Foto: Kuli-Hebezeuge
Bockkran im Gleisbereich

Einen Bockkran zu konzipieren ist an sich nichts Ungewöhnliches.

Den Kran aber so zu konstruieren und aufzubauen, dass er zwischen den Oberleitungen der Eisenbahn auf den schmalen Kopfringbalken zweier Schächte passt, geschieht nicht alle Tage. Kuli-Hebezeuge zeigt wie es geht.

 

Unter dem Dortmunder Hauptbahnhof erweitert die Wayss & Freytag Ingenieurbau AG aus München im Auftrag der Stadt Dortmund derzeit den bestehenden U-Bahnhof. Als zentrales Hebegerät zum Transport des Abraums und für den Vertikaltransport von Baugeräten kommt ein Bockkran zum Einsatz. Dieser wird auf zwei Schächten mit einem Durchmesser von jeweils 12 Meter aufgesetzt. Den Bockkran selbst realisierte die Helmut Kempkes GmbH, KULI-Hebezeuge. Der Lieferant aus Remscheid verfügt über ein breites Programm, unter anderem von Elektroseilzügen mit einer Tragkraft von einer bis 200 Tonnen. KULI verbaut diese Elektroseilzüge in unterschiedlichste Kransysteme, wie Ein- und Zweiträgerkrane, Hängekrane, Konsolkrane, Portal- und Bockkrane.

 

Immer der richtige Kran


Eine besondere Spezialität ist die Herstellung, Lieferung und Montage von Portal- und Bockkranen. Diese werden als Ein- und Zweiträgerkrane mit Trägerlängen von bis zu 70 Meter gefertigt. Die spezielle Anforderung an den Bockkran in Dortmund bestand darin, dass die Kontur des Krans auf dem knappen Raum zwischen zwei Gleisen und den Oberleitungen bleiben und sich gleichzeitig an den vorgegebenen Positionen der Schächte orientieren musste. Zu berücksichtigen war weiterhin die Handhabung unterschiedlichster Baumaterialien und Baugeräte mit angepasster Hubgeschwindigkeit. Auch durften die vorgegebenen Auflagerlasten des Kransystems in Bezug zur Unterkonstruktion nicht überschritten werden. Der Bockkran wurde mit zwei Elektroseilzügen mit je zehn Tonnen Tragkraft ausgestattet. Diese beschicken die Schächte jeweils einzeln und befördern den Aushub mittig zwischen den Schächten auf einem Verladeplatz. Die zwei Elektroseilzüge können mittels Funksteuerung auch im Tandembetrieb bedient werden, um mit eingehängter Traverse Bagger mit einem Gesamtgewicht bis 20 Tonnen in die Vortriebsgrube ablassen zu können. Mit einer Hubgeschwindigkeit von bis zu 20 Meter pro Minute ist ein zügiger Abtransport des Aushubes gesichert. Sowohl der Hub als auch die Katzfahrt sind frequenzgeregelt, um einen ruhigen Transport der angehängten Last durchführen zu können.


Die Elektroseilzüge werden komfortabel mit einer Funksteuerung gesteuert. Der Schaltschrank wurde wartungsfreundlich in Arbeitshöhe auf einem Podest an der Stirnseite angebracht. Beidseitige Podeste sichern die Zugänglichkeit bei Wartungsaufgaben an den Elektroseilzügen. Zudem sorgen fünf LED-Strahler bei Nachtbetrieb für eine beinahe taghelle Beleuchtung.

 

Individuelles Montagekonzept von KULI


Die größte Herausforderung war der Aufbau des Krans in einem sehr engen Montagefeld. Der Bockkran musste zwischen Oberleitungen und den Gleisen aufgebaut werden, wobei Sicherheitsabstände und kürzeste Montagezeiten in Gleissperrpausen nach Vorgabe der Deutschen Bahn einzuhalten waren.


In Abstimmung mit dem Bauunternehmen wurde ein individuelles Montagekonzept durch KULI erarbeitet und verabschiedet, dass zwischen den Schächten mit dem Autokran stehend das Entfalten des jeweiligen Bockkransegments wie ein Hubgerüst vorsah. Dieses Vorgehen war erforderlich, da mit schwebenden Lasten Oberleitungen nicht überfahren werden dürfen. Das Zwischenstück wurde mit zwei Kettenzügen, die an einem Galgen oberhalb des Katzträgers angebracht waren, hochgezogen und mit den Stößen der anderen Katzträgerstücke verschraubt. Es erfolgte die elektrische Installation, und der Bockkran wurde nach Abnahme durch einen Kransachverständigen im gesetzten Zeitfenster termingemäß an den Betreiber übergeben. Der Bockkran wird 50 Monate im Einsatz sein und danach wieder demontiert werden.


Die Kombination aus Beratung, Produkt, Montage und Service konnte bereits im Vorfeld alle Beteiligten überzeugen. Insbesondere nach der in diesem Umfeld realisierten sicheren, schnellen und funktionellen Montage kommt man zu dem Schluss: „Alles richtig gemacht!“. 

www.kuli.com

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Beitrag aus dhf 7/8.2015

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