleglosen Kommissionierung mit modernen Handscannern im Herbst 2011. Primäre Ziele dabei waren die Verbesserung der Transparenz durch zeitnahe Verbuchung aller Lagerbewegungen und die Reduzierung von Fehlern bei Einlagerung und Kommissionierung. Gleichzeitig wurde erwartet, dass eine messbare Leistungssteigerung durch den Einsatz der modernen Technik erreicht wird.


In der ersten Ausbaustufe wurden etwa 50 Mitarbeiter des Zentrallagers Dettelbach mit Handhelds der Firma Casio ausgestattet. Sie kommissionieren täglich etwa 50 000 Verpackungseinheiten mit 1-Euro-Artikeln in durchschnittlich 10 000 Pick-Positionen; überwiegend für den Versand an die Euroshop- Filialen des Unternehmens.


Aufgrund des relativ gleichen Wertes der einzelnen Artikel würde bei Verwechslungen zwar kein nennenswerter finanzieller Schaden entstehen, aber die angestrebte Vollständigkeit des Sortiments in den Filialen wäre beeinträchtigt. Eine Verwechslung von Artikeln war bei der bisherigen Kommissioniermethode leicht möglich, da die Waren anhand von Artikelnummern der Pick-Listen den immer gleich aussehenden Kartons an den Lagerplätzen entnommen wurden.

 

Fehlerreduzierung durch Pick-by-Scan


Heute verzichtet man im Euroshop-Kommissionierbereich komplett auf Papierlisten. Die Mitarbeiter werden über gut lesbare Angaben auf den Farbdisplays der Lager- Handhelds wegeoptimiert zu den einzelnen Entnahmepositionen geführt, wo sie zur Kontrolle den Barcode des Entnahmefachs scannen. Als Bestätigung des richtigen Fachs erhalten sie nun die Menge des benötigten Artikels angezeigt. Nach dem erledigten Greifvorgang wird die entnommene Menge über die Tastatur des Handhelds bestätigt, wodurch die Online-Verbuchung im Lagerverwaltungssystem erfolgt und die nächste Pick-Position angezeigt wird. „Neben einer deutlichen Reduzierung der Fehlerrate profitieren wir von der wesentlich präziseren Bestandsführung, die durch die Umstellung auf Echtzeitverarbeitung erreicht wurde“ berichtet David Kaiser, Projektleiter Online-Kommissionierung bei Schum. „Hinzu kommt, dass Zeitverluste durch den Medienbruch Papier/EDV ebenso vermieden werden wie Übertragungsfehler bei der Übernahme und Übergabe von Daten durch den Menschen.“


Nicht nur in den Kommissionierzonen, sondern auch in den Bereichen Wareneingang, Einlagerung, Nachschub bis hin zum Versand wird mit Online-Kommunikation gearbeitet, so dass die Bestandsführung heute über das gesamte Lager hinweg höchste Aktualität aufweist.

 

Lager-Handhelds als optimale Lösung


Erste Ansätze zur Optimierung des Kommissionierbereichs durch eine mobile Online- Lösung im Jahr 2010 verliefen allerdings zunächst wenig erfolgreich. Bei der Suche nach einer für das Würzburger Zentrallager optimalen Technologie wurden verschiedene Lösungen auf ihre Tauglichkeit für die Kommissionierung in den weitläufigen Hallen betrachtet und getestet. Der Einsatz eines Pick-by-Voice-Systems versprach zwar aufgrund der guten Dialogfähigkeit die gewünschte Fehlerreduzierung, die Investitionskosten für einen sicheren Betrieb im 25 000 Quadratmeter umfassenden Kommissionierbereich erschienen jedoch sehr hoch. „Hinzu kam eine spontane Ablehnung unserer Mitarbeiter, tagtäglich mit einem Headset am Kopf durchs Lager zu laufen“ erinnert sich David Kaiser. Eine Referenzbesichtigung eines großen Lebensmittellagers in der Nähe von Frechen bestätigte die Skepsis: „Es wurde von Verständigungsproblemen berichtet, die aufgrund der verschiedenen Nationalitäten der Mitarbeiter oder gar ihrer Dialekte immer wieder zu Verzögerungen und Störungen der flüssigen Abläufe führten.“


Es blieb die mobile Datenerfassung mit Pick-by-Scan in Form von Hand-Terminals mit direkter Kommunikation zum Lagerverwaltungssystem Microsoft Dynamics. Aber auch bei dieser Technologie fand sich nicht sofort die optimale Lösung. „Wir sind bestrebt, unserer Belegschaft ein angenehmes und sicheres Arbeitsumfeld zu bieten“, erklärt Christian Schum, Geschäftsführer. „In diesem Sinne wollten wir unseren Kommissionierern eine besonders ergonomische Lösung bieten, bei der das Terminal mit Display am Unterarm getragen wird und der Scanner wie ein Ring am Zeigefinger. Keine günstige Lösung und darüber hinaus für unsere Zwecke nicht geeignet, da die Mitarbeiter mit den am Arm angebrachten Gerätschaften ständig an den Kartons hängen blieben.“

