Mobile und ergonomische Drucker die sich einfach im Stapler-Cockpit verbauen lassen (Foto: ICS)  
Der vernetzte Stapler 

Der produktive und wirtschaftliche Staplereinsatz wird zunehmend durch vernetzte IT bestimmt. Mit innovativen Flurförderzeugen und integrierten ITTechnologien gilt es, die Intralogistik zu optimieren. 


Effiziente Logistikprozesse und transparente Warenbewegungen auf Betriebsgeländen sind Erfolgsfaktoren im globalen Wettbewerb. Reibungsverluste in der Intralogistik haben geschäftskritische Folgen: Die Produktion erhält keinen Nachschub, Waren verlassen verspätet den Versand oder Kunden warten auf avisierte Terminlieferungen.

 

Vor diesem Hintergrund hält IT auf Flurförderzeugen immer stärkeren Einzug, um die Verfügbarkeit der Staplerflotte sicherzustellen. Innovative, flexible und skalierbare Lösungen für den Betriebsmitteleinsatz sind seitens der Hersteller und IT-Partner gefragt.

 

Prozesssicherheit durch belegloses Management


In manuellen Lagern arbeiten Stapler täglich unterschiedliche Transportaufträge zwischen Bereichen wie Warenlager und Produktion ab. Fehlkommissionierungen, unnötige Leerfahrten sowie Stillstandzeiten sind oftmals die Folge manueller Aufträge. Flurförderzeuge behindern sich auf ihren Routen, was bei fortgeschrittenem Schichtbetrieb zu Unfällen führt.


Den Ausweg beschreiben schon heute integrierte Transport- und Staplerleitsysteme. Sie ermöglichen ein geplantes und durchgängig organisiertes Auftragsmanagement. Fahraufträge werden bereits routenoptimiert automatisiert an die richtige Ressource übermittelt, unabhängig vom Typ des Staplers. Erst durch Prozessintegration werden Produktivitätsvorteile realisiert. Gerade mittelständische Unternehmer mit gemischten Staplerflotten verbinden hiermit oftmals hohe Investitionskosten. Heutige State-of-the-Art-Software sowie innovative Standard-Schnittstellenkonzepte lassen sich jedoch flexibel an unterschiedlichste Begebenheiten einfach anpassen. Bereits ab zehn Flurförderzeugen rechnen sich in der Regel solche Systeme innerhalb von 14 Monaten. Neben dem deutlichen Zugewinn an Sicherheit und Transparenz zeigen Praxisprojekte Produktivitätssteigerungen von 30 Prozent und mehr durch belegloses Auftragsmanagement.

 

Mobile Supply-Chain-Prozesse auf dem Tablet


Für die Darstellung grafischer mobiler Dialoge werden bislang Industrieterminals im Fahrercockpit eingesetzt. Die Bestätigung von Fahraufträgen erfolgt einfach per Touch auf der Screen-Oberfläche, per Barcodescanning oder automatisch per eingebauter Sensorik. Durch Add-ons wie Navigations- und Ortungssysteme oder die optische Warenidentifikation profitiert das Unternehmen von weiterer Prozesssicherheit und -automation.

 

Cloud schafft Transparenz


In Zukunft wird die IT auf dem Stapler mobil. Bereits heute kommen moderne Tablets zum Einsatz, die sowohl für den Staplereinsatz als auch anderen Aufgaben, wie der Inventur, ausgelegt sind. Dadurch lassen sich Kostenoptimierungen erzielen. Der Mitarbeiter wird künftig noch stärker durch Technologien unterstützt. Ergonomie spielt hier eine wichtige Rolle. Schon heute sind intelligente Add-ons auf dem Markt, die Warenbewegungen sofort in der übergeordneten IT verbuchen und das proaktive Monitoring jederzeit und jederorts online über den Leitstand ermöglichen.


Zukunftsweisende IT-Plattformen, wie der „SCM NETworker“ der ICS Group, gehen noch weiter und integrieren innerbetriebliche Transporte nahtlos in das gesamte Supply Chain Management – und zwar unternehmensübergreifend. Dies versetzt Hersteller in die Lage, neue und bestehende Lieferanten ohne EDI-Anbindung sofort einzubinden. Die Cloud macht es möglich. Im Warenausgang werden herstellergenormte Versandetiketten gedruckt. Zum selben Zeitpunkt weiß der Hersteller, dass sich seine Ware vom Zulieferer in der Zustellung befindet. In Kombination mit mobilen Apps kann der weitere Zustellprozess detaillierter dargestellt werden. Hierdurch kann die richtige Staplerressource zum richtigen Zeitpunkt an der richtigen Rampe stehen, um die Ware der Produktion zuzuführen.

 

Betriebsdaten automatisiert erfassen


Neben dem Logistikprozess ist auch das Echtzeit- Management von Betriebsdaten ein wichtiger Baustein auf dem Weg zum „vernetzten Stapler“. Logistikleitern fehlt regelmäßig die Transparenz über wichtige KPIs. Warum stand der Stapler A im Zeitraum X still? Warum gibt es ungeklärte Differenzen zwischen Arbeitszeit und abgearbeiteten Aufträgen?


