Foto: Demag
Intelligente Krane: Die Helfer der Intralogistik

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Die Chancen durch Industrie 4.0 in der Intralogistik sind hoch. Digitale Transportketten machen den Materialfluss flexibler und effizienter – auch dank der Unterstützung intelligenter Kran- und Hebezeuge.

 

19 Milliarden Euro: So viel setzte die deutsche Branche für Fördertechnik und Intralogistik laut des „Verbands Deutscher Maschinen- und Anlagenbau“ (VDMA) in 2014 um. Allein fast 15 Prozent davon entfielen auf Logistiksoftware und elektrische Automation. Ein eindeutiges Zeichen, dass in der Intralogistik Industrie 4.0, die Verknüpfung des Materialflusses mit Informationstechnologie, auf dem Vormarsch ist. Und das nicht ohne Grund: Eine Intralogistik 4.0 ermöglicht flexible Produktions- und Materialflussprozesse, mehr Umschlag sowie mehr Sicherheit.


Wichtige Bestandteile einer solchen Transportketten sind die Krane und Hebezeuge, vom einfachen Lastaufnahmemittel bis hin zu kompletten Automatikkranen. Susanna Schneeberger, Vice President und Managing Director des Kranherstellers Terex Material Handling (MH), ist überzeugt, für die aktuellen und künftigen Herausforderungen der vernetzten Intralogistik über die geeigneten Werkzeuge zu verfügen. „Industrie 4.0 verändert die Art und Weise von Grund auf, wie unsere Kunden arbeiten und produzieren. Wir liefern dafür die passenden Lösungen.“

 

Mehr Effizienz durch Kran-Assistenzsysteme


Während bereits rund um den Globus voll automatisierte Krane oder Hebezeuge erfolgreich im Einsatz sind, zum Beispiel für die Papierlagerung und das Schüttgut-Handling, lohnen sich solche Systeme auch aufgrund der hohen Sicherheitsanforderungen für viele, meist mittelständische Unternehmen (noch) nicht. „Aus diesem Grund kommt bei der Zusammenarbeit von Mensch und Maschine den Kran-Assistenzsystemen eine zunehmende Bedeutung zu“, sagt Lutz Dowy, Vice President Global Product Management & Process Cranes, Terex MH. Positionierhilfen, Umfahrsteuerungen, Präzisionsregelungen sowie autark arbeitende Überwachungs- und Diagnosetools zählen zu diesem Bereich. So tragen auch die intelligente Steuerung Demag Safe Control sowie das Überwachungssystem Demag Status Control dazu bei, den Betrieb von Kranen und Hebezeugen sicherer und effektiver zu machen. „Die Sicherheit von Mensch und Maschine hat bei Terex Material Handling oberste Priorität und bildet folglich auch den Kern unserer Entwicklungsarbeit rund um die Produkte der Marke Demag“, sagt Dowy.

 

Intelligente Steuerung


Die intelligente Steuerung bietet alle Voraussetzungen für effiziente Produktionsprozesse. Die integrierte Sensortechnik erfasst dabei alle aktuellen Betriebsparameter des Seilzugs, von der Drehzahl bis zum Bremsverschleiß. Zahlreiche Sicherheits- und Bedienfunktionen, wie die Schlaffseilüberwachung oder lastabhängige Hubgeschwindigkeit, lassen sich damit je nach Bedarf einzeln aktivieren. Außerdem genügt ein Tastendruck, um zwei Seilzüge zum Tandembetrieb zu koppeln. Für Butting, deutscher Spezialist für Edelstahl-Rohre, -Komponenten und Behälterbau, der pro Jahr mehr als 80000 Tonnen Stähle verarbeitet, spielt der flexible Tandembetrieb die entscheidende Rolle beim Transport von 12-Meter-Rohren.