 

Geräteauswahl durch die Mitarbeiter


Auf der Fachmesse LogiMAT, im Februar 2011, bot sich schließlich die Gelegenheit, die aktuellen MDE-Geräte aller großen Anbieter zu betrachten, um so eine Vorauswahl zu treffen. Besonders ins Auge fiel das brandneue Lager-Handheld DT-X8 von Casio. Es erfüllte alle technischen Anforderungen, war dabei wesentlich leichter und erschien gleichzeitig robuster als alle anderen Geräte am Markt. David Kaiser erinnert sich: „Auf Empfehlung von Casio kontaktierten wir später die Würzburger Pharma-Großhandlung Ebert + Jacobi, in deren Lager seit Jahren mit Handhelds von Casio kommissioniert wird. Der für die IT verantwortliche Geschäftsführer, Hilmar Scheller, zeigte sich sehr zufrieden mit der Hardware und empfahl den Casio Partner DataIdent GmbH aus München als Systemhaus für die weitere Beratung und Geräteeinführung.“


Trotz der ersten Präferenz für das Casio DT-X8 stellte DataIdent dem Team aus Logistik und IT mehrere Handterminals verschiedener Hersteller vor, wies auf die unterschiedlichen Merkmale der Geräte hin und lenkte den Fokus auf besondere Features. Auch bei dieser intensiven Betrachtung der verschiedenen Handterminals behielt das Lager-Handheld DT-X8 von Casio seinen Spitzenplatz.


Unabhängig von der IT-seitigen Bewertung wurden natürlich die Kommissionierer in den Auswahlprozess mit einbezogen. Und auch diese bevorzugten eindeutig das Lager-Handheld von Casio. Praxistests im Pick-Bereich zeigten: Das leichte Casio DTX8 unterstützt eine sehr schnelle und für die Mitarbeiter angenehme Datenerfassung bei der Kommissionierung. Die ausbalancierte Gehäuseform mit leicht nach unten gerichtetem Scanner-Kopf und die Anordnung der Scann-Tasten wurden als sehr ergonomisch empfunden. Es zeigte sich, dass der Barcodescanner des DT-X8 über eine sehr hohe Lesequalität verfügt, sodass auch blasse Etiketten problemlos und schnell gelesen werden. „Eine weitere Anforderung die an die Scannerterminals war eine unkomplizierte Bedienung, die mit wenig Tasten auskommt. Zudem sollte das Gerät sehr handlich und leicht sein und dennoch mit einer Akkuladung mehrere Schichten überstehen. All diese Erwartungen erfüllen die Geräte von Casio. Sie bieten darüber hinaus aufgrund ihrer extremen Robustheit eine hohe Investitionssicherheit“, erklärt Andreas Schapperer, Leiter Niederlassung Süd der DataIdent GmbH.

 

Schnelle Amortisation


Geliefert wurden die Casio Handhelds mit dem Betriebssystem Windows Embedded CE, welches von DataIdent in einen sogenannten „Kiosk-Modus“ versetzt wurde, um andere Anwendungen außerhalb der Web-basierten Applikation unter Microsoft Dynamics zu unterbinden. Die Akzeptanz bei den Mitarbeitern im Lager ist sehr hoch, weil sie an der Auswahl beteiligt waren und sich die Geräte in der täglichen Praxis gut bewähren. Bei Arbeiten, bei denen beide Hände benötigt werden, werden die Terminals in Gürtelholster gesteckt. „Die Einführung der Online Kommissionierung kann als gut gelungen betrachtet werden“, bemerkt David Kaiser nicht ohne Stolz. Der Projektleiter hat mit Unterstützung von DataIdent die Anwendung eingerichtet, die Abläufe und Prozesse optimiert und unter anderem die Display- Masken für die Handhelds programmiert.


Schon nach wenigen Monaten Einsatz der neuen Lösung lässt sich ein deutlicher Rückgang der Fehlerquote registrieren. Und, obwohl kein Mitarbeiter über eine höhere Belastung klagt, konnte die Pick-Leistung im Bereich der Euroshop-Kommissionierung um rund 20 Prozent gesteigert werden. Die geringen Anschaffungskosten der Casio Handhelds und die überschaubaren Kosten für die Integration in die IT des Unternehmens machen die Lösung sehr wirtschaftlich. Dies führt zu einem ROI von maximal neun Monaten. Geschäftsführer Christian Schum ist sich sicher: „Die Investition in innovative Technik rechnet sich. Durch transparente Bestandsführung und bessere Kommissionierqualität sind wir in der Lage Liefertermine präziser zu planen und just-in-time zu liefern. Ein Mehrwert, den wir direkt an unsere Kunden weitergeben.“

www.casio-b2b.com/de

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Beitrag aus der Jubiläumsausgabe 60 Jahre dhf Intralogistik - dhf 9.2014

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