Hier bieten Technologieinnovationen mittlerweile sichere Lösungen. So ermöglicht die Nachrüstlösung „connect:hr“ von Linde Material Handling (Linde MH) beispielsweise die automatische Erfassung und Fernübertragung der Betriebsstunden von Staplerflotten. Integrierte Transportleitsysteme liefern hingegen automatisierte Betriebszeiten, die mit dem Auftragsmanagement eng verknüpft sind. Solche Analysedaten bilden die notwendige Grundlage für weitere Optimierungen, die zu nachhaltigen Kosteneinsparungen führen. So können schon heute Wartungs- und Serviceintervalle proaktiv geplant werden, um Ausfallzeiten zu minimieren. Weiterhin kann eine ökonomisch wie ökologisch vertretbare Fahrweise des Fahrers sichergestellt werden.

 

Stapler energieeffizient betreiben


Die „Energiefrage“ genießt durch aktuelle Themen, wie Rohstoffverknappung oder Klimawandel, zu Recht einen hohen Stellenwert. Gängige, verbrennungsmotorbetriebene Stapler mit einer Traglast von circa 2,5 Tonnen verbrauchen unter normalen Einsatzbedingungen durchschnittlich 35 000 Liter Diesel während ihrer Gesamtbetriebszeit. Bildhaft dargestellt, entspricht dies einem vollbeladenen Tanklastzug. Der Elektrostapler im vergleichbaren Gewichtssegment benötigt 72 000 Kilowattstunden Strom im gesamten Stapler-Lebenszyklus.


Die Stapler-IT sorgt heute unerlässlich für den kürzesten Weg eines Staplers und dessen optimierte Beladung je Wegstrecke. Durch die bereichsübergreifende Nutzung eines Flurförderzeugs werden signifikante Einsparungen erzielt. Die Fahrzeughersteller bieten schon heute Stapler mit verbrauchsoptimierten Motorengenerationen. Es darf zudem erwartet werden, dass die Hersteller ihre Portfolios stetig um weitere energieeffizientere E-Stapler-Modelle erweitern. Möglicherweise gehört die Zukunft gar dem CO2-neutralen Wasserstoffantrieb (Brennstoffzelle).

 

Freie Sicht und maximale Sicherheit gewährleisten


Regelmäßig konstatiert die Statistik der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) 10 000 und mehr meldepflichtige Gabelstaplerunfälle pro Jahr. Sichtbehinderung, Bedien- und Fahrfehler sind dabei die häufigsten Unfallursachen. So schränken vielfach verbaute Säulen- und Bügelsysteme, Lastschutzgitter sowie die Hubmastkonstruktion das freie Sichtfeld des Fahrers erheblich ein.


Innovative Kamerasysteme an den Gabelzinken ermöglichen es, den Bereich hinter einem Ladungsträger einzusehen. Innovative Fahrer-Assistenzsysteme, wie zum Beispiel der „Linde Safety Pilot“, unterstützen den Fahrer im Lastenhandling. Es reguliert die Hub- und Neigefunktion in Abhängigkeit von Hublast und -höhe und sorgt dadurch für erhöhte Sicherheit. Maximale Sicherheit mündet in ausgereifter Transport- und Staplertelematik auf Basis innovativer Staplerortung.

 

Reibungslose Prozesse sicherstellen


Der produktive und wirtschaftliche Staplereinsatz wird zunehmend durch vernetzte IT bestimmt. Die technologischen Möglichkeiten, die zu höherer Betriebssicherheit und Verfügbarkeit der intelligenten Flurförderzeuge führen, sind schon heute groß. IT-Verantwortliche stehen deshalb und zukünftig vor neuen Aufgaben. Unternehmen müssen sich die Frage stellen, ob sie die Komplexität der IT und die damit verbundene Ressourcenbindung selbst bewältigen. Um reibungslose Prozesse sicherzustellen, kommt es schon heute darauf an proaktiv zu informieren, bevor Reibungsverluste auftreten. Intelligente Systeme as a Service (SaaS) bieten wachsenden Unternehmen flexible und skalierbare Lösungen. Einsparpotentiale ergeben sich durch Outsourcing von Leistungen als Managed Service an einen externen Dienstleister. Spezialisierte IT-Anbieter stellen dann Teile oder die gesamte IT-Infrastruktur innerhalb standardisierter Prozesse sicher. Für Unternehmen mit mehreren Standorten und gemischten Flotten kann sich eine Lösung je nach Aufgabenstellung schnell rechnen. Insgesamt kann sich die IT durch freigewordene Kapazitäten auf wesentliche Kernaufgaben konzentrieren. 

www.ics-group.eu

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Beitrag aus der Jubiläumsausgabe 60 Jahre dhf Intralogistik - dhf 9.2014

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