 

Fast schon ein Kinderspiel


Mit Safe Control wird der Wechsel zwischen Einzel- und Tandembetrieb von acht installierten Demag-V-Profilkrane bei Butting zum Kinderspiel. Dank der integrierten Tandemsteuerung kann das Bedienpersonal einen Laufkran mit jedem seiner Nachbarkrane als Tandem bedienen. Die beiden Krananlagen kommunizieren untereinander über eine bidirektionale Datenfunkstrecke. „Rund 90 Prozent der Kranfahrten führen wir in diesem Tandembetrieb aus“, sagt Klaus-Dieter Gaschler, bei Butting zuständig für die Instandhaltung der installierten Kran- und Hebetechnik. „Bislang haben wir im gesamten Unternehmen Tandemsteuerungen bei Kranen mit fester Zuordnung eingesetzt, teilweise sogar mit mechanisch verriegelten Kranen. Nun können wir in unserer neuen Halle passend zu den jeweils erforderlichen Prozessen entscheiden, wie wir die Krane paarweise zuordnen. Damit erzielen wir die für uns maximale Flexibilität.“


Gefordert sind aber auch materialschonendes Handling, der exakte und sichere Rohrtransport sowie hohe Hub- und Fahrgeschwindigkeiten für entsprechende Umschlagleistungen. Dank der V-Bauweise mit ressourcenschonendem Materialeinsatz wiegt der Demag Profilträger durchschnittlich 17 Prozent weniger als ein vergleichbarer Kastenprofilträger. Die patentierte Bauform mit verjüngten Membrangelenken reduziert zudem die Schwingungen des Kranträgers um bis zu 30 Prozent und verdoppelt die Lebensdauer auf mehr als 500000 Lastwechsel. Die Krane bei Butting sind außerdem in jeder Achse mit Frequenzumrichtern ausgestattet, mit deren Hilfe sich die Rohre materialschonend und vor allem schnell transportieren lassen.

 

Transparenz mit Hilfe von Betriebsdaten


Wie der tägliche Betrieb entwickelt sich im Zuge von Industrie 4.0 auch die Wartung von Krananlagen weiter. Die Diagnoselösung Demag Status Control stellt kontinuierlich alle aktuellen Betriebsdaten in Echtzeit bereit. Zusätzlich analysiert das System anhand von Vergleichsdaten und vordefinierten Grenzwerten den Zustand der Kran- und Hebezeuge und zeigt, einfach erfassbar, in Form eines leicht verständlichen Ampelsystems an, an welcher Stelle akuter Handlungsbedarf besteht. Auch von unterwegs können Anwender mit mobilen Endgeräten jederzeit auf alle relevanten Daten zugreifen. Klaus-Dieter Gaschler ist überzeugt: „Mit Demag Status Control werden für uns die Krane noch transparenter, und wir erhalten die notwendigen Daten gut aufbereitet und bei Bedarf rund um die Uhr. So sind wir in der Lage, Zustände mit einem Blick zu erfassen, Serviceeinsätze vorausschauend zu planen und letztendlich die Verfügbarkeit der Krananlagen noch weiter zu erhöhen.“ Unterm Strich reduziert sich der Überwachungsaufwand für Butting erheblich.


„Mit Status Control behalten Unternehmen jederzeit den vollen Überblick über den Betriebszustand ihrer gesamten Krananlagen“, sagt Carolin Paulus, Vice President Demag Service bei Terex Material Handling. „Durch diese vorbeugende Art der Wartung sparen unsere Kunden teure Ausgaben für Reparaturen oder unvorhergesehene Arbeitsunterbrechungen.“ Das Ferndiagnosesystem lässt sich sogar für Krane und Krankomponenten anderer Marken und Hersteller nutzen. Die intelligente Steuerung sowie das Fernwartungssystem sind als Optionen auch für den neuen, modularen Demag-Seilzug DMR verfügbar, den der Hersteller im Herbst 2015 erstmals vorgestellt hat und der auf einer technischen Basis mehr Einsatzmöglichkeiten abdeckt als alle bisherigen Seilzüge auf dem Markt.

 

Krane und Hebezeuge entscheiden selbst


Noch sind die Möglichkeiten der Automatisierung in der Kran- und Hebetechnik nicht ausgereizt. „Schon heute tragen Kran-Assistenzsysteme zu effektiven Materialflusslösungen bei“, sagt Susanna Schneeberger. „In Zukunft treffen Krane und Seilzüge die nötigen Entscheidungen sogar selbst.“

www.demagcranes.de

 

Beitrag aus dhf 1-2.2016

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