In zwei Hangars schafft Tuifly die Voraussetzungen für ein sicheres Flugreise-Vergnügen
Hohes Wartungsniveau

Bits und Bytes spielen eine zentrale Rolle bei der Wartung der Flugzeugflotte von Tuifly.

Das Mobile-Device- System (MDS) von Dr. Thomas + Partner sorgt im Zusammenspiel mit Amos, einer Software für die Luftfahrzeug- Instandhaltung, für eine hohe Verfügbarkeit der benötigen Teile. 

REINHARD IRRGANG 

Gecheckt werden die Flugzeuge in zwei Hangars für Maintenance, Repair und Overhaul (HRO) am Flughafen Hannover in Langenhagen, wo bereits im Jahr 2005 Amos (Aircraft Maintenance and Engineering System) eingeführt wurde. Als integriertes Wartungs- und Instandhaltungs- Management-System bietet die Software von Swiss AS, einer Tochter der Swiss International Airlines, zwar alle Features für die Wartung von Flugzeugen, war für die Zwecke von Tuifly jedoch allein nicht ausreichend.


Mit Abschluss eines Kooperationsvertrages zwischen Dr. Thomas + Partner, Karlsruhe, und Swiss AS startete die Entwicklung des neuen MDS, an dem sich in Folge auch die Experten von Tuifly beteiligten. „Das speziell für die hohen Ansprüche der Luftfahrtbranche entwickelte System fungiert als mobiles Nutzer-Interface für die Intralogistik im Aviation-Sektor“, so Günther Pfisterer, Mitglied der Geschäftsleitung von Dr. Thomas + Partner. Diese Lösung ist seit Ende 2012 bei Tuifly überwiegend im Hauptlager operativ im Einsatz. Für die Wartung und Instandhaltung der Flugzeuge werden hier in drei Materialklassen rund 1,4 Millionen Teile mit 21 600 Batch-Nummern auf 31 000 Lagerorten vorgehalten. Das Lagerpersonal kommuniziert per mobilen Handhelds mit dem Host-System. Die Geräte bieten eine verständliche Benutzerführung, Barcode- Technologie für die Datenerfassung beim Einlagern, Kommissionieren und Quittieren der Aufträge sowie exakte Anweisungen für alle Arbeitsschritte und wegeoptimierte, zeitsparende Pick-Touren.


Hinzu kommen Features wie die automatische Meldung von Fehlbeständen, das Erfassen neuer Artikel sowie Inventurfunktionen. Wie Günther Pfisterer betont, bietet das MDS „über Wlan die ständige Verbindung des Lagerpersonals mit dem Host-System, Datenaustausch in Echtzeit und damit sehr schnelle Reaktionszeiten“. So lassen sich laufende Prozesse online verfolgen und eventuelle Fehlbestände sofort erkennen und beseitigen.

 

Chaotisches Lagerprinzip


Die angelieferten Teile werden im Wareneingang in Amos erfasst und für die eindeutige Identifizierung mit einem EAN-128-Barcode-Label gekennzeichnet. Bei der Teile-Identifizierung kommt bereits MDS ins Spiel: „Denn während Amos in seiner ursprünglichen Ausführung jedes Teil mit beliebig vielen Lagerorten verheiraten konnte, ermöglicht das MDS die chaotische Lagerführung, mit der wir unsere Lagerkapazitäten optimal nutzen können“, berichtet Erik Schütte, verantwortlich für die Amos-Koordination bei der Tuifly GmbH am Flughafen Hannover in Langenhagen.


Das System schlägt keine fixe Location für das Einlagern der Teile vor. Stattdessen erstellt die Software Reports, die sich die Lagermitarbeiter für das Einlagern der Teile überspielen. Der Report weist, gestaffelt nach Lagerort und Größe der Teile, die nächsten 15 freien Lagerplätze aus. So kann sich der Mitarbeiter jeweils den für ihn am nächsten liegenden freien Lagerplatz aussuchen. Beim Einlagern scannt er die Batch-Nummer des Artikels und anschließend den Lagerort ein, womit jeder Artikel mit einem bestimmten Stellplatz strikt sortenrein verheiratet ist.


Einlagern und Kommissionieren geschehen meist parallel. Die Mitarbeiter erhalten ihre Auftrags- und Picklisten, die „Pick- Slips“, auf ihr Handheld überspielt. Der Mitarbeiter scannt den Barcode, und das MDE weist ihm via Software den wegeoptimierten Pick-Pfad durch das Lager, inklusive der Spezifikation und der Anzahl zu entnehmenden Teile. Nach ihrem Pick-Durchlauf fahren die Mitarbeiter mit ihren Kommissionierwagen zu einem zentralen Übergabeplatz, der als Sammelort für Ad-hoc-Materialien ausgewiesen ist. Die für längerfristig geplante Arbeiten kommissionierten Teile werden in abschließbaren Gitterwagen bereitgestellt.

 

Permanente Verfügbarkeit


Höchste Priorität im Bereich Aviation genießt die Rückverfolgbarkeit der Los-Nummern und damit der Batches vom Wareneingang über den gesamten MRO-Hangar-Durchlauf bis zum Verbau im Flugzeug. „Die hundertprozentig exakte Batch-Verfolgung ist unabdingbar für das Einhalten unserer hohen Qualitätsstandards“, betont Erik Schütte. „Hierbei unterstützt uns das System MDS immens, da manuelle Fehleingaben ausgeschlossen sind und hundertprozentige Buchungs-Qualität gewährleistet ist.“


Während das Lagerpersonal vormals beispielsweise beim Einlagern die Anzahl der in die Behälter eingelegten Artikel manuell auf einer Liste notieren musste, genügt heute das Scannen von Artikel und Lagerfach. „Das System hat sich sehr gut bewährt, wir haben so gut wie keine Ausfälle“, resümmiert Erik Schütte. „Mit der Nutzung von MDS und dem Fortführen der permanenten Inventur nähern wir uns dem Null-Fehler-Picking.“ Weitere Optimierungen in Kooperation mit Dr. Thomas + Partner sind bereits in Planung.

www.tup.com

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Beitrag aus dhf 3.2014

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