Foto: Vollert
Eine runde Sache

Der Transport von Coils gehört zu den großen Herausforderungen in Produktionsabläufen. Coils sind schwer zu fassen, und schon ein leichtes Anecken verursacht erheblichen Schaden. Die Experten von Vollert Anlagenbau haben sich erfolgreich auf den schonenden und schnellen Transport von Lasten bis 30 Tonnen und mehr spezialisiert.


Der automatisierte Transport von Metall-Coils ist das beste Mittel zum Schutz vor innerbetrieblichen Beschädigungen beim Staplerbetrieb. Um die hohe Qualität beispielsweise hauchdünner technischer Aluminiumfolien gewährleisten zu können, müssen die tonnenschweren Coils auf ihrem Weg durch die Produktion bis hin zur Verpackung sicher und präzise bewegt werden. Der einfachste und schnellste Weg erfolgt dabei mittels der 3. Dimension durch die Luft mithilfe von Automatikkranen, sogenannten Coil-Manipulatoren. Seit Jahrzehnten ist der Schwerlast-Experte Vollert aus Weinsberg auf Anlagentechnik dieser Art spezialisiert, sowohl in der Stahl- als auch in der Aluminiumindustrie. „Die Herausforderung liegt nicht unbedingt in der hohen Last, vielmehr geht es darum, in der Handhabung sensibel und gleichzeitig flexibel zu sein. Die Manipulatoren müssen die Coils mit und ohne Spule auch bei unterschiedlichen Durchmessern sicher aufnehmen und sich automatisiert bewegen. Nur so können Beschädigungen beim Transport nahezu ausgeschlossen werden“, erklärt Andreas Pyzalski, Senior Sales Manager von Vollert.

 

Schnell hoch hinaus


Für Aleris im belgischen Duffel konzipierten die Ingenieure von Vollert einen Spezial-Manipulator mit einer Spannweite von 19,5 Meter zur Lkw-Entladung und gleichzeitigen Andienung eines Hochregallagers, Pufferlagers und des Walzwerks. In einem der größten Walzwerke Europas fertigt das Unternehmen Aluminiumbleche und -bänder für den Fahrzeugbau. Der Coil-Manipulator verfügt über ein Dreh-, Hub- und Katzfahrwerk. Pro Stunde werden von ihm bis zu 32 Aluminium-Coils mit einem Gewicht von 25 Tonnen ein- und ausgelagert, sowohl mit als auch ohne Spule. Lediglich bei der Entladung der Lkw muss der Kran aus Sicherheitsgründen manuell gesteuert werden, danach übernimmt er alle Schritte vollautomatisch. Die Transportfahrt erfolgt in zwei Achsen mit einem Meter pro Sekunde, die Hubgeschwindigkeit beträgt 0,5 Meter pro Sekunde. Der Greifer vermisst und erfasst das „Auge“ der Coils und befördert diese je nach Auslastung in das Hochregallager, in ein separates Pufferlager oder zur direkten Andienung an das Sexto-Walzwerk. Darüber hinaus bedient der Manipulator einen Ofen. Nach der Wärmebehandlung werden die bis zu 500 Grad Celsius heißen Aluminium-Coils zur Abkühlung zurück in das Hochregallager transportiert. Der gesamte innerbetriebliche Transport erfolgt damit ohne manuelles Eingreifen.

 

Schwere Lasten und kurze Taktzeiten


Schwere Lasten und schnelle Taktzeiten sind auch die Herausforderung beim aktuell größten Projekt von Vollert in China. In Tianjing bauen die Weinsberger die komplette Intralogistiktechnik inklusive mehrerer Hochregallager und 16 Automatikkranen für zwei Mega-Walzwerke der Zhongwang Group. Auch hier kommen neben unterschiedlichen Brammen-Kranen und Transportsystemen mehrere Coil-Manipulatoren zum Einsatz. Am Ende der Produktion befindet sich ein Flachlager mit 120 Lagerplätzen, die von einem Coil-Manipulator bedient werden. Um die schnellen Taktzeiten trotz der weiten Distanzen zu bewältigen, fahren die Krane bei Zhongwang nicht mit einfacher Schrittgeschwindigkeit wie manuell üblich, sondern mit vierfacher. Ein Drehwerk ermöglicht die lagerichtige Positionierung der Aluminium-Coils im Lager und für die nachfolgenden Bearbeitungsschritte.

 

Wackelfeste Präzision


„Unsere Systeme dienen der Sicherung der Produktqualität, deshalb ist Präzision beim Fahren, Heben und Platzieren entscheidend“, erläutert Andreas Pyzalski. „Und in besonderen Fällen kalkulieren wir dabei auch die Beeinflussung durch Naturgewalten mit ein.“ Für Xiashun, ebenfalls ein chinesischer Aluminiumhersteller, entwickelte Vollert 2010 ein Hochregallager samt Intralogistiksystem. Der Clou: Das Aluminiumwerk befindet sich mitten in einer Erdbebenzone und muss Erdstößen der Stärke fünf bis sechs auf der Richterskala unbeschadet standhalten.

www.vollert.de

 

Beitrag aus dhf 7-8.2016

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